Das Wichtigste in Kürze:
- Mitarbeiter finden im Handwerk geht auf mehreren Wegen ohne Anzeigengebühr: Empfehlung im Team, die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit, die Börsen der Handwerkskammern, das Google-Profil und Social Media
- Indeed rechnet gesponserte Anzeigen laut eigener Preisseite nach Interaktionen ab, also nach Klicks oder begonnenen Bewerbungen; bis zu drei Anzeigen im Monat sind kostenlos
- Jede Anzeige führt am Ende auf Ihre Website. Eine eigene Karriereseite kostet bei Topblog als Zusatz zu einer Website ab 800 € einmalig
Nehmen wir einen Malermeister mit sechs Leuten, Anfang des Monats. Im Postfach liegt die Rechnung von Indeed für die Stelle, die seit Wochen läuft, abgerechnet nach Klicks und begonnenen Bewerbungen. Daneben liegen drei Bewerbungen. Eine kam ohne Telefonnummer, einer hat abgesagt, der dritte ist nie zum Gespräch erschienen. Die Stelle läuft weiter, die Rechnung im nächsten Monat auch.
Auf der anderen Seite sitzt eine Malerin, die wechseln will. Sie hat die Anzeige gesehen, den Betrieb gegoogelt, auf der Website nichts über Stellen gefunden und das Handy wieder weggelegt. Wer im Handwerk Mitarbeiter finden will, hat mehr Wege als die eine grosse Jobbörse. Dieser Artikel stellt sie nebeneinander, mit dem, was sie kosten, und zeigt, wo Indeed trotzdem sinnvoll ist.
Mitarbeiter finden im Handwerk: die Wege im Überblick
Wer im Handwerk Mitarbeiter finden will, kommt selten mit einem einzigen Weg aus. Die besten Ergebnisse entstehen meist aus einer Mischung. Die Tabelle zeigt, was jeder Weg kostet und wie schnell er wirkt. Die Angaben zu Indeed, der Bundesagentur und den Kammern stammen von deren eigenen Seiten, Stand Oktober 2026.
| Weg | Was er kostet | Wie schnell er wirkt |
|---|---|---|
| Empfehlung im Team | eine Prämie, wenn Sie eine zahlen wollen | unregelmässig, oft die besten Leute |
| Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit | für Arbeitgeber kostenfrei | Tage bis Wochen |
| Börsen der Handwerkskammern | Bedingungen je Kammer, Lehrstellen-Eintrag teils kostenlos | vor allem für Ausbildung und Praktikum |
| Google-Unternehmensprofil | kostenlos | begleitend, kein eigener Stellenkanal |
| Social Media | kostenlos, Anzeigen auf Wunsch | Wochen, braucht regelmässige Beiträge |
| Indeed | bis zu 3 Anzeigen im Monat kostenlos, gesponsert nach Klicks oder begonnenen Bewerbungen | sofort, solange das Budget läuft |
| StepStone und ähnliche Börsen | fester Preis je Anzeige und Laufzeit | sofort, für die Laufzeit |
| Eigene Karriereseite | bei Topblog ab 800 € einmalig, als Zusatz zur Website, mit bis zu drei Stellen | bleibt, wird mit jeder Anzeige wertvoller |
Die letzte Zeile ist kein weiterer Kanal neben den anderen. Sie ist das Ziel, auf das alle anderen zeigen.
Die eigene Karriereseite als Ziel jeder Stellenanzeige
Wer eine Anzeige sieht, bewirbt sich selten sofort. Er schlägt den Betrieb nach, schaut sich Fotos an, liest Bewertungen und sucht eine Antwort auf die Frage, ob er dort gern arbeiten würde. Findet er auf Ihrer Website nur eine Mailadresse, haben Sie für den Klick bezahlt und den Bewerber trotzdem verloren.
Eine Karriereseite fängt ihn auf. Sie zeigt das Team, den Arbeitsalltag und wenn möglich den Lohn, und sie lässt ihn ohne Anschreiben bewerben: per WhatsApp, Formular oder Anruf. Jede Stelle bekommt eine eigene Unterseite mit strukturierten Daten, damit sie in der Jobsuche von Google erscheinen kann. Ist die Stelle besetzt, muss die Seite wieder weg, so verlangt es Google. Was genau draufgehört, steht ausführlich im Beitrag zur Karriereseite für Handwerksbetriebe.
Bei Topblog kostet eine Karriereseite mit bis zu drei Stellen als Zusatz zu einer Website ab 800 € einmalig, zum Festpreis vor Beginn. Jede weitere Stelle legen Sie danach selbst an, ohne Aufpreis. Wer noch keine Website hat, findet auf der Seite zur Website für Handwerker den Abschnitt „Mitarbeiter finden über die eigene Website“ und den Preis für beides.
Mitarbeiter über Empfehlung im Team finden
Am günstigsten Mitarbeiter finden Sie über die Leute, die schon bei Ihnen arbeiten. Die Leute, die Sie suchen, kennen Ihre Leute. Gesellen arbeiten auf Baustellen neben anderen Betrieben, gehen in dieselbe Berufsschule, spielen im selben Verein. Eine Empfehlung aus dem Team kommt mit eingebauter Probezeit: Niemand empfiehlt gern jemanden, für den er sich später schämen muss.
Damit Empfehlungen nicht dem Zufall überlassen bleiben, braucht es zwei Dinge. Ihr Team muss wissen, dass Sie suchen und wen, am besten mit einem Link zur Stelle, den man per WhatsApp weiterschicken kann. Und es hilft, wenn die Empfehlung etwas wert ist, etwa eine Prämie nach der Probezeit. Wie die Prämie steuerlich behandelt wird, klären Sie mit Ihrem Steuerberater.
Der Link ist der Punkt, an dem viele Betriebe hängen bleiben. Ohne Karriereseite schickt der Geselle seinem Kumpel eine Telefonnummer und den Satz „Ruf mal den Chef an“. Mit Karriereseite schickt er einen Link, und der Kumpel sieht sich in Ruhe an, worauf er sich einlässt.
Kostenlose Stellenbörsen für das Handwerk
Wer Mitarbeiter finden will, ohne für Anzeigen zu zahlen, fängt hier an. Zwei Börsen kosten Sie nichts ausser der Zeit, die Anzeige einzutragen. Beide werden oft unterschätzt.
Die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit
Die Bundesagentur für Arbeit betreibt eine eigene Jobbörse, in der Betriebe aus ganz Deutschland ihre Stellen einstellen. Für das Veröffentlichen brauchen Sie ein Konto. Ohne Anmeldung können Sie eine Stelle laut der Bundesagentur auch direkt an den zuständigen Arbeitgeber-Service schicken, der Sie zur Stellenbeschreibung berät; der Service ist unter 0800 4 555520 gebührenfrei erreichbar. Wie das im Einzelnen geht, beschreibt die Seite Stellenangebote online veröffentlichen.
Mehrere Agenturen beschreiben ihre Leistungen für Arbeitgeber ausdrücklich als kostenfrei. Der Haken ist eher die Form: Die Anzeige sieht dort aus wie jede andere. Umso wichtiger ist, dass sie auf Ihre Karriereseite verlinkt, wo der Bewerber den Betrieb hinter der Stelle kennenlernt.
Lehrstellen- und Jobbörsen der Handwerkskammern
Die Handwerkskammern betreiben vor allem Börsen für Ausbildungs- und Praktikumsplätze, viele davon verbunden mit dem Lehrstellen-Radar, einer App für Schüler. Bei der Handwerkskammer Freiburg etwa ist der Eintrag für Betriebe kostenlos. Einige Kammern führen zusätzlich Börsen für Fachkräfte. Was Ihre Kammer anbietet und zu welchen Bedingungen, steht auf ihrer Website oder ist mit einem Anruf geklärt.
Wer Azubis sucht, sollte diesen Weg nicht auslassen. Schüler und Eltern schauen dort gezielt nach Ausbildungsplätzen in ihrer Nähe.
Google-Profil und Social Media bei der Mitarbeitersuche
Ihr Google-Unternehmensprofil ist kein Stellenportal, aber es ist das Erste, was ein Bewerber von Ihrem Betrieb sieht, wenn er den Namen eingibt. Er liest dieselben Bewertungen wie ein Kunde und zieht seine eigenen Schlüsse: Wird auf Kritik freundlich geantwortet, sind die Fotos aktuell? Ein Beitrag im Profil kann auf eine offene Stelle hinweisen und auf die Karriereseite verlinken. Was Handwerker im Profil anders einstellen als ein Laden, steht im Beitrag zum Google-Unternehmensprofil für Handwerker, wie Sie zu mehr Bewertungen kommen, unter Google-Bewertungen für lokale Unternehmen.
Social Media wirkt im Handwerk anders als bei Kunden. Auf Instagram oder Facebook sehen potenzielle Kollegen, wie bei Ihnen gearbeitet wird: die neue Fassade, das Team beim Grillen nach dem Richtfest, der Azubi mit seinem ersten eigenen Bad. Das ist keine Anzeige, und genau deshalb glaubt man es. Es braucht aber Regelmässigkeit, ein Beitrag im Quartal reicht nicht. Der Link im Profil sollte auf die Karriereseite zeigen, nicht auf die Startseite.
Indeed und bezahlte Jobbörsen: was die Mitarbeitersuche kostet
Indeed kennt fast jeder, der schon einmal eine Stelle gesucht hat, und es wäre unehrlich, so zu tun, als bräuchte man es nie. Wer schnell Reichweite für eine schwer zu besetzende Stelle braucht, bekommt sie dort.
Laut der Preisseite von Indeed (Stand Oktober 2026) können Arbeitgeber seit dem 10.12.2025 bis zu drei kostenlose Stellenanzeigen im Monat schalten. Diese haben eingeschränkte Funktionen, und gesponserte Anzeigen werden in den Suchergebnissen vor ihnen gezeigt. Gesponserte Anzeigen rechnet Indeed nach Interaktionen ab, also nach Klicks oder begonnenen Bewerbungen. Bei einem Tagesbudget zahlen Sie laut Indeed pro Klick, bei anderen Einstellungen pro begonnener Bewerbung. Feste Preise nennt Indeed nicht, sondern schlägt ein Budget vor. Lange Verträge gibt es nicht, die Anzeige lässt sich jederzeit beenden.
StepStone und ähnliche Börsen arbeiten anders: Sie zahlen einen festen Preis für eine Anzeige mit fester Laufzeit, egal wie viele sich bewerben. Das ist planbar, aber nach Ablauf der Laufzeit beginnt die Rechnung von vorn.
Wann sich Indeed für einen Handwerksbetrieb lohnt
Indeed lohnt sich, wenn Sie schnell Mitarbeiter finden müssen und die kostenlosen Wege nicht reichen, oder wenn Sie in einer Gegend suchen, in der Ihr Betrieb noch niemandem etwas sagt. Teuer wird es, wenn die Anzeige ins Leere führt: Jeder Klick, nach dem der Bewerber auf Ihrer Website nichts findet, ist bezahlt und verloren. Wer Indeed nutzt, sollte deshalb zuerst die Karriereseite bauen und dann die Anzeige schalten, nicht umgekehrt.
Welcher Weg zur Mitarbeitersuche zu welchem Handwerksbetrieb passt
Wie Sie am besten Mitarbeiter finden, hängt an der Grösse Ihres Betriebs und daran, wen Sie suchen. Ein Betrieb mit drei Leuten, der einen Azubi sucht, kommt oft mit Kammer, Arbeitsagentur und dem Netzwerk der eigenen Familie aus. Ein Betrieb mit zwanzig Leuten, der jedes Jahr zwei Gesellen braucht, sollte Empfehlungen zum System machen und eine Karriereseite haben, auf die jede Anzeige zeigt. Und wer eine Stelle seit Monaten nicht besetzt bekommt, kann Indeed als Verstärker dazunehmen, mit klarem Budget und einem Blick darauf, wie viele Bewerbungen pro Monat daraus wirklich werden.
Wie das alles mit der Suche nach Aufträgen zusammenhängt, ordnet der Beitrag zum Marketing für Handwerker. Wie Ihr Betrieb in Google Maps und der lokalen Suche sichtbar wird, für Kunden wie für Bewerber, steht im Leitfaden zu lokalem SEO.
Zurück zur Malerin mit dem Handy. Diesmal sieht sie die Anzeige, googelt den Betrieb und landet auf einer Seite, auf der sechs Leute vor einer frisch gestrichenen Fassade stehen. Darunter steht, wann morgens Treffpunkt ist und was eine Gesellin dort verdient. Sie tippt auf „Per WhatsApp bewerben“, bevor sie das Handy weglegt.
Häufig gestellte Fragen
Wie finde ich Mitarbeiter im Handwerk ohne Indeed?
Über Empfehlungen aus dem eigenen Team, die kostenfreie Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit, die Börsen der Handwerkskammern, Ihr Google-Unternehmensprofil und Social Media. Alle diese Wege wirken besser, wenn sie auf eine eigene Karriereseite führen, auf der man sich ohne Anschreiben bewerben kann.
Was kostet eine Stellenanzeige auf Indeed?
Bis zu drei Stellenanzeigen im Monat sind laut Indeed kostenlos, mit eingeschränkten Funktionen. Gesponserte Anzeigen werden nach Klicks oder begonnenen Bewerbungen abgerechnet, die Höhe richtet sich nach Ihrem Budget. Feste Preise veröffentlicht Indeed nicht (Stand Oktober 2026).
Ist die Jobbörse der Arbeitsagentur für Arbeitgeber kostenlos?
Die Agenturen beschreiben ihren Arbeitgeber-Service als kostenfrei. Sie brauchen ein Konto, um Stellen selbst zu veröffentlichen, oder Sie schicken die Stelle ohne Anmeldung an den Arbeitgeber-Service. Der ist unter 0800 4 555520 gebührenfrei erreichbar.
Was kostet eine Karriereseite für die Mitarbeitersuche?
Bei Topblog kostet eine Karriereseite als Zusatz zu einer Website ab 800 € einmalig, zum Festpreis vor Beginn. Darin stecken eine Übersichtsseite, bis zu drei Stellenseiten mit Auszeichnung für Google Jobs, der Bewerbungsweg ohne Anschreiben und eine Einweisung, wie Sie Stellen selbst anlegen und entfernen. Eine Website für Handwerker beginnt bei 1.000 €.
Lohnt sich Social Media für die Mitarbeitersuche im Handwerk?
Ja, wenn Sie regelmässig zeigen, wie bei Ihnen gearbeitet wird. Potenzielle Kollegen glauben Bildern aus dem Alltag mehr als einer Anzeige. Wichtig ist, dass der Link im Profil auf Ihre Karriereseite führt.