Das Wichtigste in Kürze:
- Wer als Handwerker keine Kunden im Betrieb empfängt, blendet die Adresse im Google-Unternehmensprofil aus und trägt ein Einzugsgebiet ein: bis zu 20 Orte oder Postleitzahlen, kein Radius
- Die Kategorie wählen Sie aus Googles Liste, so genau wie möglich und so wenige wie nötig. Was das Gewerk im Einzelnen macht, gehört in die Leistungen, nicht in den Firmennamen
- Bewertungen bleiben im Google-Profil bei Ihrem Betrieb. Der beste Moment für die Bitte ist die Abnahme, wenn der Kunde das Ergebnis vor Augen hat
Angenommen, es ist Dienstagabend, kurz nach acht. In einem Reihenhaus bleibt die Heizung kalt, draußen hat es drei Grad. Der Hausbesitzer tippt „Heizung Notdienst" ins Handy und sieht eine Karte mit drei Betrieben. Beim ersten steht „Geschlossen", beim zweiten eine Adresse in einem Wohngebiet, aber kein Foto. Er ruft den dritten an, der zwar weiter weg ist, aber einen Notdienst ausweist, Bilder von Heizungsräumen zeigt und vierzig Bewertungen hat.
Der zweite Betrieb hätte den Auftrag bekommen können. Sein Inhaber hat das Google-Unternehmensprofil vor Jahren an einem Sonntag angelegt, mit der Privatadresse, weil das Feld ausgefüllt sein wollte, und seitdem nicht mehr angesehen. Dieser Beitrag geht durch, was das Google-Unternehmensprofil für Handwerker anders macht als für einen Laden, und welche Einstellungen bei Betrieben, die zum Kunden fahren, über den Anruf entscheiden.
Was das Google-Unternehmensprofil für Handwerker anders macht
Ein Café lebt davon, dass Menschen hinkommen. Ein Handwerksbetrieb lebt davon, dass er zu den Menschen fährt. Google behandelt diese beiden Fälle in seinen Richtlinien ausdrücklich verschieden, und viele Profile von Handwerkern sind so eingerichtet, als wären sie ein Laden. Dann steht die Privatadresse in der Karte, Öffnungszeiten passen zu keinem Tag auf der Baustelle, und der Kunde weiß nach dem Blick aufs Handy weniger als vorher.
Wie die drei Plätze in der Karte vergeben werden, beschreibt Google in seiner Hilfe mit drei Faktoren: Relevanz, Entfernung und Bekanntheit. Relevanz heißt, wie gut Ihr Profil zur Suche passt, und dafür zählen vollständige Angaben. Bekanntheit entsteht unter anderem aus Bewertungen. Die Entfernung steht fest. Ein Handwerker hat also zwei Hebel, und beide liegen in Einstellungen, die man einmal richtig setzt und dann pflegt. Die Grundlagen vom Anlegen bis zur Bestätigung stehen im Leitfaden zum Google-Unternehmensprofil. Hier geht es um das, was für Betriebe mit Werkzeug im Transporter anders ist.
Das Einzugsgebiet im Google-Profil statt der Privatadresse
Googles Richtlinien nennen genau diesen Fall als Beispiel: Wer Klempner ist und den Betrieb von der Privatadresse aus führt, löscht die Adresse aus dem Unternehmensprofil. Allgemein gilt, dass Betriebe, die an ihrer Adresse keine Kunden empfangen, die Adresse nicht anzeigen sollen. Google braucht sie trotzdem, aber nur für die Bestätigung. Für Kunden sichtbar wird stattdessen das Einzugsgebiet.
Dafür gelten drei Regeln aus Googles Hilfe. Sie beschreiben das Gebiet über Städte, Postleitzahlen oder Regionen, höchstens 20 Stück. Ein Radius um den Betrieb ist nicht möglich. Und die Grenze des ganzen Gebiets soll nicht mehr als etwa zwei Autostunden vom Standort entfernt liegen, für manche Betriebe lässt Google größere Gebiete zu.
In der Praxis ist die Versuchung groß, das Gebiet weit zu fassen, in der Hoffnung, überall zu erscheinen. Ein Malerbetrieb aus einer Kleinstadt, der den halben Landkreis und zwei Großstädte einträgt, bekommt dadurch vor allem Anrufe von Leuten, zu denen er nie fährt. Tragen Sie die Orte ein, in denen Sie tatsächlich arbeiten, und lieber Postleitzahlen als einen ganzen Kreis, wenn Sie nur einen Teil davon bedienen.
Handwerker mit Ausstellung im Google-Profil: Adresse und Einzugsgebiet
Manche Betriebe haben beides: eine Ausstellung für Bäder, einen Werkstattverkauf oder einen Tresen, an dem Kunden Fliesen aussuchen, und dazu die Arbeit beim Kunden. Google nennt das ein Hybridunternehmen. Solche Betriebe dürfen Adresse, Öffnungszeiten und Einzugsgebiet zugleich angeben. Voraussetzung ist, dass vor Ort Personal ist, wenn Kunden kommen, und dass der Laden eine klare, jederzeit sichtbare Beschilderung hat. Ein Büro im Wohnhaus ohne Schild erfüllt das nicht, auch wenn dort gelegentlich ein Kunde einen Vertrag unterschreibt.
Die richtige Kategorie für Ihr Gewerk im Google-Unternehmensprofil
Die Kategorie ist das Feld, mit dem Google entscheidet, bei welchen Suchen Ihr Profil überhaupt in Frage kommt. Die Richtlinien sind dabei knapp und klar: so wenige Kategorien wie möglich, aus der vorhandenen Liste, und möglichst spezifisch. Allgemeinere Kategorien ergänzt Google von selbst. Die Kategorie soll den Betrieb als Ganzes beschreiben und ist ausdrücklich nicht als Ablage für Suchbegriffe gedacht.
Für Handwerker heißt das: Tippen Sie Ihr Gewerk ins Kategoriefeld und nehmen Sie den genauesten Eintrag, den die Liste anbietet. Ein Elektrobetrieb, der auch Photovoltaik montiert, bleibt im Kern ein Elektrobetrieb. Eine zweite Kategorie lohnt erst, wenn ein Geschäftszweig wirklich eigenständig ist, etwa ein Dachdecker mit eigener Spenglerei.
Leistungen im Google-Profil: was das Gewerk im Einzelnen macht
Was in der Kategorie keinen Platz hat, gehört in die Leistungen. Google schlägt dort passende Einträge zum Unternehmenstyp vor, für einen Sanitärbetrieb nennt die Hilfe als Beispiele die Installation von Armaturen und die Toilettenreparatur. Fehlt eine Leistung, legen Sie eine eigene an und ergänzen auf Wunsch Beschreibung und Preis. In die Bezeichnung selbst gehören laut Google weder Preise noch Telefonnummern.
Der Firmenname ist dafür der falsche Ort. Googles Richtlinien untersagen Zusätze wie Leistungsbeschreibungen, Werbesprüche oder den Ort, sofern er nicht tatsächlich zum Namen gehört. „Müller Haustechnik" ist ein Name. „Müller Haustechnik Heizung Bad Notdienst Pforzheim" verstößt gegen genau diese Regel, und mit ihr riskieren Sie mehr als einen schlechteren Platz.
Öffnungszeiten und Notdienst im Google-Profil für Handwerksbetriebe
Zurück zum Dienstagabend. Der erste Betrieb in der Karte war nicht geschlossen, weil niemand da gewesen wäre, sondern weil im Profil Bürozeiten von acht bis sechzehn Uhr standen. Bei Handwerkern laufen Büro, Baustelle und Erreichbarkeit selten im Gleichschritt, und das Profil zeigt nur eine Zeile.
Googles Richtlinien verlangen die üblichen Öffnungszeiten. Für Feiertage, Betriebsurlaub und vorübergehende Schließungen gibt es Sonderöffnungszeiten, und die sind für Handwerker die nützlichste Funktion überhaupt: Drei Wochen Betriebsurlaub im August, eingetragen, ersparen Kunden den Anruf ins Leere. Bemerkenswert ist ein Satz, den viele übersehen. Unternehmen, die nur nach Vereinbarung arbeiten, sollen laut Google gar keine Öffnungszeiten angeben.
Zum Notdienst sagen die Richtlinien nichts Eigenes. Es bleibt also beim Grundsatz, dass die Angaben stimmen müssen. Wer rund um die Uhr erreichbar ist und dann auch rausfährt, kann das so eintragen. Wer abends den Anrufbeantworter laufen lässt, sollte keine 24 Stunden angeben, sondern den Notdienst dort beschreiben, wo er hingehört: in den Leistungen, in der Beschreibung und auf der Website. Wie eine SHK-Website den Notdienst von der Badsanierung trennt, zeigt unsere Seite zur Website für Sanitär, Heizung und Klima.
Die Telefonnummer im Google-Profil des Handwerkers
Für die Nummer gelten Regeln, die bei Handwerkern öfter verletzt werden, als man denkt. Google verlangt eine Nummer, unter der der Betrieb erreichbar ist, nach Möglichkeit eine örtliche statt einer Hotline. Sonderrufnummern sind unzulässig, und Weiterleitungen, die den Anrufer nicht direkt mit dem Betrieb verbinden, ebenfalls. Die Handynummer des Meisters ist erlaubt, solange sie zum Betrieb gehört und abgenommen wird.
Baustellenfotos im Google-Profil von Handwerksbetrieben
Kein Kunde lässt einen Fremden ins Haus, nur weil die Sterne stimmen. Er will sehen, wie der Betrieb arbeitet. Fotos sind laut Googles Hilfe kein eigener Faktor für die Reihenfolge in der Karte. Sie entscheiden aber, wen der Kunde anruft, sobald er die drei Profile nebeneinander hat.
Handwerker haben dabei einen Vorteil, den kaum eine andere Branche kennt: Die Motive entstehen jeden Tag von selbst. Das fertige Bad, die neu gedeckte Gaube, die Unterverteilung vor und nach dem Umbau, das Team beim Aufbau des Gerüsts. Google wünscht sich scharfe, gut ausgeleuchtete Bilder ohne starke Bearbeitung und Filter. Technisch reichen JPG oder PNG zwischen 10 KB und 5 MB, empfohlen sind 720 mal 720 Pixel. Ein Handyfoto erfüllt das ohne Umweg, dazu kommen auf Wunsch Videos bis 30 Sekunden.
Zwei Dinge sollten Sie vor dem Hochladen klären. Ist das Haus eines Kunden erkennbar, fragen Sie kurz nach. Und Kunden können selbst Fotos zu Ihrem Profil hinzufügen. Was nicht zu Ihrem Betrieb gehört, können Sie laut Google zur Entfernung melden.
Google-Bewertungen für Handwerker: der Moment nach der Abnahme
Die meisten zufriedenen Kunden schreiben keine Bewertung, weil sie niemand darum bittet. Bei Handwerkern gibt es dafür einen natürlichen Moment: die Abnahme. Der Kunde steht im fertigen Bad, die Arbeit ist sichtbar, die Erleichterung auch. Wer in diesem Augenblick fragt, muss nicht erklären, worum es geht.
Fragen Sie alle Kunden, nicht nur die, bei denen alles glatt lief, und bieten Sie nichts dafür an. Beides verlangt Google, und beides steht mit Beispielen im Leitfaden. Dort finden Sie auch Vorlagen für eine Karte mit QR-Code und eine Zeile auf der Rechnung. Eine Grenze setzt das deutsche Wettbewerbsrecht: Die Bitte um eine Bewertung per WhatsApp, SMS oder E-Mail gilt als Werbung und braucht vorher die Einwilligung des Kunden. Die Frage im Gespräch bei der Abnahme und die Karte, die Sie dalassen, brauchen sie nicht. Eine Rechtsberatung ersetzt dieser Absatz nicht. Wie es in Ihrem Betrieb aussieht, beurteilt im Zweifel eine Kanzlei.
Früher oder später kommt auch die kritische Stimme, oft zu einem Termin, der sich verschoben hat. Wie Sie darauf ruhig und für Mitlesende überzeugend reagieren, zeigen die Vorlagen im Beitrag dazu, wie Sie auf negative Google-Bewertungen antworten.
Google-Profil statt Portalprofil: wem die Bewertungen der Handwerker gehören
Viele Handwerker haben ihre Bewertungen bisher auf einem Vermittlungsportal gesammelt. Dort hängen sie am Profil auf der Plattform, und wer das Portal verlässt, fängt woanders bei null an. Im Google-Unternehmensprofil gehören die Bewertungen zu Ihrem Betrieb, ganz gleich, welche Website, welches Portal oder welchen Dienstleister Sie später nutzen.
Das ist der Grund, warum ein gepflegtes Profil zusammen mit einer eigenen Website die eigentliche Alternative zu MyHammer und anderen Portalen ist. Das Profil bringt den Betrieb in die Karte, die Website beantwortet die Fragen, die nicht ins Profil passen: welche Arbeiten Sie annehmen, wie ein Auftrag abläuft, was ungefähr auf den Kunden zukommt. Was eine solche Website für Handwerker zeigen muss, damit aus dem Klick im Profil ein Anruf wird, steht auf unserer Seite dazu. Wie sich Profil, Empfehlungen, Portale und Anzeigen im Vergleich schlagen, ordnet der Beitrag zu den Wegen, als Betrieb Aufträge zu finden.
Und der Hausbesitzer mit der kalten Heizung? Er hätte den Betrieb aus seinem Viertel angerufen, wenn das Profil ihm einen Grund dazu gegeben hätte. Ein Einzugsgebiet statt der Privatadresse, ein paar Fotos aus Heizungskellern und ein Satz zum Notdienst hätten gereicht.
Häufig gestellte Fragen
Muss ein Handwerker seine Adresse im Google-Unternehmensprofil zeigen?
Nein. Wer an der Adresse keine Kunden empfängt, soll sie laut Googles Richtlinien sogar ausblenden und stattdessen ein Einzugsgebiet angeben. Google benötigt die Adresse nur für die Bestätigung des Profils.
Wie groß darf das Einzugsgebiet im Google-Profil sein?
Google erlaubt bis zu 20 Orte, Postleitzahlen oder Regionen. Die Grenze des gesamten Gebiets soll nicht mehr als etwa zwei Autostunden vom Standort entfernt liegen. Einen Radius kann man nicht eintragen.
Darf ein Handwerker im Google-Profil 24 Stunden geöffnet angeben?
Nur wenn es stimmt, also wenn der Betrieb rund um die Uhr erreichbar ist und auch ausrückt. Für einen Notdienst nur an bestimmten Tagen oder auf Rückruf passen die Leistungen und die Beschreibung besser. Betriebe, die nur nach Vereinbarung arbeiten, sollen laut Google keine Öffnungszeiten angeben.
Welche Kategorie wählen Handwerker im Google-Unternehmensprofil?
Die genaueste, die Googles Liste für Ihr Gewerk anbietet, und möglichst nur eine. Weitere Kategorien lohnen sich nur für eigenständige Geschäftszweige. Einzelne Arbeiten tragen Sie als Leistungen ein, nicht als Kategorie und nicht im Firmennamen.
Kostet das Google-Unternehmensprofil für Handwerker etwas?
Nein, Google bezeichnet das Profil als kostenlos. Anrufer, die Gebühren für eine Freischaltung oder einen besseren Platz in der Karte verlangen, handeln nicht im Auftrag von Google. Ein besseres lokales Ranking lässt sich laut Google auch gegen Bezahlung nicht einfordern.