Das Wichtigste in Kürze:
- Eine Landing Page hat nur ein Ziel – jedes Element muss diesem Ziel dienen
- Die Überschrift entscheidet in Sekunden, ob Besucher bleiben oder gehen
- Vertrauen durch Social Proof und klare Nutzenversprechen erhöht Conversions messbar
Ein Besucher klickt auf Ihre Anzeige. Die Erwartung ist hoch, das Budget wurde investiert. Doch statt einer fokussierten Seite landet er auf einem Labyrinth aus Menüs, Ablenkungen und unklaren Botschaften. Er klickt zurück. Die Investition ist verloren.
Landing Pages sind keine normalen Webseiten. Sie sind spezialisierte Werkzeuge mit einem einzigen Zweck: Besucher zu einer bestimmten Aktion zu bewegen. Jedes überflüssige Element, jede Ablenkung vom Hauptziel kostet Sie Conversions – und damit bares Geld.
Was eine Landing Page von einer normalen Seite unterscheidet
Eine Homepage bedient viele Zielgruppen mit unterschiedlichen Absichten. Sie bietet Navigation, Übersichten, verschiedene Einstiegspunkte. Das ist ihre Aufgabe. Eine Landing Page hingegen hat einen Tunnel-Blick: Ein Ziel, eine Handlung, eine Botschaft.
Diese Fokussierung macht den Unterschied. Während Ihre Homepage vielleicht 2-3% Conversion Rate erreicht, können optimierte Landing Pages 20-30% erzielen. Der Grund ist simpel: Weniger Ablenkung bedeutet mehr Klarheit. Mehr Klarheit führt zu mehr Handlungen.
Der Besucher einer Landing Page hat bereits Interesse signalisiert – durch einen Klick auf eine Anzeige, einen Link in einer E-Mail oder einen Social-Media-Post. Er ist vorqualifiziert und erwartet genau das, was ihm versprochen wurde. Ihre Aufgabe ist es, dieses Versprechen einzulösen.
Der Above-the-Fold-Bereich entscheidet
Die ersten Sekunden sind kritisch. Was Besucher sehen, ohne zu scrollen, bestimmt, ob sie bleiben. Dieser Bereich – der sogenannte Above-the-Fold-Bereich – muss drei Fragen sofort beantworten: Was wird angeboten? Warum ist es relevant für mich? Was soll ich tun?
Die Hero Section verdient besondere Aufmerksamkeit. Hier platzieren Sie Ihre stärkste Überschrift, Ihr überzeugenstes Argument und Ihren primären Call-to-Action. Kein Element weiter unten auf der Seite hat die gleiche Aufmerksamkeit wie dieser erste Bildschirm.
Ein häufiger Fehler ist, zu viel in diesen Bereich zu packen. Weniger ist mehr. Eine klare Überschrift, ein unterstützender Satz, ein Button. Das reicht. Zusätzliche Informationen gehören weiter unten, für die Besucher, die mehr erfahren möchten.
Überschriften, die Aufmerksamkeit fesseln
Die Überschrift ist das wichtigste Element Ihrer Landing Page. Sie ist oft der einzige Text, den jeder Besucher liest. Wenn sie nicht überzeugt, verlieren Sie den Besucher – egal wie gut der Rest der Seite ist.
Effektive Überschriften sprechen den konkreten Nutzen an. Sie versprechen eine Lösung für ein Problem, das der Besucher kennt. Sie sind spezifisch statt vage, konkret statt abstrakt.
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Beachten Sie den Unterschied: Starke Überschriften nennen Zahlen, Zeiträume, konkrete Ergebnisse. Sie machen Versprechen, die überprüfbar sind. Das schafft Glaubwürdigkeit und zieht Aufmerksamkeit an.
Texte, die überzeugen statt informieren
Der Text auf einer Landing Page hat nicht die Aufgabe zu informieren. Er muss überzeugen. Das ist ein fundamentaler Unterschied, den viele übersehen.
Starten Sie mit dem Problem des Besuchers, nicht mit Ihrem Produkt. Zeigen Sie, dass Sie verstehen, was ihn nachts wach hält, was ihn frustriert, was er sich wünscht. Erst wenn er sich verstanden fühlt, ist er offen für Ihre Lösung.
Die Sprache sollte direkt sein. Sprechen Sie den Leser mit "Sie" an. Vermeiden Sie Fachbegriffe, die er möglicherweise nicht versteht. Schreiben Sie kurze Sätze. Jeder Absatz sollte eine Idee transportieren, nicht drei.
Nutzenorientierung ist der Schlüssel. Statt "Unser Tool hat automatische Backups" schreiben Sie "Nie wieder Datenverlust – automatische Sicherung alle 15 Minuten". Der Unterschied: Das eine beschreibt eine Funktion, das andere löst ein Problem. Weitere Tipps zu überzeugendem Website-Texten finden Sie in unserem Leitfaden.
Der Call-to-Action macht den Unterschied
Der Call-to-Action (CTA) ist der Moment der Wahrheit. Hier entscheidet sich, ob der Besucher handelt oder die Seite verlässt. Ein schwacher CTA verschenkt alles, was die Seite bis dahin aufgebaut hat.
Positionierung ist entscheidend. Der primäre CTA gehört in den Above-the-Fold-Bereich. Auf längeren Seiten wiederholen Sie ihn mehrfach – nach überzeugenden Argumenten, am Ende von Abschnitten, ganz unten auf der Seite.
Der Button-Text selbst macht einen größeren Unterschied, als die meisten denken. "Absenden" ist langweilig und sagt nichts über den Nutzen. "Jetzt Angebot erhalten" ist besser. "Mein kostenloses Angebot sichern" ist noch besser, weil es aus der Perspektive des Nutzers formuliert ist.
Farbe und Größe des Buttons spielen ebenfalls eine Rolle. Der CTA sollte visuell hervorstechen – aber nicht schreien. Ein Button, der im Kontrast zum Rest der Seite steht, zieht automatisch Aufmerksamkeit an.
Vertrauen aufbauen mit Social Proof
Menschen orientieren sich an anderen Menschen. Wenn andere Kunden zufrieden sind, erhöht das die Wahrscheinlichkeit, dass neue Besucher ebenfalls vertrauen. Dieser Mechanismus – Social Proof – ist einer der stärksten Hebel für Conversions.
Kundenstimmen sind die offensichtlichste Form. Aber nicht jedes Testimonial ist gleich wirksam. Ein Zitat mit vollem Namen, Foto und Unternehmensbezeichnung überzeugt mehr als anonyme Aussagen. Spezifische Ergebnisse ("Umsatzsteigerung um 34%") überzeugen mehr als vage Lobhudeleien ("Toller Service!").
Logos bekannter Kunden funktionieren ähnlich. Wenn große Unternehmen Ihnen vertrauen, warum sollte es der Besucher nicht tun? Platzieren Sie diese Logos sichtbar, idealerweise im oberen Bereich der Seite.
Zahlen sind mächtig. "Über 10.000 Kunden" oder "4,8 von 5 Sternen bei 500 Bewertungen" – konkrete Zahlen machen Erfolg greifbar und überprüfbar.
Formulare, die nicht abschrecken
Das Formular ist oft die größte Hürde auf einer Landing Page. Jedes zusätzliche Feld, das Sie verlangen, kostet Sie Conversions. Die Frage ist: Welche Informationen brauchen Sie wirklich?
Für einen Newsletter reicht die E-Mail-Adresse. Für einen Erstkontakt vielleicht Name und E-Mail. Telefonnummer, Unternehmensgröße, Budgetrahmen – all das können Sie später erfragen, wenn die Beziehung aufgebaut ist.
Multi-Step-Formulare können helfen, wenn Sie mehr Informationen brauchen. Sie zeigen dem Besucher zunächst nur wenige Felder und erweitern dann schrittweise. Das fühlt sich weniger überwältigend an als ein langes Formular auf einmal.
Platzieren Sie das Formular sichtbar. Auf dem Desktop idealerweise rechts neben dem Haupttext. Auf mobilen Geräten sollte es nach einer kurzen Einleitung erscheinen, nicht erst nach langem Scrollen.
Mobile Optimierung ist keine Option
Mehr als die Hälfte aller Besucher kommt von Mobilgeräten. Eine Landing Page, die auf dem Smartphone nicht funktioniert, verliert die Hälfte ihrer potenziellen Conversions.
Mobile-First-Denken bedeutet: Zuerst für kleine Bildschirme gestalten, dann für größere erweitern. Buttons müssen groß genug zum Tippen sein. Formulare dürfen nicht winzig erscheinen. Text muss ohne Zoomen lesbar sein.
Die Ladezeit ist auf Mobilgeräten noch kritischer. Langsame Seiten werden abgebrochen, bevor sie überhaupt geladen sind. Geschwindigkeitsoptimierung sollte Priorität haben.
Testen und Verbessern
Keine Landing Page ist beim ersten Versuch perfekt. Die besten Ergebnisse entstehen durch systematisches Testen und Verbessern.
A/B-Tests vergleichen zwei Versionen einer Seite. Ändern Sie ein Element – die Überschrift, den CTA-Text, ein Bild – und messen Sie, welche Version besser konvertiert. So sammeln Sie Daten statt auf Bauchgefühl zu setzen.
Heatmaps zeigen, wohin Besucher klicken und wie weit sie scrollen. Sie offenbaren, ob wichtige Elemente übersehen werden oder ob Besucher auf nicht-klickbare Elemente klicken.
Google Analytics liefert die Zahlen: Wie viele Besucher kommen? Wie viele konvertieren? Wo steigen sie aus? Ohne Messung ist Optimierung nur Raten.
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Häufig gestellte Fragen
Wie lang sollte eine Landing Page sein?
Die Länge hängt vom Angebot ab. Für kostenlose Downloads oder Newsletter-Anmeldungen reicht oft eine kurze Seite. Für teure Produkte oder komplexe Dienstleistungen brauchen Besucher mehr Informationen, um zu überzeugen. Testen Sie beide Varianten und lassen Sie die Daten entscheiden.
Sollte eine Landing Page Navigation haben?
In den meisten Fällen nein. Navigation bietet Auswege und reduziert die Fokussierung. Eine Ausnahme sind Marken-Landing-Pages, bei denen Besucher die Möglichkeit haben sollten, mehr über das Unternehmen zu erfahren, bevor sie konvertieren.
Wie viele Landing Pages brauche ich?
Eine für jede Kampagne oder Zielgruppe. Wenn Sie Anzeigen für verschiedene Keywords schalten, sollte jede Anzeige auf eine passende Landing Page führen. Die Botschaft der Anzeige muss sich auf der Seite wiederfinden – sonst fühlt sich der Besucher getäuscht.