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Webdesign

Website erstellen lassen: Ablauf, Angebot, Rechte

Website erstellen lassen ohne Überraschungen: wie ein Projekt abläuft, woran ein belastbares Angebot erkennbar ist und was Sie selbst beisteuern.

21. August 202611 Min.
Website erstellen lassen: Ablauf, Angebot, Rechte

Das Wichtigste in Kürze:

  • Angebote unterscheiden sich weniger im Preis als in dem, was sie nicht erwähnen
  • Der häufigste Grund für ein Projekt, das sich zieht, sind fehlende Texte und Fotos aus dem Betrieb
  • Domain, Zugänge und Nutzungsrechte gehören vor die Unterschrift, nicht hinter den Start

Drei Angebote für dieselbe Aufgabe: 2.900 Euro, 7.400 Euro, und eines, das gar keine Zahl nennt, sondern einen Gesprächstermin vorschlägt. Alle drei sind ernst gemeint. Der Unterschied steckt selten im Können der Anbieter, sondern darin, wie viel sie überhaupt aufgeschrieben haben.

Wer eine Website erstellen lassen will, vergleicht am Anfang deshalb oft das Falsche. Über den späteren Ärger entscheidet nicht die Summe, sondern der Ablauf dahinter: wer was liefert, wann etwas freigegeben wird und wem am Ende was gehört. Hier steht, wie ein solches Projekt in der Praxis läuft und woran Sie unterwegs erkennen, ob es gut läuft.

Was passiert, wenn Sie eine Website erstellen lassen

Ein Projekt hat fünf Abschnitte, und in jedem liegt die Arbeit woanders. Wer das vorher weiß, erkennt früh, ob gerade der Dienstleister oder der eigene Betrieb bremst.

AbschnittArbeit liegt beifertig, wenn
Klärung von Ziel und Umfangbeidendie Seitenstruktur schriftlich steht
Inhalte: Texte, Fotos, Datenüberwiegend Ihnenjede geplante Seite Material hat
Entwurf und Umsetzungdem Dienstleisterdie Seite auf einer Testadresse läuft
Prüfung und KorrekturenbeidenIhre Korrekturen abgearbeitet sind
Start und Übergabedem DienstleisterSie alle Zugänge in der Hand halten

Die zweite Zeile ist die, an der Projekte kippen. Technik lässt sich planen, Inhalte nicht, weil sie aus dem laufenden Betrieb kommen müssen. Ein Dienstleister, der im ersten Gespräch nicht nach Texten und Fotos fragt, hat entweder ein reines Baukastenprojekt im Kopf oder verschiebt das Problem auf später.

Wie sich das im Kalender niederschlägt, zeigt ein typisches Beispiel: ein Elektrobetrieb mit sechs Seiten, Start Anfang März. In Woche eins und zwei steht die Struktur, parallel sammelt der Betrieb Fotos von drei abgeschlossenen Baustellen. Woche drei und vier gehören dem Entwurf, Woche fünf und sechs der Umsetzung, während die Texte entstehen. In Woche sieben liest der Chef alles gegen, in Woche acht geht die Seite live. Acht Wochen, davon liegt die Hälfte der Verantwortung im Betrieb.

Verschiebt sich davon ein Stück, verschiebt sich selten nur dieses Stück. Fehlen in Woche fünf die Fotos, steht die Umsetzung nicht still, aber die Prüfung in Woche sieben findet ohne Bilder statt, und der Betrieb gibt frei, was er noch gar nicht gesehen hat. Genau daraus entstehen die Nachträge, über die später beide Seiten ungehalten sind.

Woran Sie ein belastbares Website-Angebot erkennen

Ein gutes Angebot lässt sich prüfen, ohne dass Sie etwas von Webdesign verstehen. Es benennt die Zahl der Seiten, nicht nur „Ihre neue Website". Es sagt, wer die Texte schreibt. Es trennt einmalige von laufenden Posten. Und es steht dazu, was nicht enthalten ist.

Vergleichen Sie deshalb nicht Summen, sondern Positionen. Wenn hinter 2.900 Euro fünf Seiten ohne Textarbeit stecken und hinter 7.400 Euro zwölf Seiten samt Texten und einem Fototermin, können beide Preise richtig sein. Die vollständige Einordnung der Marktspannen und der versteckten Kostentreiber steht im Beitrag dazu, was eine Homepage kostet.

Drei Dinge sind ein Grund, genauer nachzufragen. Eine Garantie auf Platz 1 bei Google kann seriös niemand geben. Eine monatliche Miete ohne Kaufoption bindet Sie an einen Anbieter, dessen Preis Sie später nicht mehr verhandeln. Und ein Angebot ohne jedes Wort zur Zeit nach dem Start verschweigt genau den Teil, der über Jahre Geld kostet. Ob Suchmaschinenoptimierung überhaupt beauftragt ist, gehört ebenfalls ausdrücklich hinein; was dahintersteckt, ordnet der SEO-Leitfaden ein.

Was in welcher Preisstufe üblicherweise steckt

Die folgende Einordnung ersetzt keinen Kostenvoranschlag, aber sie zeigt, welche Leistung hinter welcher Größenordnung normalerweise steht. Wer ein Angebot bekommt, das für die untere Stufe den Umfang der oberen verspricht, sollte nachfragen, wo gespart wird.

GrößenordnungUmfangTextenach dem Start
unteres EndeVorlage, 3–5 Seitenvon Ihnennichts vereinbart
Mittelfeldeigenes Layout, 5–10 SeitengemeinsamWartung optional
oberes Endeeigene Struktur, Leistungs- und Ortsseitenvom DienstleisterBetreuung enthalten

Was am unteren Ende dieser Tabelle tatsächlich machbar ist und woran dort gespart wird, steht im Beitrag dazu, wie Sie eine Website günstig erstellen lassen.

Ein häufiges Missverständnis betrifft die mittlere Zeile. „Gemeinsam" heißt in der Praxis, dass Sie Rohmaterial liefern und jemand daraus Texte macht. Das ist deutlich weniger Arbeit für Sie als selbst schreiben und deutlich mehr, als gar nichts zu tun. Wer diesen Punkt im Angebot nicht klärt, verhandelt ihn später unter Zeitdruck.

Festpreis oder Abrechnung nach Aufwand

Beide Modelle sind üblich, und beide haben eine Kehrseite. Der Festpreis gibt Ihnen Planungssicherheit und dem Dienstleister einen Anreiz, den Umfang eng zu halten; alles, was nicht im Angebot steht, wird zum Nachtrag. Die Abrechnung nach Aufwand ist ehrlicher gegenüber Änderungen und verlangt von Ihnen Vertrauen sowie einen vereinbarten Deckel.

Für kleine Betriebe ist der Festpreis meist die bessere Wahl, weil er die Kalkulation im eigenen Haus vereinfacht. Wichtig ist dann nur, dass der Umfang wirklich benannt ist. Üblich sind außerdem Zahlungen in zwei oder drei Schritten, etwa bei Auftrag, nach Freigabe des Entwurfs und beim Start. Eine Vollzahlung im Voraus ist nicht branchenüblich.

Die Fragen, die Sie stellen sollten, bevor Sie eine Website erstellen lassen

Ein Erstgespräch dauert eine halbe Stunde und entscheidet mehr als jedes Portfolio. Fünf Fragen genügen, um zu erkennen, mit wem Sie es zu tun haben.

  1. Wer schreibt die Texte, und was brauchen Sie dafür von mir?
  2. Auf welchen Namen läuft die Domain nach dem Start?
  3. Kann ich Texte und Bilder später selbst ändern, ohne Rechnung?
  4. Was passiert, wenn ich in zwei Jahren zu jemand anderem wechsle?
  5. Welche drei Fragen stellen Sie mir jetzt, um den Aufwand zu schätzen?

Die letzte Frage ist die aufschlussreichste. Wer den Preis nennen kann, ohne etwas über Ihren Betrieb zu wissen, verkauft eine Schablone. Wer stattdessen nach Zielgruppe, Wettbewerb und Einzugsgebiet fragt, kalkuliert Ihr Projekt.

Was Sie selbst liefern, wenn Sie eine Website erstellen lassen

Der Anteil, den kein Dienstleister übernehmen kann, ist größer als gedacht. Er besteht aus Wissen über Ihren Betrieb: welche Leistungen sich wirklich verkaufen, was Kunden am Telefon zuerst fragen, welche Projekte vorzeigbar sind.

Konkret brauchen Sie drei Sorten Material. Fotos aus dem eigenen Betrieb, weil Stockbilder das Vertrauen kosten, das sie erzeugen sollen. Belastbare Angaben zu Leistungen, Einzugsgebiet und Erreichbarkeit. Und Rohtexte oder wenigstens Stichpunkte, aus denen jemand Texte machen kann, die zur Anfrage führen; woran das im Einzelnen hängt, steht in unserem Beitrag über Website-Texte, die verkaufen.

Ebenso wichtig ist eine Person im Betrieb, die entscheiden darf. Projekte, in denen jede Freigabe durch drei Hände geht, dauern nicht doppelt so lange, sondern viermal. Wie viel Zeit realistisch zusammenkommt, haben wir unter wie lange es dauert, eine Website zu erstellen, aufgeschlüsselt.

Was ins Briefing gehört, damit Angebote vergleichbar werden

Wer drei Anbieter anschreibt und dreimal etwas anderes beschreibt, bekommt drei unvergleichbare Angebote. Eine Seite Text genügt, um das zu vermeiden. Hinein gehören: was der Betrieb macht und für wen, welches Einzugsgebiet gilt, welche Leistungen eine eigene Seite bekommen sollen, was die Seite auslösen soll (Anruf, Formular, Terminbuchung), ob Fotos vorhanden sind und bis wann die Seite laufen muss.

Der wichtigste Satz in diesem Papier ist der, den die meisten weglassen: was Sie an der jetzigen Situation stört. „Wir werden nur über Empfehlung gefunden" führt zu einem anderen Angebot als „unsere Seite sieht alt aus". Beides sind legitime Ziele, aber sie bedeuten verschiedene Projekte.

Nennen Sie außerdem eine Größenordnung. Anbieter fragen ungern danach, kalkulieren aber ohne diese Angabe entweder am Bedarf vorbei oder gar nicht. Die Sorge, damit Geld zu verschenken, ist unbegründet: Ein Rahmen führt zu einem passenden Vorschlag, seine Abwesenheit zu einem beliebigen.

Agentur, Freelancer oder doch selbst: wer die Website erstellt

Für kleine Betriebe kommen meist zwei Wege infrage. Ein Freelancer ist näher am Kunden, günstiger und in der Regel schneller ansprechbar, fällt aber im Urlaub oder bei Krankheit vollständig aus. Eine Agentur kostet mehr und bringt dafür Vertretung, mehrere Fachrichtungen und eine Erreichbarkeit, die nicht an einer einzelnen Person hängt.

Der dritte Weg ist, die Seite selbst zu bauen, und der ist keine Verlegenheitslösung. Für einen Betrieb, dessen Website eine digitale Visitenkarte bleiben soll, reicht ein Baukasten oft aus. Die Abwägung mit allen Folgekosten haben wir unter Website selber machen oder machen lassen durchgespielt.

Wem die Website am Ende gehört: Rechte, Zugänge, Übergabe

Das ist der Teil, der in Angeboten am seltensten steht, und der teuerste, wenn er fehlt. Klären Sie vor der Beauftragung vier Punkte, am besten schriftlich.

Die Domain gehört auf Ihren Namen registriert, nicht auf den des Dienstleisters. Die Zugänge zu Hosting, Statistik und Google-Unternehmensprofil gehören nach dem Start Ihnen, vollständig und nicht auf Zuruf. Bei gekauften Bildern muss klar sein, wofür die Lizenz gilt, damit ein Foto nicht Jahre später zum Problem wird. Und es braucht eine Antwort auf die Frage, wer Texte ändert und was das kostet.

Rechnen Sie beim letzten Punkt ehrlich. Eine Seite, deren kleinste Änderung eine Rechnung auslöst, wird nicht gepflegt, und eine ungepflegte Seite verliert schneller an Wert, als ein selbst bedienbares System an Aufpreis gekostet hätte. Womit über die Jahre zu rechnen ist, steht in den laufenden Kosten einer Website.

Lassen Sie sich zum Abschluss eine kurze Übergabe geben, schriftlich oder als Aufzeichnung. Zwei Seiten mit den Zugängen, dem Weg zum Bearbeiten einer Seite und der Antwort auf die Frage, wen man im Notfall anruft, ersparen Ihnen in zwei Jahren einen unnötigen Termin. Gerade bei Betrieben, in denen die Website Chefsache ist und der Chef irgendwann übergibt, ist dieses Dokument mehr wert als jede Design-Entscheidung.

Was nach dem Start der neuen Website zu tun bleibt

Der Tag, an dem die Seite live geht, ist der Anfang und nicht das Ende. Drei Dinge stehen unmittelbar danach an, und keines davon steht in den meisten Angeboten.

Erstens die Anmeldung bei Google. Eine neue Seite wird zwar auch von allein gefunden, aber schneller, wenn sie über die Search Console eingereicht wird. Zweitens die Verzahnung mit dem Google-Unternehmensprofil, damit Adresse, Öffnungszeiten und Telefonnummer überall gleich stehen. Drittens eine schlichte Messung, um zu sehen, ob Besucher überhaupt bis zum Kontaktformular kommen.

Danach beginnt die Arbeit, die tatsächlich Anfragen bringt: neue Inhalte. Eine Seite, die im Zustand des Starttages verharrt, wird in ein bis zwei Jahren von jedem Wettbewerber überholt, der regelmäßig etwas ergänzt. Ob Sie das selbst tun oder beauftragen, ist eine Frage der Zeit, nicht des Könnens.

Häufig gestellte Fragen

Was kostet es, eine Website erstellen zu lassen?

Für kleine Betriebe liegen die Marktspannen meist im vierstelligen Bereich, je nach Zahl der Seiten und danach, wer die Texte schreibt. Nach oben ist die Spanne offen, nach unten endet sie dort, wo jemand eine Vorlage befüllt und die Inhalte Ihre Sache bleiben. Unsere eigenen Festpreise stehen offen auf der Preisseite.

Wie lange dauert es, eine Website erstellen zu lassen?

Für eine kleine Unternehmensseite sind vier bis acht Wochen realistisch, wenn die Inhalte zügig kommen. Die reine Umsetzung ist dabei der kürzere Teil. Verzögerungen entstehen fast immer bei Texten, Fotos und Freigaben aus dem Betrieb.

Was muss ich liefern, wenn ich eine Website erstellen lasse?

Fotos aus dem eigenen Betrieb, verlässliche Angaben zu Leistungen und Erreichbarkeit sowie Rohmaterial für die Texte, sofern die Textarbeit nicht beauftragt ist. Dazu eine Person, die Entwürfe freigeben darf, ohne jedes Mal Rücksprache halten zu müssen.

Gehört mir die Website, wenn ich sie erstellen lasse?

Das hängt vom Vertrag ab, und genau deshalb gehört es hineingeschrieben. Üblich und sinnvoll ist: Domain auf Ihren Namen, alle Zugänge bei Ihnen, Nutzungsrechte an Texten und Bildern geklärt. Bei Mietmodellen ist die Seite ausdrücklich nicht Ihre, und das sollte man wissen, bevor man unterschreibt.

Wie viele Angebote sollte ich einholen, bevor ich eine Website erstellen lasse?

Drei sind eine gute Zahl, mehr bringen selten neue Erkenntnisse und kosten Sie Wochen. Wichtiger als die Menge ist, dass alle drei dasselbe Briefing bekommen haben. Ohne diese gemeinsame Grundlage vergleichen Sie am Ende Äpfel mit Birnen und entscheiden nach Sympathie.

Sollte ich eine Website lieber lokal erstellen lassen oder ist die Entfernung egal?

Technisch ist die Entfernung egal, praktisch nicht immer. Ein Anbieter aus der Region kennt das Einzugsgebiet, kann zum Fototermin kommen und ist für ältere Auftraggeber greifbarer. Wenn Ihr Geschäft dagegen bundesweit läuft und Sie Abstimmung per Video gewohnt sind, spielt der Ort keine Rolle.

Wenn Sie ein Angebot vorliegen haben und unsicher sind, was darin fehlt, sehen wir in einem kurzen Gespräch gemeinsam drauf. Wo Ihre jetzige Seite technisch steht, zeigt vorab der kostenlose Website-Check.

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