Das Wichtigste in Kürze:
- Google Discover zeigt Inhalte proaktiv, ohne dass Nutzer suchen
- Hochwertige Bilder und aktuelle Themen sind erfolgsentscheidend
- Der Traffic ist volatil, aber kann enorme Reichweiten bringen
Google Discover ist ein unterschätzter Traffic-Kanal. Während Sie auf Suchanfragen optimieren und auf Rankings warten, liefert Discover Content direkt an interessierte Nutzer – ohne dass diese aktiv suchen müssen.
Auf Android-Phones und in der Google-App sehen Nutzer einen personalisierten Feed. Dieser Feed basiert auf Interessen, Suchhistorie und Verhaltensmustern. Wenn Ihr Content dort erscheint, erreichen Sie Millionen potenzieller Leser mit einem einzigen Artikel.
Was ist Google Discover?
Discover ist Googles Antwort auf Social-Media-Feeds. Statt chronologisch oder nach Freundschaftsbeziehungen zu sortieren, ordnet Discover nach Relevanz für den individuellen Nutzer.
Der Algorithmus analysiert bisherige Suchanfragen und geklickte Ergebnisse, um Interessen zu verstehen. Er berücksichtigt besuchte Websites und gelesene Artikel, den YouTube-Verlauf und die App-Nutzung sowie explizit angegebene Interessen. Basierend auf diesem umfassenden Profil wählt Google Content aus, der den jeweiligen Nutzer interessieren könnte.
Die Auswahl ist hochpersonalisiert. Zwei Nutzer sehen völlig unterschiedliche Feeds, selbst wenn sie demografisch identisch sind. Ihr Artikel kann für den einen Nutzer perfekt passen und für den anderen völlig irrelevant sein.
Discover vs. Search: Die Unterschiede
| Aspekt | Google Search | Google Discover |
|---|---|---|
| Nutzerintention | Aktive Suche | Passive Entdeckung |
| Trigger | Suchanfrage | Algorithmus |
| Content-Alter | Evergreen + aktuell | Überwiegend aktuell |
| Vorhersagbarkeit | Hoch | Niedrig |
| Traffic-Stabilität | Stabil | Sehr volatil |
Wer profitiert von Discover?
Publisher mit aktuellen Inhalten profitieren am meisten. Nachrichten-Websites, Magazine und Blogs mit regelmäßigem Content sind für Discover prädestiniert.
Aber auch Evergreen-Content kann in Discover erscheinen, besonders wenn er zu aktuellen Ereignissen passt. Ein Artikel über Steueroptimierung erscheint während der Steuersaison häufiger im Feed als im Rest des Jahres.
Die Discover-Anforderungen verstehen
Google hat klare Richtlinien, welcher Content für Discover in Frage kommt. Ohne diese Grundlagen ist Discover-Erfolg unmöglich.
Technische Voraussetzungen
Ihre Website muss indexiert sein. Content, der nicht in der normalen Suche erscheint, wird auch nicht in Discover gezeigt. Das ist die absolute Grundlage.
Mobile-Optimierung ist Pflicht. Discover ist primär ein mobiles Feature, das Nutzer auf ihren Smartphones sehen. Seiten mit schlechter Mobile-Optimierung werden schlicht nicht berücksichtigt.
AMP ist nicht erforderlich, kann aber helfen. AMP-Seiten laden schneller und bieten bessere Nutzererfahrung – beides positive Signale für den Discover-Algorithmus.
Content-Qualitäten für Discover
Hochwertige Bilder sind unverzichtbar. Discover ist ein visueller Feed, und Artikel ohne attraktive Bilder erscheinen praktisch nie. Die Mindestgröße beträgt 1200 Pixel Breite. Idealerweise haben Sie sowohl Hochformat als auch Querformat verfügbar.
Fesselnde Headlines machen den Unterschied zwischen Klick und Scroll. Der Titel muss neugierig machen, ohne in Clickbait abzurutschen. Google bestraft irreführende Überschriften, die den Content nicht halten können.
Substantieller Content wird bevorzugt. Dünne Artikel mit wenig Mehrwert werden nicht empfohlen, egal wie gut die Headlines sind. Tiefe und Qualität sind entscheidend für Discover-Erfolg.
E-E-A-T-Signale beeinflussen Discover-Empfehlungen spürbar. Expertise, Erfahrung, Autorität und Vertrauenswürdigkeit sind wichtig. Autorenseiten und transparente Quellenangaben helfen, diese Signale zu stärken.
Optimierungsstrategien für Discover
Discover lässt sich nicht so direkt optimieren wie Search. Es gibt keine Keywords, auf die Sie zielen können. Aber bestimmte Maßnahmen erhöhen Ihre Chancen deutlich.
Bilder strategisch einsetzen
Das Bild ist Ihr wichtigstes Element im Discover-Feed. Es entscheidet, ob Nutzer stoppen oder weiterscrollen. In Sekundenbruchteilen fällt die Entscheidung.
Verwenden Sie originale, hochauflösende Bilder, die Aufmerksamkeit erregen. Gesichter und Menschen generieren nachweislich höheres Engagement als abstrakte Motive. Kontrastreiche, aufmerksamkeitsstarke Motive funktionieren besser als subtile Ästhetik. Das Bild sollte relevant sein und zum Content passen, sonst enttäuschen Sie Nutzer.
Aktivieren Sie unbedingt den max-image-preview Robots-Meta-Tag:
<meta name="robots" content="max-image-preview:large">
Diese Einstellung erlaubt Google, große Bildvorschauen zu verwenden. Ohne sie werden nur kleine Thumbnails angezeigt, was Ihre Klickrate dramatisch reduziert.
Aktualität und Timing
Discover bevorzugt aktuelle Inhalte deutlich. Artikel, die zu laufenden Trends und Ereignissen passen, haben signifikant höhere Chancen, in den Feed aufgenommen zu werden.
Verknüpfen Sie Evergreen-Content mit aktuellen Aufhängern. Ein Artikel über Geldanlage gewinnt an Discover-Relevanz, wenn er zu Börsenentwicklungen passt. Update-Versionen bestehender Artikel können neue Discover-Wellen auslösen.
Publizieren Sie regelmäßig. Websites mit konsistenter Veröffentlichungs-Frequenz werden häufiger berücksichtigt als sporadische Publisher. Der Algorithmus belohnt Aktivität und Zuverlässigkeit.
Themenabdeckung und Entitäten
Google versteht Themen und Entitäten. Wenn Ihre Website als Autorität für ein bestimmtes Thema gilt, erscheint sie häufiger in Discover-Feeds zu diesem Thema.
Content-Cluster stärken diese thematische Autorität. Je umfassender Sie ein Thema abdecken, desto wahrscheinlicher werden Sie als zuverlässige Quelle empfohlen.
Engagement-Signale
Discover lernt aus Nutzerverhalten. Artikel, die hohe Klickraten, lange Verweildauer und wenig Bounces generieren, werden häufiger empfohlen. Der Algorithmus optimiert für Nutzerzufriedenheit.
Optimieren Sie für Engagement auf jeder Ebene. Fesselnde Einleitungen motivieren zum Weiterlesen statt zum sofortigen Absprung. Strukturierte Inhalte mit klaren Abschnitten halten Leser bei der Stange. Visuelle Elemente unterstützen den Lesefluss und brechen Textwände auf. Interne Links zu weiterführenden Inhalten erhöhen Seiten pro Sitzung.
Discover in der Search Console
Die Google Search Console zeigt Discover-Performance separat von der normalen Suche. Diese Daten sind Gold für Ihre Optimierung.
Discover-Berichte analysieren
Der Discover-Bericht zeigt Impressionen im Discover-Feed, Klicks und CTR, Top-Seiten nach Performance und die zeitliche Entwicklung. Analysieren Sie, welche Artikel Discover-Traffic generieren. Suchen Sie nach Mustern: Welche Themen, welche Formate, welche Bildtypen funktionieren bei Ihrer Zielgruppe?
Discover-CTR optimieren
Die durchschnittliche Discover-CTR liegt bei 5 bis 10 Prozent. Top-Performer erreichen 15 bis 20 Prozent. Der Unterschied liegt meist am Bild und Titel – beide Elemente verdienen obsessive Aufmerksamkeit.
Testen Sie verschiedene Ansätze. Fragen als Headlines erzeugen Neugier. Zahlen und Listen signalisieren konkreten Nutzen. Emotionale Trigger aktivieren Interesse. Aktualitätsbezüge schaffen Relevanz im Moment.
A/B-Tests sind schwierig, da Discover unvorhersehbar ist. Aber Muster über Zeit werden erkennbar, wenn Sie genug Content produzieren und auswerten.
Web Stories für Discover
Google Web Stories sind ein eigenes Discover-Format mit eigenem Karussell im Feed. Diese vertikalen, visuellen Stories ähneln Instagram Stories und erscheinen prominent.
Web Stories erstellen
Web Stories sind AMP-basierte, vertikale Slideshows. Sie kombinieren Bilder, kurze Texte und Videos zu einem immersiven Erlebnis, das Nutzer durchtippen.
WordPress bietet Plugins für einfache Erstellung. Für andere CMS gibt es Tools und Templates. Der technische Aufwand ist überschaubar, wenn man die Grundlagen einmal verstanden hat.
Best Practices für Web Stories
Eine Web Story sollte 5 bis 15 Seiten umfassen. Jede Seite braucht einen klaren Fokus, der sofort erfassbar ist. Hochformatige, vollflächige Bilder sind das visuelle Rückgrat. Text sollte minimal und gut lesbar sein, nicht mehr als wenige Worte pro Seite. Am Ende gehört ein Call-to-Action zur Website.
Web Stories erscheinen in einem eigenen Karussell im Discover-Feed. Sie bieten eine zusätzliche Chance auf Sichtbarkeit, die von klassischen Artikeln unabhängig ist.
Traffic-Muster verstehen
Discover-Traffic verhält sich fundamental anders als Search-Traffic. Diese Unterschiede müssen Sie verstehen und in Ihrer Planung berücksichtigen.
Die Volatilität akzeptieren
Discover-Traffic ist extrem volatil. Ein Artikel kann an einem Tag 100.000 Aufrufe generieren und am nächsten Tag null. Das ist normal und kein Zeichen von Problemen.
Planen Sie nicht mit Discover als stabiler Traffic-Quelle. Betrachten Sie ihn als Bonus, nicht als Basis Ihrer Strategie. Search-Traffic ist planbar, Discover-Traffic ist ein Geschenk, wenn es kommt.
Spikes strategisch nutzen
Wenn ein Artikel in Discover explodiert, nutzen Sie den Moment maximal aus. Erfassen Sie E-Mail-Adressen von den vielen Besuchern. Bieten Sie Related Content an, der sie auf der Seite hält. Optimieren Sie Conversion-Pfade für die erhöhte Aufmerksamkeit.
Die Besucher sind da, in Massen. Jetzt müssen Sie sie halten oder konvertieren, bevor der Spike vorbei ist.
Langfristige Muster
Über Monate zeigen sich Muster. Bestimmte Themen performen konsistent besser als andere. Bestimmte Autoren oder Formate werden häufiger empfohlen als andere.
Nutzen Sie diese Erkenntnisse. Produzieren Sie mehr von dem, was funktioniert. Verfeinern Sie Ihren Ansatz basierend auf echten Daten.
Discover und andere Kanäle
Discover existiert nicht isoliert. Es interagiert mit Ihrer gesamten Online-Präsenz und profitiert von anderen Erfolgen.
Search und Discover kombinieren
Content, der in Search rankt, hat bessere Discover-Chancen. Die Autorität, die Sie durch Rankings aufbauen, überträgt sich auf die Discover-Empfehlungen.
Optimieren Sie zuerst für Search. Discover-Erfolg folgt oft automatisch für Websites mit starker Search-Performance. Die Grundlagen sind dieselben.
Social Signals und Discover
Viral gehender Content auf Social Media kann Discover-Sichtbarkeit boosten. Die Signale sind nicht direkt, aber Google sieht erhöhte Aktivität und Engagement rund um bestimmte Inhalte.
Eine koordinierte Promotion neuer Artikel auf Social Channels kann den Discover-Algorithmus triggern. Die erhöhte initiale Aufmerksamkeit signalisiert Relevanz.
Häufige Discover-Fehler
Diese Fehler verhindern Discover-Erfolg zuverlässig.
Clickbait und Irreführung
Übertriebene Headlines, die der Content nicht halten kann, werden bestraft. Google misst, ob Nutzer zufrieden sind. Enttäuschte Nutzer, die sofort abspringen, schaden Ihrer Discover-Reputation nachhaltig.
Vernachlässigte Bilder
Generische Stockfotos, zu kleine Bilder oder komplett fehlende Bilder eliminieren Ihre Discover-Chancen. Investieren Sie in visuelle Qualität, denn das Bild ist das erste und oft einzige, was Nutzer sehen.
Inkonsistente Veröffentlichung
Wochen ohne neuen Content signalisieren Inaktivität. Discover bevorzugt aktive Publisher mit regelmäßigem Output. Ein toter Blog wird nicht plötzlich in Discover aufgenommen.
Discover als Bonus-Kanal
Google Discover bietet enormes Traffic-Potenzial für die richtigen Inhalte. Aber es sollte Ihre SEO-Strategie ergänzen, nicht ersetzen. Die Volatilität macht Discover ungeeignet als alleinige Traffic-Quelle.
Optimieren Sie für Search und Qualität. Nutzen Sie hochwertige Bilder. Publizieren Sie regelmäßig zu Ihren Kernthemen. Discover-Erfolg wird folgen – nicht garantiert, aber wahrscheinlich.
Die Basis für Discover-Sichtbarkeit ist eine technisch saubere Website. Prüfen Sie Ihren Status mit unserem SEO-Analyzer.
Häufig gestellte Fragen
Wie komme ich in Google Discover?
Es gibt keine Anmeldung oder Einreichung. Google wählt automatisch Content aus, der qualitative und technische Kriterien erfüllt. Fokussieren Sie auf hochwertige Bilder, relevante Inhalte und mobile Optimierung. Die Aufnahme erfolgt automatisch, wenn Google Ihren Content als würdig erachtet.
Warum schwankt mein Discover-Traffic so stark?
Das ist normal und kein Zeichen von Problemen. Discover basiert auf Nutzerinteressen, die sich täglich ändern. Aktuelle Ereignisse, Trends und saisonale Faktoren beeinflussen, welcher Content empfohlen wird. Ein Artikel kann heute viral gehen und morgen irrelevant sein.
Kann ich Discover-Traffic vorhersagen?
Nur bedingt. Sie können optimieren, aber nicht garantieren. Bestimmte Themen wie aktuelle Events oder saisonale Inhalte haben höhere Chancen. Aber der Algorithmus bleibt letztlich eine Black Box. Planen Sie mit Search-Traffic als Basis und betrachten Sie Discover als willkommenen Bonus.