Das Wichtigste in Kürze:
- Eine XML-Sitemap hilft Suchmaschinen, alle wichtigen Seiten Ihrer Website zu finden
- Nur indexierbare Seiten mit Statuscode 200 gehören in die Sitemap
- Die Einreichung über die Google Search Console beschleunigt die Indexierung neuer Inhalte
Stellen Sie sich Ihre Website als riesiges Kaufhaus vor. Ohne Wegweiser irren Besucher umher und finden vielleicht nie die Abteilung, die sie suchen. Eine XML-Sitemap ist genau so ein Wegweiser – nur für Suchmaschinen-Crawler statt für Menschen.
Google findet die meisten Seiten durch Links. Doch was ist mit neuen Seiten ohne eingehende Verlinkungen? Oder mit Inhalten tief in der Website-Struktur? Hier kommt die XML-Sitemap ins Spiel: Sie listet alle wichtigen URLs und sagt Suchmaschinen exakt, wo sie suchen sollen.
Was eine XML-Sitemap wirklich bewirkt
Eine XML-Sitemap ist eine strukturierte Datei im XML-Format, die alle URLs auflistet, die Suchmaschinen indexieren sollen. Sie enthält optionale Metadaten wie das letzte Änderungsdatum, die Änderungshäufigkeit und die relative Priorität einer Seite.
Die Sitemap garantiert keine Indexierung. Google entscheidet weiterhin selbstständig, welche Seiten aufgenommen werden. Aber sie stellt sicher, dass der Crawler alle Seiten überhaupt findet – besonders bei großen Websites mit tausenden von Unterseiten macht das einen erheblichen Unterschied.
Wann ist eine Sitemap besonders wichtig? Bei neuen Websites ohne viele Backlinks fehlen externe Signale, die Google zu Ihren Seiten führen. Bei sehr großen Websites mit komplexer Struktur kann der Crawler ohne Hilfe Bereiche übersehen. Nach einem Website-Relaunch hilft die Sitemap, die neue Struktur schnell zu kommunizieren.
Die Anatomie einer XML-Sitemap
Eine Sitemap folgt einem standardisierten Format. Das Grundgerüst sieht so aus:
<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<urlset xmlns="http://www.sitemaps.org/schemas/sitemap/0.9">
<url>
<loc>https://www.example.com/seite</loc>
<lastmod>2026-01-02</lastmod>
<changefreq>weekly</changefreq>
<priority>0.8</priority>
</url>
</urlset>
Das loc-Element ist Pflicht und enthält die vollständige URL. Alle anderen Elemente sind optional. lastmod zeigt das Datum der letzten Änderung – Google nutzt diese Information, um zu entscheiden, ob ein erneuter Crawl nötig ist. Die changefreq signalisiert, wie oft sich eine Seite typischerweise ändert. Das priority-Element gibt die relative Wichtigkeit innerhalb Ihrer Website an, wobei 1.0 die höchste und 0.0 die niedrigste Priorität bedeutet.
| Element | Erforderlich | Funktion |
|---|---|---|
| loc | Ja | Vollständige URL der Seite |
| lastmod | Nein | Datum der letzten Änderung |
| changefreq | Nein | Erwartete Änderungshäufigkeit |
| priority | Nein | Relative Priorität (0.0-1.0) |
Welche Seiten gehören in die Sitemap
Die goldene Regel lautet: Nur Seiten, die indexiert werden sollen und können. Das klingt simpel, wird aber oft falsch gemacht.
Seiten mit Statuscode 200, die über ein selbstreferenzierendes Canonical-Tag verfügen und nicht per noindex blockiert sind, gehören definitiv hinein. Ihre wichtigsten Landingpages, Produktseiten, Blogartikel und Kategorieseiten bilden den Kern der Sitemap.
Was nicht hineingehört, ist genauso wichtig. Seiten mit noindex-Tag, URL-Varianten mit Parametern, paginierte Seiten ab Seite 2, Suchergebnisseiten und Duplikate dürfen nicht in der Sitemap auftauchen. Auch 404-Fehlerseiten oder Weiterleitungen haben dort nichts verloren.
Ein häufiger Fehler: Die Sitemap wird automatisch generiert und enthält alles, was das CMS kennt. Das führt zu aufgeblähten Sitemaps mit irrelevanten URLs. Google muss dann selbst herausfinden, was wichtig ist – und verschwendet Crawl-Budget.
Sitemap-Typen für verschiedene Inhalte
Neben der klassischen URL-Sitemap gibt es spezialisierte Formate für unterschiedliche Medientypen.
Die Bild-Sitemap ergänzt URLs um Informationen zu eingebetteten Bildern. Das ist relevant für Websites, die über die Google-Bildersuche Traffic generieren möchten. Jedes Bild erhält einen eigenen Eintrag mit Titel, Beschreibung und Lizenzinformationen.
Video-Sitemaps funktionieren ähnlich und sind für Websites mit Videoinhalten essentiell. Hier geben Sie Thumbnail, Titel, Beschreibung und Dauer an. Google nutzt diese Daten für die Videosuche und Video-Rich-Snippets.
News-Sitemaps sind speziell für Nachrichtenwebsites gedacht. Sie enthalten Artikel der letzten 48 Stunden mit Publikationsdatum und Schlüsselwörtern. Nur für Google News zugelassene Websites sollten dieses Format nutzen.
Sitemap richtig erstellen
Automatische Generierung durch CMS
Die meisten Content-Management-Systeme generieren Sitemaps automatisch. WordPress nutzt seit Version 5.5 eine eingebaute Sitemap unter /wp-sitemap.xml. Plugins wie Yoast SEO oder Rank Math bieten erweiterte Kontrolle über enthaltene Inhalte.
Der Vorteil automatischer Generierung: Neue Seiten werden sofort aufgenommen, gelöschte Seiten verschwinden. Der Nachteil: Sie haben weniger Kontrolle und müssen die Standardeinstellungen prüfen.
Manuelle Erstellung
Für statische Websites oder maximale Kontrolle erstellen Sie die Sitemap manuell. Ein einfacher Texteditor reicht. Achten Sie auf korrektes XML-Format und UTF-8-Encoding.
Bei größeren Websites helfen Tools wie Screaming Frog oder Sitebulb. Diese Crawler durchsuchen Ihre Website und exportieren eine fertige Sitemap. Das hat den Vorteil, dass nur erreichbare Seiten aufgenommen werden.
Sitemap-Index für große Websites
Eine einzelne Sitemap darf maximal 50.000 URLs oder 50 MB umfassen. Größere Websites nutzen einen Sitemap-Index, der auf mehrere Einzel-Sitemaps verweist.
<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<sitemapindex xmlns="http://www.sitemaps.org/schemas/sitemap/0.9">
<sitemap>
<loc>https://www.example.com/sitemap-produkte.xml</loc>
</sitemap>
<sitemap>
<loc>https://www.example.com/sitemap-blog.xml</loc>
</sitemap>
</sitemapindex>
Diese Aufteilung verbessert auch die Übersicht. Separate Sitemaps für Blog, Produkte und Kategorien zeigen in der Google Search Console, welche Bereiche Indexierungsprobleme haben.
Bei Google einreichen
Die Sitemap bei Google anzumelden beschleunigt das Crawling erheblich. Öffnen Sie die Google Search Console, navigieren Sie zu "Sitemaps" und geben Sie die URL Ihrer Sitemap ein.
Nach dem Absenden sehen Sie den Status. "Erfolgreich" bedeutet, dass Google die Sitemap lesen konnte. Die Anzahl erkannter URLs zeigt, wie viele Seiten Google gefunden hat. Der Indexierungsstatus zeigt, wie viele davon tatsächlich im Index sind.
Diskrepanzen zwischen eingereichten und indexierten URLs sind normal. Google indexiert nicht automatisch alles. Große Unterschiede deuten aber auf Probleme hin: Duplicate Content, schwache Inhalte oder technische Blockaden.
Häufige Fehler und wie Sie sie vermeiden
Nicht-kanonische URLs in der Sitemap sind der häufigste Fehler. Wenn eine Seite ein Canonical auf eine andere URL hat, gehört nur die kanonische Version in die Sitemap. Sonst senden Sie widersprüchliche Signale.
Veraltete URLs bleiben oft in automatisch generierten Sitemaps. Nach dem Löschen einer Seite sollte sie auch aus der Sitemap verschwinden. Prüfen Sie regelmäßig, ob alle URLs Statuscode 200 zurückgeben.
Falsche lastmod-Angaben untergraben das Vertrauen von Google. Wenn Sie bei jedem Build-Vorgang alle Datumsangaben aktualisieren, obwohl sich der Inhalt nicht geändert hat, ignoriert Google diese Information irgendwann komplett.
Zu große Sitemaps mit irrelevanten URLs verschwenden Crawl-Budget. Jede URL, die Google crawlt und als unwichtig einstuft, ist eine verpasste Gelegenheit für wichtigere Seiten.
Sitemap und robots.txt verbinden
Die robots.txt-Datei kann auf Ihre Sitemap verweisen. Fügen Sie am Ende der Datei diese Zeile hinzu:
Sitemap: https://www.example.com/sitemap.xml
Das hat zwei Vorteile: Suchmaschinen finden die Sitemap automatisch, ohne dass Sie sie manuell einreichen müssen. Und Sie haben einen zentralen Ort, an dem die Sitemap-Location dokumentiert ist.
Regelmäßige Wartung
Eine Sitemap ist kein einmaliges Projekt. Sie braucht kontinuierliche Pflege.
Prüfen Sie monatlich den Indexierungsstatus in der Search Console. Vergleichen Sie eingereichte und indexierte URLs. Untersuchen Sie Seiten, die trotz Sitemap-Eintrag nicht indexiert werden.
Nach größeren Website-Änderungen – neue Bereiche, geänderte URL-Strukturen, Redesigns – aktualisieren Sie die Sitemap und reichen Sie sie erneut ein. Das signalisiert Google, dass sich etwas Wichtiges geändert hat.
Nutzen Sie unseren SEO-Analyzer, um technische Probleme Ihrer Website zu identifizieren, die auch Ihre Sitemap-Effektivität beeinträchtigen könnten.
Häufig gestellte Fragen
Braucht jede Website eine XML-Sitemap?
Kleine Websites mit weniger als 100 Seiten und guter interner Verlinkung kommen oft ohne Sitemap aus. Google findet alle Seiten durch Links. Schaden kann eine Sitemap aber nie – der Aufwand ist minimal und sie bietet wertvolle Einblicke in die Search Console.
Wie oft sollte ich die Sitemap aktualisieren?
Bei dynamischen Websites mit häufig neuen Inhalten sollte die Sitemap automatisch aktualisiert werden. Bei statischen Websites reicht eine Aktualisierung nach inhaltlichen Änderungen. Das lastmod-Datum sollte nur geändert werden, wenn sich der Inhalt tatsächlich verändert hat.
Kann eine fehlerhafte Sitemap meinen Rankings schaden?
Eine fehlerhafte Sitemap führt nicht direkt zu Ranking-Verlusten. Google ignoriert ungültige Einträge einfach. Aber Sie verschenken Potenzial: Seiten werden langsamer indexiert, und Sie verpassen wertvolle Diagnosemöglichkeiten in der Search Console.