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Webdesign

Website mit KI erstellen: was geht und was nicht

Website mit KI erstellen: wo die Werkzeuge tatsächlich Zeit sparen, woran sie in der Praxis scheitern und was ein Betrieb danach noch selbst tun muss.

21. August 20269 Min.
Website mit KI erstellen: was geht und was nicht

Das Wichtigste in Kürze:

  • KI baut in Minuten ein Gerüst, das aussieht wie eine Website, und genau das ist die Falle
  • Was fehlt, ist nie das Design, sondern das Wissen über Ihren Betrieb und Ihre Kunden
  • Als Werkzeug im Entwurf sinnvoll, als fertige Seite bisher selten tragfähig

Sie geben in ein Werkzeug ein, dass Sie einen Sanitärbetrieb in Pforzheim führen, und bekommen zwei Minuten später eine vollständige Website: Startseite, Leistungen, Kontakt, Bilder, Texte. Alles sitzt, nichts ist schief. Der erste Eindruck ist verblüffend.

Der zweite kommt beim Lesen. Die Texte könnten von jedem Sanitärbetrieb in Deutschland stammen, weil sie genau das sind: der Durchschnitt aller Sanitärbetriebe. Wer eine Website mit KI erstellen will, bekommt in kurzer Zeit sehr weit, und bleibt dann an einer Stelle stehen, die sich mit mehr Eingaben nicht lösen lässt. Hier steht, wo diese Stelle liegt.

Was KI beim Erstellen einer Website heute wirklich abnimmt

Drei Dinge, und sie sind nicht wenig.

Das Erste ist die leere Seite. Ein Gerüst aus Startseite, Leistungsübersicht und Kontaktseite mit sinnvoller Reihenfolge entsteht in Minuten. Für jemanden, der nicht weiß, welche Seiten ein Betrieb überhaupt braucht, ist das ein echter Vorsprung.

Das Zweite ist der Rohtext. Ein erster Entwurf, der Struktur hat und über den man reden kann, ist deutlich schneller da als vor dem leeren Dokument. Als Ausgangspunkt zum Überarbeiten funktioniert das gut.

Das Dritte ist die Technik im Hintergrund. Die Werkzeuge liefern mobile Darstellung, Verschlüsselung und ordentliche Ladezeiten mit, ohne dass Sie sich darum kümmern. Das ist derselbe Vorteil, den ein Baukasten bietet, und aus demselben Grund: Es ist standardisiert.

Woran eine mit KI erstellte Website in der Praxis scheitert

Die Grenze verläuft nicht dort, wo die meisten sie vermuten. Sie liegt nicht beim Design, das ist heute meist ordentlich. Sie liegt beim Wissen.

Ein Sprachmodell kennt Ihren Betrieb nicht. Es weiß nicht, dass Sie als Einziger im Umkreis Altbauleitungen ohne Aufstemmen sanieren, dass Ihre Kunden zu drei Vierteln über Empfehlungen kommen, oder dass die häufigste Frage am Telefon die nach dem Notdienst am Wochenende ist. Genau diese Dinge sind es, die eine Website von einer Broschüre unterscheiden.

Dazu kommt die Auffindbarkeit. Eine erzeugte Seite trägt Titel und Beschreibungstexte, die plausibel klingen, aber nicht auf dem beruhen, wonach Ihre Kunden tatsächlich suchen. Der Unterschied zwischen „Ihr Partner für Sanitärtechnik" und „Rohrbruch Notdienst Pforzheim" ist der Unterschied zwischen gefunden werden und nicht.

Und schließlich die Prüfbarkeit. Ein Modell erfindet Angaben, wenn ihm welche fehlen: Gründungsjahre, Mitarbeiterzahlen, Zertifikate. Das liest sich gut und ist rechtlich heikel, weil Werbung mit Unwahrem angreifbar ist. Jede Zahl auf einer erzeugten Seite gehört einzeln geprüft.

Warum KI-Texte oft gleich klingen, und was das für Google bedeutet

Sprachmodelle erzeugen das Wahrscheinliche. Bei „Leistungen eines Elektrikers" ist das Wahrscheinlichste, was auf tausenden Elektriker-Seiten steht. Das Ergebnis ist nicht falsch, es ist austauschbar.

Google bewertet nicht, womit ein Text erzeugt wurde, sondern ob er etwas beiträgt. Eine Seite, die nichts sagt, was nicht schon auf hundert anderen steht, hat keinen Grund, vor diesen hundert zu stehen. Das ist keine Strafe, sondern schlichte Rangfolge. Was dabei tatsächlich zum Problem wird und was nicht, haben wir in KI-Content und Google-Abstrafungen auseinandergenommen.

Hinzu kommt eine neue Ebene: Immer mehr Menschen fragen ChatGPT oder Perplexity statt Google. Auch dort werden Seiten zitiert, und zwar bevorzugt solche mit konkreten, überprüfbaren Angaben. Wie man dafür aufbereitet, steht in unserem Beitrag zur Optimierung für ChatGPT und Perplexity.

Wie Sie KI beim Website-Erstellen sinnvoll einsetzen

Der Nutzen liegt im Entwurf, nicht im Ergebnis. Drei Anwendungen tragen in der Praxis.

Lassen Sie sich Struktur vorschlagen, nicht Inhalt. „Welche Seiten braucht ein Dachdeckerbetrieb mit Schwerpunkt Flachdachsanierung?" ist eine gute Frage. „Schreib mir die Leistungsseite" ist eine schlechte, weil die Antwort nur enthalten kann, was ohnehin überall steht.

Nutzen Sie es als Gegenleser. Ihren eigenen Text hineingeben und fragen, welche Frage ein Kunde danach noch hat, bringt oft mehr als jeder erzeugte Absatz. Die Lücken, die dabei auffallen, sind echte Lücken.

Und lassen Sie sich die stumpfe Arbeit abnehmen: Beschreibungstexte in Länge bringen, Alternativtexte für Bilder vorschlagen, eine Rohfassung in Sie-Form umstellen. Weitere Werkzeuge, die sich dafür bewährt haben, haben wir in KI-Werkzeuge für SEO zusammengetragen.

Welche Aufgabe sich für KI eignet und welche nicht

Die Trennlinie verläuft dort, wo Wissen über Ihren Betrieb nötig wird. Alles links davon geht gut, alles rechts davon geht schief.

Aufgabemit KIGrund
Seitenstruktur vorschlagengutStandardwissen über Branchen
Rohfassung eines TextesbrauchbarAusgangspunkt zum Überarbeiten
Beschreibungstexte kürzengutreine Formarbeit
Alternativtexte für Bildergutbeschreibt, was zu sehen ist
Leistungstext mit Alleinstellungschlechtkennt Ihren Betrieb nicht
Preise, Zahlen, Zertifikategefährlicherfindet Plausibles
RechtstexteungeeignetHaftung liegt bei Ihnen

Die letzten drei Zeilen sind der Grund, warum eine erzeugte Seite nie ungeprüft online gehen sollte. Ein Modell schreibt „seit über 25 Jahren im Familienbesitz" nicht aus Bosheit, sondern weil der Satz in diesem Zusammenhang wahrscheinlich ist.

Wie das Erstellen einer Website mit KI in der Praxis abläuft

Wer die Werkzeuge sinnvoll einsetzt, dreht die übliche Reihenfolge um: erst sammeln, dann erzeugen lassen, dann prüfen.

Zuerst tragen Sie zusammen, was nur Sie wissen. Die zehn häufigsten Fragen am Telefon, drei abgeschlossene Projekte mit Ort und Umfang, Ihre Preisspannen, das Einzugsgebiet, die Leistungen, mit denen Sie tatsächlich Geld verdienen. Eine halbe Stunde Notizen genügt.

Dann geben Sie dieses Material hinein und lassen daraus eine Struktur und Rohtexte entstehen. Der Unterschied zum leeren Prompt ist gewaltig: Das Modell formuliert jetzt Ihre Inhalte, statt den Durchschnitt Ihrer Branche zu wiederholen.

Anschließend prüfen Sie jede Zahl und jede Behauptung einzeln, streichen alles, was ein Wettbewerber wortgleich übernehmen könnte, und ergänzen die Stellen, an denen der Text allgemein bleibt. Am Ende steht ein Entwurf, der ungefähr dort liegt, wo sonst die zweite Runde mit einem Texter endet. Wie es von da weitergeht, steht im Beitrag dazu, wie Sie eine Website erstellen lassen.

Was nach der mit KI erstellten Website noch zu tun bleibt

Wenn Sie den Weg gehen, planen Sie die Nacharbeit von Anfang an ein. Sie ist der Teil, der über das Ergebnis entscheidet.

Jeder Text braucht mindestens einen Durchgang, in dem Sie Konkretes einsetzen: Ihre Orte, Ihre Fälle, Ihre Preise, Ihre Fristen. Jede Zahl braucht eine Prüfung. Die Rechtstexte gehören ohnehin nicht in ein Sprachmodell, sondern zu jemandem, der dafür haftet.

Und dann bleibt die Frage, ob die Seite technisch überhaupt tragfähig ist. Erzeugte Seiten sehen in der Vorschau gut aus und haben trotzdem oft dieselben Lücken wie jede andere schnell gebaute Seite: fehlende Seitentitel, kein Vorschaubild, keine maschinenlesbaren Unternehmensdaten. Der kostenlose Website-Check prüft dreißig solcher Punkte in etwa zehn Sekunden und sagt Ihnen, wo die erzeugte Fassung steht.

Ob sich der Weg für Ihren Betrieb lohnt, ist am Ende dieselbe Abwägung wie bei jedem Baukasten, und die haben wir unter Website selber machen oder machen lassen durchgespielt.

Die Nacharbeit als Liste

Fünf Durchgänge, und die Seite ist von einer erzeugten Fassung zu einer brauchbaren geworden.

  1. Jede Zahl, jedes Datum, jede Auszeichnung gegen die Wirklichkeit prüfen
  2. Jeden Absatz streichen, den ein Wettbewerber wortgleich übernehmen könnte
  3. Ortsnamen, Einzugsgebiet und Leistungen konkret einsetzen
  4. Eigene Fotos gegen die mitgelieferten Bilder tauschen
  5. Impressum und Datenschutzerklärung fachlich erstellen lassen

Der zweite Punkt ist der unangenehmste, weil er oft die Hälfte des Textes trifft. Genau diese Hälfte ist aber der Grund, warum die erzeugte Seite sonst nicht gefunden wird.

Was bei einer mit KI erstellten Website rechtlich zu bedenken ist

Drei Punkte tauchen regelmäßig auf. Das hier ist keine Rechtsberatung, sondern die Aufzählung der Stellen, an denen wir in der Praxis Probleme sehen.

Der erste sind erfundene Angaben. Werbung mit Unwahrem ist angreifbar, und ein Gründungsjahr oder eine Mitarbeiterzahl, die das Modell ergänzt hat, ist genau das. Prüfen heißt hier: gegen echte Unterlagen abgleichen, nicht gegen das eigene Bauchgefühl.

Der zweite sind Bilder. Erzeugte Motive und Bilder aus Werkzeugkatalogen kommen mit sehr unterschiedlichen Nutzungsbedingungen, und wer sie ungeprüft übernimmt, trägt das Risiko. Bei Fotos, auf denen Personen erkennbar sind, kommt deren Einwilligung dazu.

Der dritte sind die Pflichttexte. Impressum und Datenschutzerklärung sind kein Textbaustein, sondern eine Aussage über Ihren Betrieb und die Technik, die Sie einsetzen. Ein Modell weiß nicht, welche Dienste auf Ihrer Seite laden. Diese beiden Seiten gehören zu jemandem, der dafür geradesteht.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich eine Website komplett mit KI erstellen lassen?

Technisch ja, es gibt Werkzeuge, die eine vollständige Seite in wenigen Minuten ausliefern. Brauchbar ist das Ergebnis meist erst nach gründlicher Überarbeitung, weil die Texte austauschbar sind und Angaben zum Betrieb erfunden sein können. Als Entwurf ja, als fertige Seite in der Regel nicht.

Bestraft Google eine mit KI erstellte Website?

Google bewertet den Inhalt, nicht das Werkzeug. Ein hilfreicher Text bleibt hilfreich, auch wenn ein Modell beim Entwurf geholfen hat. Was abrutscht, sind Seiten ohne eigenen Beitrag, und die entstehen bei erzeugten Texten leichter, weil sie den Durchschnitt wiedergeben.

Was kostet eine mit KI erstellte Website im Vergleich?

Die Werkzeuge selbst liegen meist im Bereich üblicher Baukasten-Tarife. Der Unterschied entsteht bei der Nacharbeit: Wer die Texte gründlich überarbeiten lässt, zahlt am Ende oft ähnlich viel wie für eine beauftragte Seite, hat aber ein Gerüst gespart.

Wie lange dauert es, eine Website mit KI zu erstellen?

Das Gerüst steht in Minuten, die brauchbare Seite braucht dieselben Wochen wie jede andere. Gespart wird die Zeit für Struktur und Rohtext, also grob ein bis zwei Wochen. Die Arbeit an Fotos, Zahlen und Abstimmung bleibt vollständig bestehen.

Welche Angaben sollte ich einem KI-Werkzeug über meinen Betrieb geben?

Alles, was nicht vertraulich ist und den Betrieb konkret macht: Leistungen, Einzugsgebiet, typische Kundenfragen, abgeschlossene Projekte, Preisspannen. Je mehr echtes Material Sie hineingeben, desto weniger erfindet das Werkzeug. Kundendaten und Interna gehören nicht hinein.

Erkennen Kunden eine mit KI erstellte Website?

Am Design meist nicht, am Text schon. Sätze, die für jeden Betrieb der Branche gelten könnten, wirken unverbindlich, und genau dieser Eindruck kostet Anfragen. Der schnellste Gegentest: Steht auf der Seite etwas, das ein Wettbewerber nicht wortgleich übernehmen könnte?

Wenn Sie den Entwurf haben und nicht wissen, was daraus wird, sehen wir in einem kurzen Gespräch gemeinsam drauf. Wie Auffindbarkeit dahinter funktioniert, steht im SEO-Leitfaden.

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