Das Wichtigste in Kürze:
- WordPress ist selten der teure Teil, der teure Teil ist die Pflege danach
- Ein Angebot ohne Wartungsvereinbarung verschiebt Arbeit auf Sie, die Sie nicht einplanen
- Für Betriebe, die selbst Inhalte pflegen wollen, ist WordPress oft die richtige Wahl
Zwei Jahre nach dem Start kommt die Mail: Eine Erweiterung wird nicht mehr gepflegt, und mit ihr fällt das Kontaktformular aus. Der Betrieb ruft den Dienstleister an, der sich zuletzt vor achtzehn Monaten gemeldet hat. Es stellt sich heraus, dass niemand für die Aktualisierungen zuständig war, weil davon im Angebot nichts stand.
Das ist der typische Verlauf, wenn man eine WordPress-Website erstellen lässt und den Teil nach dem Start nicht mitbestellt. Nicht weil WordPress schlecht wäre, im Gegenteil: Es ist das verbreitetste System der Welt, und es gibt gute Gründe dafür. Es ist nur ein System, das Betreuung braucht, und dieser Punkt gehört ins Angebot statt in eine spätere Überraschung.
Was es kostet, eine WordPress-Website erstellen zu lassen
Die Preise unterscheiden sich nicht grundsätzlich von anderen Systemen, weil der Aufwand woanders liegt: in Struktur, Texten und Bildern. Was WordPress ändert, ist die laufende Seite der Rechnung.
| Umfang | einmalig | laufend im Monat |
|---|---|---|
| Kleine Firmenseite, 5–8 Seiten, gekauftes Theme | 1.500–3.500 € | 20–50 € |
| Firmenseite mit eigenem Layout, 8–15 Seiten | 3.500–8.000 € | 40–80 € |
| Mit Shop über WooCommerce | ab 6.000 € | 60–150 € |
Die rechte Spalte ist der Unterschied zu einem Baukasten und zu einer statisch gebauten Seite. Sie enthält Hosting, aber vor allem Wartung: Aktualisierungen von Kern und Erweiterungen, Sicherungskopien, gelegentliche Reparaturen nach einem Update. Die vollständige Einordnung aller Kostenblöcke steht im Beitrag dazu, was eine Homepage kostet.
Was in einem WordPress-Angebot oft nicht enthalten ist
Vier Posten fehlen regelmäßig, und alle vier fallen trotzdem an.
Der erste ist die Wartung. WordPress und seine Erweiterungen bekommen laufend Aktualisierungen, und ein Teil davon schließt Sicherheitslücken. Eine ungepflegte Installation ist der häufigste Weg, auf dem kleine Firmenseiten gekapert werden. Wer die Wartung nicht beauftragt, übernimmt sie selbst, ob bewusst oder nicht.
Der zweite sind Lizenzen. Viele Angebote setzen auf gekaufte Themes und Erweiterungen mit Jahreslizenz. Läuft die aus, gibt es keine Aktualisierungen mehr, und irgendwann bricht etwas. Fragen Sie, welche Lizenzen im Spiel sind und wer sie verlängert.
Der dritte sind Sicherungskopien. Nicht jedes Hosting-Paket sichert automatisch, und eine Sicherung, die noch nie zurückgespielt wurde, ist keine. Lassen Sie sich sagen, wie oft gesichert wird und wie der Weg zurück aussieht.
Der vierte ist die Schulung. WordPress ist bedienbar, aber nicht selbsterklärend, besonders wenn ein Seitenbaukasten darübergelegt wurde. Eine halbe Stunde Einweisung mit Aufzeichnung erspart Ihnen im ersten Jahr mehrere Rückfragen. Womit über die Jahre insgesamt zu rechnen ist, steht in den laufenden Kosten einer Website.
Theme, Seitenbaukasten oder eigenes Layout
Hinter dem Wort WordPress stecken drei sehr verschiedene Bauweisen, und sie unterscheiden sich in Preis, Tempo und Wartungsaufwand deutlich. Im Angebot steht das selten so deutlich, wie es sollte.
| Bauweise | Aufwand | Tempo der Seite | Wartung |
|---|---|---|---|
| Gekauftes Theme, wenig angepasst | gering | mittel | Theme-Lizenz nötig |
| Theme plus Seitenbaukasten | mittel | oft langsam | viele Abhängigkeiten |
| Eigenes Layout, schlank gebaut | hoch | gut | wenige Abhängigkeiten |
Die mittlere Zeile ist die verbreitetste und die mit den meisten späteren Beschwerden. Ein Seitenbaukasten wie Elementor oder Divi macht das Bearbeiten bequem und legt dafür eine zusätzliche Schicht über alles. Die Seite lädt mehr, als sie müsste, und ein Wechsel des Baukastens später bedeutet praktisch Neubau.
Für viele Betriebe ist das ein akzeptabler Handel, weil die Bequemlichkeit tatsächlich genutzt wird. Wichtig ist nur, dass Sie ihn bewusst eingehen. Fragen Sie im Angebot nach, welche der drei Zeilen gemeint ist, und lassen Sie sich sagen, was ein späterer Wechsel bedeuten würde.
Wofür WordPress die richtige Wahl ist
Es gibt klare Fälle, in denen wir selbst zu WordPress raten würden, auch wenn wir anders bauen.
Der wichtigste ist die eigene Redaktion. Wenn im Betrieb regelmäßig jemand Beiträge schreibt, Referenzen einpflegt oder Stellenanzeigen aktualisiert, ist ein vollwertiges Redaktionssystem genau das Richtige. Diese Arbeit sollte niemandem eine Rechnung wert sein.
Der zweite ist Erweiterbarkeit mit Standardbausteinen. Terminbuchung, Mitgliederbereich, Veranstaltungskalender, mehrsprachige Inhalte: Für all das gibt es fertige, erprobte Erweiterungen. Ein Sonderweg wäre hier teurer und nicht besser.
Der dritte ist Unabhängigkeit. WordPress gehört keinem einzelnen Anbieter, es läuft bei jedem Hoster, und es gibt viele Menschen, die damit arbeiten können. Wenn Ihr Dienstleister ausfällt, finden Sie Ersatz. Das ist bei Speziallösungen nicht selbstverständlich.
Wann ein anderes System besser trägt als WordPress
Ebenso klar sind die Fälle, in denen die Wartungslast in keinem Verhältnis steht.
Eine kleine Unternehmensseite, an der zweimal im Jahr etwas geändert wird, braucht kein System, das monatlich Aktualisierungen verlangt. Hier ist eine statisch gebaute Seite in der Regel schneller, sicherer und im Betrieb günstiger, weil es keine Erweiterungen gibt, über die jemand einbrechen kann.
Auch beim Tempo gibt es einen Unterschied. WordPress-Seiten mit Seitenbaukasten und einem Dutzend Erweiterungen laden oft spürbar langsamer als nötig, und am Handy entscheidet das über Anfragen. Warum das unmittelbar durchschlägt, steht in unserem Beitrag zur Ladegeschwindigkeit einer Website.
Die ehrliche Zusammenfassung lautet deshalb: Wählen Sie WordPress, wenn jemand die Seite regelmäßig anfasst. Wählen Sie etwas Einfacheres, wenn niemand das vorhat. Beides ist eine legitime Entscheidung, sie sollte nur bewusst fallen und nicht deshalb, weil WordPress das Erste ist, was ein Anbieter anbietet.
Woran Sie ein gutes WordPress-Angebot erkennen
Fünf Punkte trennen ein durchdachtes Angebot von einer schnellen Installation.
- Es nennt, welches Theme oder welcher Aufbau verwendet wird, und ob Lizenzkosten anfallen
- Es beziffert die Wartung als eigene Position mit Häufigkeit und Reaktionszeit
- Es sagt, wie viele Erweiterungen eingesetzt werden und wofür
- Es enthält eine Einweisung, damit Sie Inhalte selbst ändern können
- Es klärt, wem Domain, Hosting-Zugang und Installation nach dem Start gehören
Punkt drei wird oft belächelt und ist der aussagekräftigste. Jede Erweiterung ist Code von jemand anderem, der aktualisiert werden muss. Zwanzig Stück für eine Firmenseite mit sechs Unterseiten sind ein Warnzeichen, fünf bis acht sind normal. Welche Positionen darüber hinaus in ein belastbares Angebot gehören, steht im Beitrag dazu, wie Sie eine Website erstellen lassen.
Was nach dem Start einer WordPress-Website zu tun bleibt
Der Betrieb einer WordPress-Seite hat einen festen Rhythmus, und er ist überschaubar, solange ihn jemand übernimmt.
Monatlich stehen Aktualisierungen an, danach ein kurzer Blick auf Startseite, Formular und eine Unterseite, ob noch alles steht. Vierteljährlich lohnt der Blick auf die Liste der Erweiterungen: Was seit einem Jahr niemand mehr pflegt, gehört ersetzt, bevor es zum Problem wird. Und einmal im Jahr die Frage, ob die Lizenzen noch laufen und die Sicherung tatsächlich funktioniert.
| Rhythmus | was ansteht | Zeitaufwand |
|---|---|---|
| monatlich | Aktualisierungen, danach Sichtprüfung | 20–30 Minuten |
| vierteljährlich | Erweiterungen durchsehen, Ungepflegtes ersetzen | 1 Stunde |
| jährlich | Lizenzen prüfen, Sicherung zurückspielen testen | 2 Stunden |
Ob Sie das selbst machen oder beauftragen, ist eine Frage der Zeit und der Nerven, nicht des Könnens. Wichtig ist nur, dass es entschieden ist. Wie die Auffindbarkeit dahinter funktioniert und was davon systemunabhängig gilt, ordnet der SEO-Leitfaden ein.
Ein Punkt wird dabei fast immer übersehen: die Sichtprüfung nach der Aktualisierung. Updates laufen meist glatt, aber wenn etwas bricht, dann genau dann, und niemand merkt es, solange niemand hinsieht. Ein Formular, das seit drei Wochen keine Mails mehr verschickt, ist der teuerste Schaden, den eine ungepflegte WordPress-Seite anrichten kann, weil er unsichtbar ist. Verschicken Sie sich deshalb nach jedem Wartungslauf selbst eine Testanfrage.
Häufig gestellte Fragen
Was kostet es, eine WordPress-Website erstellen zu lassen?
Für eine kleine Unternehmensseite mit fünf bis acht Seiten liegen die Marktspannen meist zwischen 1.500 und 3.500 Euro, mit eigenem Layout deutlich darüber. Dazu kommen laufend 20 bis 80 Euro im Monat für Hosting und Wartung. Der Erstellungspreis unterscheidet sich kaum von anderen Systemen, die laufenden Kosten schon.
Ist WordPress für eine kleine Firmenwebsite zu viel?
Wenn niemand im Betrieb regelmäßig Inhalte pflegt, oft ja. Ein System, das monatliche Aktualisierungen verlangt, lohnt sich vor allem dann, wenn es auch benutzt wird. Für eine Seite, die zweimal im Jahr angefasst wird, ist eine einfachere Lösung meist günstiger und sicherer.
Wie lange dauert es, eine WordPress-Website erstellen zu lassen?
Dieselben vier bis acht Wochen wie bei jeder kleinen Unternehmensseite. Die Installation ist an einem Tag erledigt, die Zeit geht für Struktur, Texte, Bilder und Abstimmung drauf. Woran es sich im Einzelnen verzögert, steht unter wie lange es dauert, eine Website zu erstellen.
Brauche ich für eine WordPress-Website zwingend einen Wartungsvertrag?
Zwingend nicht, aber jemand muss die Aktualisierungen machen. Ohne Vertrag sind Sie das selbst, mit dem Risiko, dass es im Alltag untergeht. Veraltete Erweiterungen sind der häufigste Einstiegspunkt bei gekaperten Firmenseiten, und die Aufräumarbeit danach kostet ein Vielfaches der Wartung.
Kann ich meine WordPress-Website später zu einem anderen Anbieter mitnehmen?
Ja, das ist einer der Vorteile des Systems. Wichtig sind zwei Dinge: Die Domain muss auf Ihren Namen laufen, und Sie brauchen Zugang zu Hosting und Installation. Sind beide vorhanden, ist ein Anbieterwechsel eine Sache von Tagen statt eines Neubaus.
Wenn Sie ein WordPress-Angebot vorliegen haben und wissen wollen, welche laufenden Kosten darin fehlen, rechnen wir das in einem kurzen Gespräch durch. Wo Ihre bestehende Seite technisch steht, zeigt vorab der kostenlose Website-Check.