Das Wichtigste in Kürze:
- Gäste suchen drei Dinge: heute geöffnet, was es gibt, wie man einen Tisch bekommt
- Die Speisekarte als PDF ist der häufigste und teuerste Fehler in der Gastronomie
- Veraltete Öffnungszeiten kosten mehr Gäste als jedes mittelmäßige Design
Es ist 18:40 Uhr, eine Gruppe steht am Marktplatz und sucht am Handy nach etwas zu essen. Der erste Treffer öffnet eine Seite, auf der ein Video lädt. Der zweite zeigt eine Karte als PDF, das erst heruntergeladen und dann herangezoomt werden muss. Der dritte zeigt oben: heute geöffnet bis 23 Uhr, darunter die Karte und einen Knopf zum Anrufen. Dort wird reserviert.
Eine Website für ein Restaurant konkurriert nicht mit anderen Websites, sondern mit dem Hunger und der Ungeduld der Gäste. Wer in den ersten fünf Sekunden keine Antwort gibt, verliert den Tisch. Hier steht, was auf die Seite gehört, was sie kosten darf und welcher Fehler die meisten Gäste kostet.
Was Gäste auf der Website eines Restaurants tatsächlich suchen
Die Reihenfolge ist erstaunlich stabil, egal ob Pizzeria, Gasthof oder gehobene Küche. Drei Fragen, und alle drei sollten ohne Scrollen beantwortet sein.
| Frage des Gastes | gehört wohin | häufiger Fehler |
|---|---|---|
| Habt ihr heute offen? | ganz oben, mit Tagesbezug | Öffnungszeiten nur im Fußbereich |
| Was gibt es, und was kostet es? | Karte als Text auf der Seite | Karte als PDF oder Bild |
| Wie bekomme ich einen Tisch? | Anrufknopf, direkt sichtbar | Formular ohne Antwortzeit |
Alles andere ist nachgeordnet. Die Geschichte des Hauses, die Philosophie der Küche und die Bilder vom Weinkeller haben ihren Platz, aber nicht vor diesen drei Antworten. Ein Gast, der weiß, dass er kommen kann, liest den Rest gern.
Besonders wirksam ist der Tagesbezug. „Heute geöffnet von 17 bis 23 Uhr" beantwortet die Frage tatsächlich, „Mo bis Sa 17:00 bis 23:00, So Ruhetag" verlangt vom Gast, selbst nachzudenken. Das klingt nach einer Kleinigkeit und ist am Handy der Unterschied zwischen Anruf und Zurücktaste.
Warum die Speisekarte kein PDF sein darf
Kein anderer Fehler ist in der Gastronomie so verbreitet und so folgenreich. Die Karte liegt ohnehin als Datei vor, also wird sie hochgeladen, und damit ist sie für die Hälfte der Gäste unbrauchbar.
Am Handy öffnet ein PDF in einem eigenen Betrachter, zeigt eine Seite in Briefgröße und verlangt Zoomen und Wischen. Wer hungrig ist, macht das nicht. Dazu kommt, dass Vorlesesoftware an solchen Dateien scheitert, was seit den neuen Anforderungen an digitale Barrierefreiheit auch rechtlich Gewicht hat.
Der dritte Punkt ist die Auffindbarkeit. Google liest Text auf der Seite deutlich besser als Text in einer Datei. Wer „Schnitzel" plus Ort sucht, findet Häuser, bei denen das Wort auf der Seite steht, nicht solche, bei denen es im PDF steckt. Für ein Lokal mit Spezialität ist das der Unterschied zwischen gefunden werden und nicht.
Schreiben Sie die Karte deshalb als Text auf die Seite, gegliedert nach Vorspeisen, Hauptgängen und Getränken, mit Preisen. Die schöne gestaltete Fassung dürfen Sie zusätzlich als Datei anbieten, für die Gäste, die sie ausdrucken wollen.
Reservierung: Telefon, Formular oder Buchungsdienst
Drei Wege sind üblich, und die richtige Wahl hängt davon ab, wie Ihr Haus arbeitet.
Der Anruf bleibt für die meisten Betriebe der wichtigste Weg, gerade bei älteren Gästen und bei kurzfristigen Anfragen. Die Nummer gehört deshalb ganz oben und am Handy als Knopf, der direkt wählt. Ein Gast, der die Nummer erst markieren und kopieren muss, ruft seltener an.
Das Formular funktioniert für Anfragen, die nicht eilig sind: größere Gruppen, Feiern, Termine in der kommenden Woche. Nennen Sie dabei, wann Sie antworten. „Wir melden uns innerhalb eines Werktags" ist eine Zusage, ein Formular ohne Angabe ist ein Briefkasten.
Ein Buchungsdienst lohnt sich, wenn Sie viele Tische und wenig Zeit am Telefon haben. Er kostet monatlich oder pro Gast, nimmt aber Arbeit ab und verhindert Doppelbelegungen. Prüfen Sie vorher, ob die Buchung auch aus dem Google-Profil heraus funktioniert, weil viele Gäste dort landen und nicht auf Ihrer Seite.
Welche Seiten ein Restaurant-Auftritt braucht
Der Umfang ist klein, und das ist eine Stärke. Sechs Seiten reichen für fast jedes Haus, solange jede davon eine Aufgabe hat.
Auf der Startseite stehen die drei Antworten von oben, dazu zwei, drei Bilder, die Appetit machen. Die Speisekarte bekommt eine eigene Seite mit Text und Preisen, bei wechselnder Küche ergänzt um eine kurze Zeile, wann sie zuletzt aktualisiert wurde. Die Reservierung ist entweder eine eigene Seite oder ein Formular auf der Kontaktseite, in beiden Fällen mit Telefonnummer daneben.
Dazu kommt eine Seite über das Haus mit Bildern der Räume, weil Gäste bei einem Abendessen zu zweit anderes suchen als bei einer Familienfeier. Die Anfahrt braucht Adresse, Karte und einen Satz zum Parken, der in vielen Innenstädten wichtiger ist als jede Beschreibung der Küche. Und schließlich die Pflichtangaben.
Was nicht auf die Seite gehört: automatisch startende Musik, ein Begrüßungsvideo vor dem Inhalt und eine Bildergalerie mit vierzig Aufnahmen. Alle drei verlängern die Ladezeit und beantworten keine Frage.
Feiern, Gruppen und Catering: das Geschäft neben dem Abendbetrieb
Für viele Häuser liegt der planbare Teil des Umsatzes nicht im spontanen Abendgeschäft, sondern in Geburtstagen, Firmenfeiern, Beerdigungskaffee und Weihnachtsessen. Die Website ist der Ort, an dem diese Anfragen entstehen, und meist der einzige.
Eine eigene Seite dafür lohnt sich fast immer. Hinein gehören die Angaben, nach denen jemand sucht, der eine Feier plant: Wie viele Personen passen in welchen Raum, gibt es einen separaten Bereich, welche Menüs sind für Gruppen möglich, ab wann muss reserviert werden, und was kostet es ungefähr pro Person. Diese letzte Angabe fehlt fast überall, und sie ist die, die über die Anfrage entscheidet.
Suchanfragen wie „Räumlichkeiten für Geburtstagsfeier" plus Ort haben in vielen Regionen wenig Wettbewerb. Ein Haus mit einer ordentlichen Seite dazu steht dort oft weit vorn, während die großen Ketten nur ihre Standardseiten anbieten. Für ein Landgasthaus ist das häufig die wirksamste einzelne Seite des gesamten Auftritts.
Wie ein Restaurant über Google gefunden wird
Für die Gastronomie entscheidet sich Sichtbarkeit stärker als in jeder anderen Branche außerhalb der eigenen Website. Wer abends nach Essen sucht, sieht zuerst die Karte mit drei Treffern, Bewertungen und Fotos.
Das Google-Unternehmensprofil ist deshalb kein Nebenschauplatz, sondern die halbe Miete. Öffnungszeiten inklusive Feiertagen, aktuelle Fotos vom Essen und vom Raum, die Speisekarte hinterlegt, Reservierungslink gesetzt. Wie Sie das Profil korrekt anlegen, steht im Beitrag dazu, wie man seine Firma bei Google einträgt.
Bewertungen sind der zweite Hebel, und sie wirken in der Gastronomie unmittelbar auf die Entscheidung. Ein Haus mit vierzig aktuellen Bewertungen wird einem mit acht aus dem Vorjahr vorgezogen, auch bei gleicher Note. Wie Sie systematisch dazu kommen, steht unter Google-Bewertungen für lokale Unternehmen.
Die Website selbst zahlt darauf ein, indem sie dieselben Angaben trägt: gleiche Adresse, gleiche Öffnungszeiten, gleiche Telefonnummer. Wie diese Signale zusammenspielen, fasst der Leitfaden zu lokalem SEO zusammen. Alles Weitere zur Gästegewinnung über die Website hinaus behandelt der Beitrag zum Marketing für die Gastronomie.
Was eine Website für ein Restaurant kostet
Der Umfang ist überschaubar, deshalb liegt der Rahmen unter dem vieler anderer Branchen. Für eine Seite mit Startseite, Karte, Reservierung, Bildergalerie, Anfahrt und Pflichtangaben ist der untere bis mittlere vierstellige Bereich üblich. Die Einordnung mit allen Kostentreibern steht im Beitrag dazu, was eine Homepage kostet.
Zwei Posten lohnen dabei besonders. Der erste sind Fotos: Essen, das appetitlich aussieht, verkauft, und Handyfotos bei schlechtem Licht tun das Gegenteil. Ein einziger Fototermin mit zwanzig guten Aufnahmen trägt Jahre.
Der zweite ist die Möglichkeit, die Karte selbst zu ändern. Ein Restaurant, das für jede Preisanpassung eine Rechnung bekommt, hat nach einem Jahr eine falsche Karte auf der Seite, und das ärgert Gäste mehr als ein hoher Preis.
Was eine Restaurant-Website aktuell hält
Der häufigste Grund für schlechte Bewertungen im Netz ist kein Essen, sondern eine falsche Angabe: geschlossen trotz angegebener Öffnungszeit, Preise von vorletztem Jahr, ein Betriebsurlaub, von dem nirgends etwas stand.
Legen Sie deshalb drei feste Termine an. Vor jedem Feiertag die abweichenden Zeiten eintragen, im Profil wie auf der Seite. Bei jedem Kartenwechsel die Preise mitziehen. Und einmal im Quartal die Fotos durchsehen, ob sie noch zeigen, wie es bei Ihnen aussieht.
Das kostet zusammen weniger als eine Stunde im Quartal und ist die wirksamste Pflege, die eine Gastronomieseite bekommen kann. Wo Ihre jetzige Seite technisch steht, zeigt der kostenlose Website-Check in etwa zehn Sekunden.
Häufig gestellte Fragen
Was kostet eine Website für ein Restaurant?
Für einen Auftritt mit Karte, Reservierung, Fotos und Anfahrt ist der untere bis mittlere vierstellige Bereich üblich. Der größte Einzelposten sind gute Fotos vom Essen und vom Raum. Wer eigene brauchbare Aufnahmen mitbringt, senkt den Preis spürbar.
Braucht ein Restaurant überhaupt eine Website, wenn es ein Google-Profil hat?
Das Profil bringt die Sichtbarkeit, die Website die Entscheidung. Gäste, die zwischen zwei Häusern schwanken, schauen sich Karte, Räume und Anlass an, und dafür ist das Profil zu knapp. Für Feiern und Gruppen führt ohnehin kein Weg an einer eigenen Seite vorbei.
Soll die Speisekarte als PDF auf die Restaurant-Website?
Nein, jedenfalls nicht ausschließlich. Als Text auf der Seite ist sie am Handy lesbar, für Vorlesesoftware zugänglich und für Google auswertbar. Eine zusätzliche Datei zum Ausdrucken ist in Ordnung, sie sollte aber nicht die einzige Fassung sein.
Wie oft muss eine Restaurant-Website aktualisiert werden?
Bei jeder Kartenänderung, vor jedem Feiertag und vor jedem Betriebsurlaub. Das sind über das Jahr etwa zehn kurze Eingriffe, die zusammen weniger als eine Stunde im Quartal kosten. Falsche Öffnungszeiten sind der häufigste Grund für verärgerte Gäste.
Lohnt sich ein Online-Reservierungsdienst für ein kleines Restaurant?
Wenn das Telefon im Service stört, ja. Bei wenigen Tischen und ruhigem Betrieb genügt der Anrufknopf, verbunden mit einem Formular für Gruppen und Feiern. Wichtig ist in beiden Fällen, dass die Reservierung auch aus dem Google-Profil heraus erreichbar ist.
Wenn Sie vor der Saison sortieren wollen, was Ihre Seite leistet und was Gäste dort vergeblich suchen, klären wir das in einem kurzen Gespräch.