Das Wichtigste in Kürze:
- Die Spanne reicht von wenigen Euro im Monat bis in den fünfstelligen Bereich – entscheidend ist nicht die Optik, sondern der Umfang
- Der größte versteckte Kostenblock sind Texte und Bilder, nicht die Programmierung
- Rechnen Sie die laufenden Kosten von Anfang an mit, sonst steht die Seite nach zwei Jahren veraltet im Netz
Sie holen drei Angebote für eine Website ein und bekommen 900 Euro, 4.500 Euro und 12.000 Euro. Alle drei Anbieter versprechen im Kern dasselbe. Wie soll man das vergleichen?
Die ehrliche Antwort: An der Zahl allein gar nicht. „Homepage" ist keine definierte Leistung, sondern ein Sammelbegriff für sehr unterschiedliche Dinge. Eine digitale Visitenkarte mit Adresse und Öffnungszeiten und ein mehrsprachiger Shop mit Terminbuchung sind beide eine Website – wirtschaftlich haben sie nichts miteinander zu tun.
Dieser Artikel zeigt Ihnen die üblichen Marktspannen in Deutschland, erklärt, welche Faktoren den Preis tatsächlich nach oben treiben, und woran Sie ein unseriöses Angebot erkennen. Alle genannten Zahlen sind Orientierungswerte, keine Angebote – seriös kalkulieren lässt sich erst, wenn der Umfang feststeht.
Die drei Wege zu einer Website
Grob gibt es drei Möglichkeiten, und sie unterscheiden sich weniger im Ergebnis als darin, wer die Arbeit macht.
| Weg | Typische Spanne | Wer arbeitet |
|---|---|---|
| Baukasten selbst gebaut | etwa 10–50 € im Monat | Sie |
| Freelancer oder kleines Studio | etwa 1.500–5.000 € einmalig | Dienstleister, Sie liefern Inhalte |
| Agentur | ab etwa 5.000 €, nach oben offen | Dienstleister, inklusive Inhalte |
Baukasten: günstig, solange Ihre Zeit nichts kostet
Wix, Jimdo, IONOS und ähnliche Anbieter liegen im niedrigen zweistelligen Monatsbereich. Technisch bekommen Sie damit eine funktionierende, verschlüsselte und handytaugliche Seite – das ist nicht wenig.
Der Haken liegt woanders. Sie investieren Ihre eigene Zeit, und zwar deutlich mehr als gedacht. Wer im Betrieb sowieso zwölf Stunden am Tag arbeitet, baut die Seite an drei Abenden zu 70 Prozent fertig und dann nie zu Ende. Diese halbfertige Seite kostet Sie mehr als jedes Angebot, weil sie Anfragen verhindert statt sie zu erzeugen.
Rechnen Sie ehrlich: Wenn Sie 25 Stunden brauchen und Ihre Arbeitsstunde im Betrieb 60 Euro erwirtschaftet, war der Baukasten nicht günstig.
Freelancer: der übliche Weg für kleine Betriebe
Für eine überschaubare Firmenwebsite mit fünf bis zehn Seiten bewegen sich Freelancer und kleine Studios meist im Bereich von etwa 1.500 bis 5.000 Euro. Das ist die Spanne, in der die meisten Handwerksbetriebe, Praxen und Kanzleien landen.
Was Sie dafür bekommen, schwankt allerdings erheblich. Manche Angebote enthalten Text und Bild, viele nicht. Genau daran zerbrechen die meisten Projekte: Der Entwickler wartet auf Ihre Texte, Sie kommen nicht dazu, und das Projekt zieht sich über Monate. Worauf es bei einer Handwerkerseite konkret ankommt, haben wir am Beispiel von Websites für Handwerksbetriebe im Enzkreis durchgespielt.
Agentur: sinnvoll ab einer gewissen Komplexität
Oberhalb von etwa 5.000 Euro fangen Agenturprojekte an, und nach oben gibt es keine natürliche Grenze. Der Aufschlag geht nicht in schönere Farben, sondern in Strategie, Texterstellung, Fotografie und Projektsteuerung.
Für einen Zweimannbetrieb ist das selten die richtige Wahl. Für ein Industrieunternehmen, das über die Website Fachkräfte und Einkäufer gleichzeitig ansprechen muss, ist es oft die einzige.
Was den Preis wirklich treibt
Die Programmierung ist bei kleinen Websites längst nicht mehr der teure Teil. Vier andere Punkte entscheiden.
Wer die Texte schreibt
Das ist der mit Abstand größte versteckte Posten. Eine Seite mit acht Unterseiten braucht acht durchdachte Texte, und die schreiben sich nicht nebenbei. Wenn Sie sie selbst liefern, sinkt der Angebotspreis spürbar – aber nur, wenn Sie sie auch tatsächlich liefern.
Lassen Sie die Texte schreiben, kalkulieren Sie pro Seite mit einem eigenen Posten. Dass Text kein Beiwerk ist, sondern der Teil, der verkauft, zeigt sich an jeder Seite, die viel Besucher und wenig Anfragen hat – dazu haben wir aufgeschrieben, wie Website-Texte aussehen, die tatsächlich verkaufen.
Woher die Bilder kommen
Stockfotos sind billig und sehen nach Stockfotos aus. Bei einem lokalen Betrieb fällt das negativ auf, weil Kunden genau die Menschen sehen wollen, die später bei ihnen zu Hause stehen. Ein halber Tag mit einem Fotografen kostet einige hundert Euro und ist meist besser investiert als die gleiche Summe in Technik.
Welche Funktionen dazukommen
Ein Kontaktformular ist Standard. Terminbuchung, Kundenlogin, Shop oder Mehrsprachigkeit sind es nicht – jede dieser Funktionen verschiebt das Projekt in eine andere Größenordnung, weil sie nicht nur gebaut, sondern auch dauerhaft gepflegt und rechtlich abgesichert werden muss.
Barrierefreiheit
Seit Inkrafttreten des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes betrifft das Thema deutlich mehr Unternehmen als früher. Ob und in welchem Umfang Ihre Website darunterfällt, hängt von Ihrem Angebot und Ihrer Unternehmensgröße ab. Nachträglich umzubauen ist teurer, als es von Anfang an mitzudenken – was konkret zu prüfen ist, steht in unserer Checkliste zur Barrierefreiheit nach BFSG.
Was danach noch läuft
Viele Angebote nennen nur den Erstellungspreis. Die laufenden Kosten fallen trotzdem an.
| Posten | Typische Größenordnung |
|---|---|
| Domain | etwa 10–20 € im Jahr |
| Hosting | etwa 5–30 € im Monat |
| Technische Pflege und Updates | je nach System, oft monatlich |
| Inhaltliche Aktualisierung | nach Aufwand |
Der letzte Punkt wird am häufigsten unterschätzt. Eine Website ist kein Möbelstück, das man einmal hinstellt. Öffnungszeiten ändern sich, Leistungen kommen dazu, Mitarbeiter wechseln. Eine Seite, die drei Jahre unangetastet bleibt, wirkt auf Besucher wie ein Schaufenster mit verstaubter Dekoration.
Klären Sie deshalb vor der Beauftragung eine Frage, die in Angeboten selten steht: Wer ändert später etwas, und was kostet das? Wenn jede Textänderung eine Rechnung auslöst, wird die günstige Seite über die Jahre teuer.
Woran Sie ein schlechtes Angebot erkennen
Ein Festpreis ohne Rückfragen ist das deutlichste Warnsignal. Wer Ihnen eine Website anbietet, ohne vorher gefragt zu haben, wie viele Seiten Sie brauchen, wer die Texte liefert und was die Seite erreichen soll, kalkuliert entweder ins Blaue oder verkauft eine Schablone.
Genauso kritisch: Angebote, bei denen Sie am Ende keinen Zugang zu Ihrer eigenen Domain und Ihren eigenen Daten haben. Das fällt erst auf, wenn Sie wechseln wollen – und dann ist es ein echtes Problem.
Und drittens: Versprechen zu Google-Platzierungen. Niemand kann eine bestimmte Position zusagen, weil niemand den Algorithmus kontrolliert. Seriöse Anbieter sagen Ihnen, woran sie arbeiten, nicht welchen Platz Sie bekommen.
Was eine Website kosten darf
Die nützlichere Frage lautet nicht „Was kostet das?", sondern „Ab wann hat sich das getragen?".
Rechnen Sie mit Ihrem eigenen durchschnittlichen Auftragswert. Wenn ein neuer Kunde Ihnen 800 Euro bringt und die Website 3.000 Euro kostet, brauchen Sie vier zusätzliche Aufträge – über die Lebensdauer einer Website von mehreren Jahren gerechnet, ist das eine niedrige Hürde. Bei einem Auftragswert von 80 Euro sieht dieselbe Rechnung völlig anders aus, und ein schlankeres Vorgehen ist angemessen.
Diese Rechnung sagt Ihnen mehr über Ihr Budget als jeder Preisvergleich. Sie erklärt auch, warum eine Zahnarztpraxis und ein Kiosk nicht dieselbe Website brauchen, obwohl beide „nur eine Homepage" wollen. Warum sich die Investition auch für kleine Betriebe rechnet, haben wir am Beispiel der Frage, ob KMU im Enzkreis überhaupt eine Website brauchen, durchgerechnet.
Bevor Sie Angebote einholen, lohnt ein Blick auf den Ist-Zustand. Unser kostenloser Website-Check prüft in wenigen Sekunden, ob Ihre bestehende Seite gefunden wird, am Handy funktioniert und rechtlich sauber ist – und sagt Ihnen in verständlicher Sprache, was zuerst dran wäre. Manchmal ist das Ergebnis, dass gar keine neue Website nötig ist, sondern nur ein paar gezielte Korrekturen.
Häufig gestellte Fragen
Was kostet eine Homepage im Monat?
Beim Baukasten zahlen Sie typischerweise einen niedrigen zweistelligen Betrag monatlich, in dem Hosting und Software enthalten sind. Bei einer individuell erstellten Website fallen die Erstellungskosten einmalig an, dazu kommen laufend Hosting und Domain sowie je nach Vereinbarung Pflege und Aktualisierung. Lassen Sie sich diese laufenden Posten immer im Angebot ausweisen.
Ist eine teure Website automatisch besser?
Nein. Der Preis sagt vor allem etwas über den Umfang aus, nicht über die Qualität. Eine schlanke, schnelle Seite mit klaren Texten und guten Fotos schlägt eine aufwendig animierte Seite, auf der niemand die Telefonnummer findet. Entscheidend ist, ob die Seite Anfragen erzeugt – und das hängt an Inhalt und Struktur, nicht am Budget.
Kann ich die Website später erweitern?
In der Regel ja, wenn Sie das vorher ansprechen. Wichtig ist, dass Sie Zugang zu Domain, Hosting und Inhalten behalten und dass ein verbreitetes System eingesetzt wird. Klären Sie vor der Beauftragung, was eine spätere Erweiterung ungefähr kosten würde – die Antwort verrät viel über den Anbieter.
Wie lange dauert es, bis eine Website fertig ist?
Bei einer kleinen Firmenwebsite sind wenige Wochen realistisch, sofern Texte und Bilder zügig vorliegen. Verzögerungen entstehen fast nie in der Technik, sondern beim Warten auf Inhalte. Wenn Sie Termindruck haben, klären Sie zuerst, wer die Texte schreibt.