Das Wichtigste in Kürze:
- Die Frage ist nicht Können, sondern Zeit: ein Baukasten spart Geld und kostet Wochenenden
- Selber machen trägt, solange die Seite nur informieren muss, und kippt, sobald sie Anfragen bringen soll
- Wer wechselt, verliert selten die Optik, aber oft die Adressen: das ist der teuerste Teil
Ein Malerbetrieb im Enzkreis baut seine Seite an drei Abenden mit einem Baukasten. Sie sieht ordentlich aus, die Fotos sind eigene, der Text stimmt. Ein halbes Jahr später kommt keine einzige Anfrage darüber. Nichts daran war falsch gemacht, und trotzdem passiert nichts.
Genau hier entscheidet sich, ob Sie Ihre Website selber machen oder machen lassen sollten. Nicht an der Frage, ob Sie es hinbekommen. Sondern daran, was die Seite leisten soll, wie viel Ihrer Zeit sie fressen darf und was passiert, wenn sie es nicht tut.
Was ein Baukasten wirklich kann, wenn Sie die Website selber machen
Wix, Jimdo, IONOS und Squarespace nehmen Ihnen die Technik ab, und zwar vollständig. Hosting, Verschlüsselung, mobile Darstellung, Sicherungskopien: das läuft, ohne dass Sie es anfassen. Für einen Betrieb, der eine digitale Visitenkarte braucht, ist das ein faires Geschäft.
Der Preis dafür steht nicht auf der Rechnung. Er steht in Ihrem Kalender. Die erste Fassung entsteht an einem Abend, die zweite an einem Wochenende, und dann kommt die Woche, in der Sie merken, dass die Startseite auf dem Handy anders aussieht als gedacht. Rechnen Sie in der Regel mit zwanzig bis vierzig Stunden bis zu etwas, das Sie herzeigen wollen. Bei einem Stundensatz von 60 Euro haben Sie damit rechnerisch schon mehr ausgegeben als für eine kleine beauftragte Seite.
Dazu kommt eine Grenze, die niemand im Werbetext erwähnt: Ein Baukasten macht Ihre Seite hübsch, nicht auffindbar. Er füllt keine Seitentitel, er schreibt keine Beschreibungstexte, und er weiß nicht, wonach Ihre Kunden suchen. Was das im Ergebnis heißt, sehen Sie in unserem kostenlosen Website-Check: dreißig Punkte, und die meisten davon prüft kein Baukasten für Sie.
Wofür selber machen reicht und wofür nicht
Die Entscheidung hängt weniger am Betrieb als an der Aufgabe. Diese Einordnung trifft in der Praxis meistens zu.
| Ihre Situation | selber machen | machen lassen |
|---|---|---|
| Digitale Visitenkarte, Kunden kommen über Empfehlung | reicht | nicht nötig |
| Ein Gewerk, ein Ort, wenig Wettbewerb | reicht meist | sinnvoll bei Zeitmangel |
| Mehrere Leistungen, mehrere Orte | wird mühsam | klar besser |
| Die Seite soll planbar Anfragen bringen | reicht nicht | notwendig |
| Onlineshop oder Terminbuchung | reicht nicht | notwendig |
Die dritte Zeile ist die, in der die meisten Betriebe stehen und sich falsch entscheiden. Zwei Leistungen und drei Orte lassen sich im Baukasten abbilden, aber nicht so, dass für jede Kombination eine eigene, auffindbare Seite entsteht. Genau daran hängt die Sichtbarkeit.
Woran Sie merken, dass selber machen nicht mehr reicht
Es gibt keinen Moment, in dem eine Seite offiziell zu klein wird. Es gibt drei Anzeichen, und meist treten sie zusammen auf.
Das erste ist Stillstand bei Google. Ihre Seite ist online, sie wird gefunden, wenn jemand den Firmennamen tippt, und sonst nie. Das ist der Normalzustand jeder Seite ohne bewusste Suchmaschinenoptimierung, und er ändert sich auch nach zwei Jahren nicht von allein.
Das zweite ist die Anfrage, die nicht kommt. Besucher sind da, das Kontaktformular bleibt leer. Meist liegt es nicht an der Optik, sondern daran, dass die Seite dem Leser nicht sagt, was er als Nächstes tun soll. Woran das im Einzelnen hängt, steht in unserem Beitrag zur Optimierung der Conversion Rate.
Das dritte ist Ihre eigene Geduld. Sobald Sie eine Änderung aufschieben, weil das Bearbeiten im Baukasten eine halbe Stunde dauert, arbeitet die Seite nicht mehr für Sie. Sie steht dann veraltet im Netz, mit Öffnungszeiten von letztem Jahr, und das ist schlechter als gar keine Seite.
Was Sie bekommen, wenn Sie die Website machen lassen
Der greifbare Unterschied ist nicht das Design. Er ist die Reihenfolge. Wer eine Website beauftragt, fängt bei der Frage an, wonach die Kunden dieses Betriebs eigentlich suchen, und baut die Seiten danach. Ein Baukasten fängt bei der Vorlage an und füllt sie.
Konkret übernimmt jemand anderes die Dinge, die im Selbstbau reihum liegen bleiben: Seitentitel und Beschreibungstexte, die in der Google-Trefferliste funktionieren. Ladezeiten, die auch über Mobilfunk tragen, und warum das zählt, steht ausführlich in unserem Text zur Ladegeschwindigkeit einer Website. Die rechtlich verlangten Angaben, die seit Juni 2025 auch die Anforderungen an digitale Barrierefreiheit umfassen. Und Texte, die nicht nur beschreiben, sondern zur Anfrage führen.
Was Sie dafür ausgeben, hängt vom Umfang ab und nicht von der Optik. Die Spannen und die versteckten Kostentreiber haben wir in was eine Homepage kostet aufgeschlüsselt, unsere eigenen Festpreise stehen auf der Preisseite.
Der Kostenvergleich über drei Jahre
Der Vergleich fällt anders aus, sobald die eigene Arbeitszeit mitzählt. Gerechnet mit einem Stundensatz von 60 Euro, wie ihn viele Betriebe im eigenen Gewerk erwirtschaften:
| Posten | selber machen | machen lassen |
|---|---|---|
| Aufbau | 0 € Rechnung, 20–40 Stunden | vierstellig, 3–5 Stunden Ihrer Zeit |
| rechnerischer Wert Ihrer Zeit | 1.200–2.400 € | 180–300 € |
| Betrieb, 36 Monate | 540–1.080 € Abo | 430–1.100 € Hosting und Wartung |
| Pflege, 36 Monate | eigene Zeit, oft aufgeschoben | eigene Zeit oder beauftragt |
Unterm Strich liegen beide Wege näher beieinander, als die Rechnungen vermuten lassen. Der Unterschied ist, wo die Kosten anfallen: beim Selbstbau in Feierabenden, beim Beauftragen auf einem Beleg. Wer viele unproduktive Abende hat, fährt mit dem Baukasten günstig. Wer im Betrieb ausgelastet ist, zahlt beim Selbstbau doppelt, nur eben unsichtbar.
Was ein Baukasten technisch nicht leisten kann
Drei Grenzen tauchen immer an derselben Stelle auf, und keine davon lässt sich mit mehr Zeit umgehen.
Die erste ist die Seitenstruktur für die Suche. Baukästen sind für Menschen gebaut, die eine Seite gestalten wollen, nicht für jemanden, der zwanzig Unterseiten mit sauberen Adressen, eigenen Titeln und einer durchdachten Verlinkung braucht. Ab einer gewissen Größe arbeiten Sie gegen das Werkzeug.
Die zweite ist die Ladezeit. Vorlagen bringen Funktionen mit, die Ihre Seite nicht braucht, und laden sie trotzdem. Am Schreibtisch fällt das kaum auf, am Handy im Funkloch schon, und genau dort entscheidet sich die Anfrage.
Die dritte ist der Umzug. Was Sie im Baukasten bauen, gehört Ihnen inhaltlich, aber nicht technisch. Texte und Bilder nehmen Sie mit, die Seiten selbst nicht, und die Adressen schon gar nicht.
Der Mischweg: Website machen lassen, selbst pflegen
Zwischen ganz allein und ganz abgegeben liegt der Weg, der in der Praxis am häufigsten funktioniert: Die Seite wird einmal richtig aufgesetzt, und Sie pflegen sie danach selbst.
Das Aufsetzen ist die Arbeit, die Fachwissen braucht und einmal anfällt: Aufbau, Technik, Auffindbarkeit, Rechtstexte. Das Pflegen ist die Arbeit, die niemand besser kann als Sie: neue Referenzfotos, geänderte Öffnungszeiten, ein Absatz über die neue Leistung. Über ein Redaktionssystem dauert das drei Minuten statt einer halben Stunde.
Der Vorteil liegt in den laufenden Kosten. Sie zahlen einmal für das, was Sie nicht können, und nie wieder für das, was Sie können. Der Nachteil: Es funktioniert nur, wenn die Übergabe stimmt. Fragen Sie vor der Beauftragung, wer nach dem Start Zugriff hat und ob Sie ohne Rückfrage Texte ändern können.
Wann der Wechsel vom Baukasten teuer wird
Der Umzug einer bestehenden Seite ist nicht das Problem. Ihre Texte und Fotos nehmen Sie mit, das Design bauen Sie ohnehin neu.
Teuer wird der Teil, an den niemand denkt: die Adressen. Jede Unterseite hat eine URL, und Baukästen bilden die anders ab als ein selbst gebautes System. Wenn nach dem Umzug alle alten Adressen ins Leere laufen, verlieren Sie auf einen Schlag jede Platzierung, die Sie sich erarbeitet haben. Was dabei zu sichern ist, haben wir im Beitrag zum Website-Relaunch auseinandergenommen.
Die praktische Folge für Ihre Entscheidung: Wenn Sie ahnen, dass Sie in zwei Jahren wechseln, ist der Baukasten heute die teurere Wahl. Wenn die Seite eine Visitenkarte bleiben soll, ist er die richtige.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich meine Website wirklich komplett selber machen?
Technisch ja, bei jedem gängigen Baukasten und ohne Vorkenntnisse. Die Frage ist, was die Seite danach leisten soll. Als Visitenkarte mit Adresse, Leistungen und Öffnungszeiten reicht Selbstbau in der Regel aus. Sobald sie regelmäßig Anfragen bringen soll, fehlt dem Baukasten genau das, worauf es dann ankommt.
Was kostet es, eine Website machen zu lassen statt selber zu bauen?
Für kleine Betriebe liegen die Marktspannen meist im vierstelligen Bereich, abhängig vom Umfang und davon, wer die Texte schreibt. Beim Selbstbau zahlen Sie stattdessen mit Arbeitszeit, üblicherweise zwanzig bis vierzig Stunden bis zur ersten brauchbaren Fassung. Rechnen Sie Ihren eigenen Stundensatz mit, bevor Sie die Wege vergleichen.
Findet Google eine selbst gebaute Website schlechter?
Nicht wegen des Baukastens. Google bewertet, was ausgeliefert wird, nicht womit es gebaut wurde. Selbst gebaute Seiten schneiden trotzdem oft schlechter ab, weil Titel, Beschreibungstexte und eine durchdachte Seitenstruktur fehlen. Das lässt sich nachholen, auch im Baukasten.
Lohnt es sich, die Website selber zu machen und nur die Texte machen zu lassen?
Das ist eine der sinnvollsten Aufteilungen überhaupt, weil die Texte die eigentliche Arbeit sind und nicht die Bedienung des Baukastens. Rechnen Sie für Texte einer kleinen Seite mit einem niedrigen dreistelligen bis unteren vierstelligen Betrag. Die Sichtbarkeit bei Google bleibt dabei allerdings weiterhin Ihre Aufgabe.
Was ist besser: Website selber machen oder von einem Studenten erstellen lassen?
Der Preis ist verlockend, das Risiko liegt in der Zeit danach. Wer die Seite gebaut hat und ein Jahr später nicht mehr erreichbar ist, hinterlässt Ihnen ein System, das niemand kennt. Wenn Sie diesen Weg gehen, klären Sie vorher Domainbesitz, Zugänge und die Frage, wer im nächsten Jahr eine Änderung macht.
Kann ich vom Baukasten später zu einer eigenen Website wechseln?
Ja, und der Wechsel selbst ist unkompliziert. Achten Sie darauf, dass jede alte Adresse auf die passende neue umgeleitet wird, sonst verlieren Sie Ihre Platzierungen bei Google. Ziehen Sie außerdem Ihre Domain mit um, statt eine neue zu nehmen.
Wenn Sie unsicher sind, wo Ihre jetzige Seite steht, klären Sie das in einem kurzen Gespräch, bevor Sie sich für einen der beiden Wege entscheiden. Wie Auffindbarkeit im Zusammenhang funktioniert, steht im SEO-Leitfaden.