Das Wichtigste in Kürze:
- Gute Website-Texte sprechen den Leser direkt an und fokussieren sich auf seinen Nutzen
- Jede Seite braucht ein klares Ziel – der Text führt dorthin
- Einfache Sprache überzeugt mehr als Fachjargon
Der beste Webdesigner der Welt kann Ihnen nicht helfen, wenn Ihre Texte nicht überzeugen. Besucher lesen, bevor sie klicken. Sie lesen Headlines, scannen Absätze, prüfen Argumente. Erst wenn der Text sie überzeugt, werden sie zu Kunden.
Viele Unternehmen investieren tausende Euro in Design und Technik, aber schreiben ihre Texte selbst – zwischen zwei Meetings, ohne klare Strategie. Das Ergebnis sind Websites, die gut aussehen, aber nicht verkaufen. Die Hero Section ist perfekt gestaltet, aber der Text darin sagt nichts.
Was Website-Texte von anderen Texten unterscheidet
Niemand liest Website-Texte von Anfang bis Ende wie ein Buch. Besucher scannen. Sie springen von Überschrift zu Überschrift, von Absatz zu Absatz. Wenn etwas ihre Aufmerksamkeit fängt, lesen sie genauer. Wenn nicht, scrollen sie weiter – oder gehen.
Das bedeutet: Jede Überschrift muss für sich funktionieren. Jeder Absatz muss einen Mehrwert bieten. Jeder Satz muss sein Gewicht rechtfertigen. Fülltext, der nur Platz füllt, ist verschwendete Bildschirmfläche.
Website-Texte haben außerdem immer ein Ziel. Sie wollen, dass der Leser etwas tut: kaufen, anfragen, anmelden, downloaden. Jeder Text führt zu diesem Ziel oder führt davon weg. Neutraler Text existiert nicht.
Die erste Regel: Schreiben Sie für Menschen, nicht für Suchmaschinen
Früher stopften SEO-Texter Keywords in jeden Satz. "Sind Sie auf der Suche nach einem Anwalt in Berlin? Unser Anwalt in Berlin hilft Ihnen als Anwalt in Berlin bei allen rechtlichen Fragen in Berlin."
Diese Zeiten sind vorbei. Google versteht Kontext, Synonyme und natürliche Sprache. Meta-Tags optimieren ist wichtig, aber der Fließtext muss für Menschen geschrieben sein. Wenn sich ein Text unnatürlich liest, schadet das sowohl der Nutzererfahrung als auch dem Ranking.
Schreiben Sie, wie Sie sprechen würden – nur präziser. Lesen Sie Ihre Texte laut vor. Stolpern Sie? Klingen sie gestelzt? Dann überarbeiten Sie sie.
Die Struktur überzeugender Website-Texte
Headlines: Die Türöffner
Die Headline ist das meistgelesene Element jeder Seite. Hier entscheidet sich, ob jemand weiterliest oder weiterklickt. Eine schwache Headline ruiniert auch den besten Folgetext.
Starke Headlines versprechen einen konkreten Nutzen. Sie machen neugierig, ohne zu täuschen. Sie sprechen ein Problem an, das der Leser hat.
| Schwache Headline | Starke Headline |
|---|---|
| Unsere Dienstleistungen | In 30 Tagen zur Traumfigur |
| Über uns | Seit 20 Jahren vertrauen uns 5.000 Kunden |
| Kontakt | Kostenloses Erstgespräch in 24 Stunden |
Der Unterschied: Schwache Headlines beschreiben, was auf der Seite ist. Starke Headlines sagen, was der Leser davon hat.
Der erste Absatz: Interesse vertiefen
Wer die Headline gelesen hat und noch da ist, ist interessiert. Der erste Absatz muss dieses Interesse bestätigen und vertiefen. Hier zeigen Sie, dass Sie das Problem des Lesers verstehen.
Beginnen Sie nicht mit sich selbst. "Wir sind ein führender Anbieter von..." interessiert niemanden. Beginnen Sie mit dem Leser. "Sie kennen das: Die Website ist online, aber die Anfragen bleiben aus."
Sprechen Sie das Schmerzpunkte direkt an. Zeigen Sie, dass Sie verstehen, was den Leser nachts wach hält. Erst dann sind Sie berechtigt, über Ihre Lösung zu sprechen.
Der Hauptteil: Überzeugen durch Substanz
Nach dem Einstieg folgen die Details. Hier erklären Sie, was Sie anbieten, wie es funktioniert und warum es besser ist als Alternativen. Hier liefern Sie Beweise.
Strukturieren Sie mit Zwischenüberschriften. Jeder neue Gedanke bekommt seine eigene Überschrift. So können Scanner gezielt zu den Punkten springen, die sie interessieren.
Nutzen Sie konkrete Zahlen statt vager Aussagen. "Wir haben viel Erfahrung" überzeugt niemanden. "In 15 Jahren haben wir 847 Projekte erfolgreich abgeschlossen" ist greifbar.
Der Call-to-Action: Zum Handeln bewegen
Jede Seite braucht einen klaren Abschluss. Was soll der Leser jetzt tun? Der Call-to-Action macht es unmissverständlich.
Der CTA-Text macht einen Unterschied. "Absenden" ist eine Beschreibung. "Jetzt kostenloses Angebot erhalten" ist ein Versprechen. Beschreiben Sie das Ergebnis, nicht den Prozess.
Platzieren Sie CTAs an logischen Stellen: nach überzeugenden Argumenten, am Seitenende, manchmal auch zwischendurch. Der Leser sollte nie suchen müssen, wie er handeln kann.
Die AIDA-Formel für Website-Texte
AIDA steht für Attention, Interest, Desire, Action. Diese Formel aus der klassischen Werbung funktioniert auch im Web.
Attention: Die Headline fängt Aufmerksamkeit. Sie unterbricht den Scrollfluss und zwingt zum Hinschauen.
Interest: Der Einstieg weckt Interesse. Er zeigt, dass hier etwas Relevantes kommt, dass der Leser weiterlesen sollte.
Desire: Der Hauptteil erzeugt Verlangen. Er malt ein Bild davon, wie das Leben des Lesers mit Ihrer Lösung besser wird.
Action: Der CTA fordert zur Handlung auf. Er macht den nächsten Schritt einfach und verlockend.
Texte für verschiedene Seitentypen
Startseite: Der Überblick
Die Startseite ist Ihr Schaufenster. Sie muss in Sekunden klar machen, was Sie anbieten und für wen. Versuchen Sie nicht, alles zu sagen – verlinken Sie auf Unterseiten für Details.
Fokussieren Sie auf das Wichtigste. Was ist Ihr Kernversprechen? Was unterscheidet Sie? Welche Handlung wünschen Sie sich? Diese drei Punkte, mehr nicht.
Leistungsseiten: Die Details
Hier werden Sie konkret. Was genau bieten Sie an? Wie funktioniert es? Was kostet es? Welche Ergebnisse können Kunden erwarten?
Beantworten Sie alle Fragen, die ein potenzieller Kunde haben könnte. Einwände antizipieren Sie und entkräften sie. FAQ-Abschnitte können helfen, aber integrierte Antworten im Fließtext sind oft eleganter.
Über-uns-Seite: Die Verbindung
Hier geht es um Vertrauen. Wer steckt hinter dem Unternehmen? Welche Werte treiben Sie an? Warum sollte jemand mit Ihnen arbeiten?
Erzählen Sie Ihre Geschichte, aber machen Sie sie relevant für den Leser. "Wir wurden 2010 gegründet, weil der Gründer frustriert war über..." verbindet Ihre Geschichte mit einem Problem, das auch der Leser kennt.
Häufige Fehler und wie Sie sie vermeiden
Zu viel Fachjargon
Ihre Kunden sind keine Experten in Ihrem Fachgebiet. Schreiben Sie so, dass ein Außenstehender alles versteht. Wenn Sie einen Fachbegriff verwenden müssen, erklären Sie ihn.
Der Test: Würde Ihre Mutter den Text verstehen? Wenn nicht, vereinfachen Sie ihn.
Zu lange Sätze
Im Web funktionieren kurze Sätze besser. Ein Gedanke pro Satz. Punkt. Absatz.
Das bedeutet nicht, dass alle Sätze gleich lang sein sollen. Variation hält den Lesefluss interessant. Aber wenn ein Satz über drei Zeilen geht, ist er zu lang.
Zu wenig "Sie", zu viel "Wir"
Jeder Satz, der mit "Wir" beginnt, sollte hinterfragt werden. Kann er umformuliert werden, um den Leser in den Mittelpunkt zu stellen?
"Wir bieten maßgeschneiderte Lösungen" wird zu "Sie erhalten eine Lösung, die genau zu Ihren Anforderungen passt." Der Inhalt ist derselbe, aber der Fokus verschiebt sich zum Leser.
Der Schreibprozess: Vom leeren Dokument zum fertigen Text
Gute Texte entstehen nicht beim ersten Entwurf. Sie entstehen beim Überarbeiten.
Schreiben Sie den ersten Entwurf schnell. Kritisieren Sie nicht, löschen Sie nicht, perfektionieren Sie nicht. Bringen Sie alle Gedanken auf Papier.
Dann überarbeiten Sie. Streichen Sie alles, was nicht zum Ziel führt. Kürzen Sie lange Sätze. Ersetzen Sie schwache Verben durch starke. Prüfen Sie jede Überschrift.
Lassen Sie den Text ruhen. Mit frischem Blick sehen Sie Probleme, die Sie beim Schreiben übersehen haben.
Lesen Sie laut vor. Der Mund stolpert über das, was das Auge übersieht.
Website-Texte und SEO verbinden
Gute Website-Texte sind auch gute SEO-Texte. Wenn Sie für Menschen schreiben, die nach Lösungen suchen, verwenden Sie automatisch die Begriffe, nach denen sie suchen.
Platzieren Sie Ihr Hauptkeyword in der Headline und im ersten Absatz. Das ist keine SEO-Trickserei, sondern logisch: Wenn Sie über Steuerberatung in Hamburg schreiben, gehören diese Worte prominent an den Anfang.
Verwandte Begriffe verteilen sich natürlich im Text. Wenn Sie über Conversion-Optimierung schreiben, fallen Begriffe wie Conversion Rate, A/B-Testing und Landing Pages automatisch.
Prüfen Sie Ihre bestehenden Texte mit unserem SEO-Analyzer und identifizieren Sie Optimierungspotenziale für Content und technische SEO.
Häufig gestellte Fragen
Wie lang sollten Website-Texte sein?
So lang wie nötig, so kurz wie möglich. Eine Leistungsseite für ein komplexes B2B-Produkt braucht mehr Text als eine einfache Kontaktseite. Entscheidend ist, dass jeder Satz Mehrwert bietet. Kein Fülltext, egal wie lang die Seite ist.
Sollte ich einen professionellen Texter engagieren?
Wenn Sie nicht gerne schreiben oder keine Zeit haben, ja. Gute Texter kosten 100-500€ pro Seite, sparen aber Zeit und liefern bessere Ergebnisse. Für wichtige Seiten wie die Startseite lohnt sich die Investition fast immer.
Wie oft sollte ich meine Texte aktualisieren?
Prüfen Sie mindestens jährlich. Sind die Informationen noch aktuell? Stimmen die Zahlen noch? Haben sich Ihre Angebote geändert? Veraltete Texte schaden dem Vertrauen und können SEO-Probleme verursachen.