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Google-Profil für die Arztpraxis: Jameda oder Google?

Google-Unternehmensprofil für Arztpraxen: Kategorie, Sprechzeiten, Termin-Link, mehrere Ärzte, Bewertungen trotz Schweigepflicht und Jameda im Vergleich.

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Google-Profil für die Arztpraxis: Jameda oder Google?

Das Wichtigste in Kürze:

  • Wer bei Google nach einer Praxis sucht, sieht in der Regel zuerst die Karte mit den Unternehmensprofilen. Das Google-Profil ist kostenlos, Jameda kommt danach
  • In einer Gemeinschaftspraxis bekommt der Standort ein eigenes Profil. Ärztinnen und Ärzte mit eigenen Patienten dürfen zusätzlich eines führen, dann nur mit ihrem Namen
  • Um Bewertungen bitten Sie alle Patienten, nicht nur die zufriedenen. In der Antwort gilt die Schweigepflicht, auch wenn der Patient seinen Namen selbst nennt

Ein Beispiel, so oder ähnlich in vielen Städten: Sonntagabend, kurz nach neun. Ein Mann ist vor drei Wochen in eine neue Stadt gezogen, der Husten wird nicht besser, und einen Hausarzt hat er hier noch nicht. Er tippt „Hausarzt" ins Handy und sieht eine Karte mit drei Praxen. Bei der ersten stehen keine Sprechzeiten. Die zweite zeigt 4,6 Sterne, Fotos vom Empfang und einen Knopf „Termin buchen". Zur dritten gehört ein Jameda-Profil mit vielen Bewertungen, aber das sieht er erst, als er schon gebucht hat. Bei der zweiten.

Auf der anderen Seite sitzt die Praxismanagerin der ersten Praxis. Das Google-Unternehmensprofil der Arztpraxis hat der Vorgänger bei der Übernahme angelegt, das Passwort kennt niemand mehr, und für Jameda zahlt die Praxis seit Jahren ein Paket. Ihre Frage: Jameda oder Google? Dieser Beitrag beantwortet sie, zeigt, wie Praxen ihr Profil einrichten, und wo bei Bewertungen die Grenzen liegen.

Was Patienten im Google-Unternehmensprofil der Arztpraxis zuerst sehen

Die kurze Antwort lautet: zuerst Google, dann Jameda. Wer bei Google nach einer Praxis in der Nähe sucht, sieht die Karte mit den Unternehmensprofilen meist vor den übrigen Treffern, also auch vor dem Eintrag bei Jameda. Das Profil ist kostenlos. Ein gepflegtes Jameda-Profil schadet nicht, ersetzt es aber nicht.

In diesen wenigen Zeilen entscheidet sich viel. Name, Sterne, „Geöffnet" oder „Geschlossen", die Telefonnummer zum Antippen, ein Knopf für den Termin und ein paar Fotos. Wie die Plätze in der Karte vergeben werden, beschreibt Google mit drei Faktoren: Relevanz, Entfernung und Bekanntheit. Die Entfernung können Sie nicht ändern. Relevanz entsteht aus vollständigen, richtigen Angaben, Bekanntheit unter anderem aus Bewertungen. Wie das Profil grundsätzlich angelegt, bestätigt und gepflegt wird, steht im Leitfaden zum Google-Unternehmensprofil. Hier geht es um das, was in einer Praxis anders ist.

Das Google-Profil der Arztpraxis einrichten: Name, Kategorie, Sprechzeiten

Beim Namen ist Google streng. Er soll so lauten wie auf dem Praxisschild und überall sonst, ohne Zusätze. „Hausarztpraxis Dr. med. Weber" ist ein Name. „Hausarzt Dr. Weber Akupunktur Reisemedizin Innenstadt" verstößt gegen die Richtlinien für die Darstellung von Unternehmen auf Google, die Werbesprüche, Ortsangaben und ähnliche Zusätze im Namen ausschließen. Akademische Titel wie „Dr. med." sind dagegen ausdrücklich erlaubt.

Bei der Kategorie gilt: so wenige wie möglich, so genau wie möglich. Tippen Sie Ihre Fachrichtung ins Feld und nehmen Sie den genauesten Eintrag, den Googles Liste anbietet. Google verlangt, dass die Kategorie beschreibt, was die Praxis ist, nicht was sie hat. Akupunktur, Reiseimpfungen oder Ernährungsberatung gehören in die Leistungen und in die Beschreibung.

Sprechzeiten und Telefon im Google-Profil der Praxis

Google verlangt die üblichen Öffnungszeiten. Für Praxisurlaub, Brückentage und Fortbildungen gibt es Sonderöffnungszeiten, und die sind in einer Praxis die nützlichste Funktion überhaupt: Zwei Wochen Urlaub im August, eingetragen, ersparen dem Empfang viele Anrufe und Patienten den Weg vor die verschlossene Tür. Eine Ausnahme kann Praxen betreffen, die ausschließlich mit vereinbartem Termin arbeiten, etwa manche psychotherapeutische Praxis. Für Betriebe, die nur nach Vereinbarung öffnen, sieht Google gar keine Öffnungszeiten vor.

Die Nummer muss direkt zur Praxis führen. Sonderrufnummern und Weiterleitungen, die den Anrufer nicht direkt mit der Praxis verbinden, lässt Google nicht zu.

Termin-Link im Google-Unternehmensprofil der Arztpraxis

Im Profil lässt sich ein Link für die Terminvereinbarung hinterlegen. In der Google-Suche wählen Sie dafür „Buchung", in Google Maps „Profil bearbeiten", dann „Link hinzufügen". Bei mehreren Links legen Sie einen als bevorzugt fest, der dann oben steht. Wichtig für Praxen: Laut Googles Hilfe können ausgewählte Buchungsanbieter ihre Links auch ohne Zutun der Praxis ins Profil bringen.

Das ist praktisch, solange es der Anbieter ist, mit dem Sie arbeiten. Nach einem Wechsel des Terminsystems steht dort manchmal noch der alte Link. Über „Buchung" und „Anbieter entfernen" lassen Sie ihn löschen, der Anbieter muss ihn laut Google dann innerhalb von fünf Tagen entfernen.

Mehrere Ärzte, ein Standort: wie viele Google-Profile die Arztpraxis braucht

Für Gemeinschaftspraxen, Praxisgemeinschaften und MVZ hat Google eigene Regeln. Ärztinnen und Ärzte gelten dort als „unabhängige Fachkräfte". Sie dürfen ein eigenes Profil führen, wenn sie selbst Patienten behandeln und am Standort während der angegebenen Zeiten direkt erreichbar sind. Angestellte im Empfang oder in der Verwaltung bekommen kein eigenes Profil. Und niemand legt mehrere Profile an, eines je Schwerpunkt.

Arbeiten mehrere Ärzte am selben Standort, bekommt die Praxis ein eigenes Profil für den Standort. Die Profile der einzelnen Ärzte tragen dann nur deren Namen, ohne den Namen der Praxis. Ist an einem Standort nur eine Ärztin tätig, die unter einem Praxisnamen auftritt, empfiehlt Google ein gemeinsames Profil im Format „[Praxisname]: [Name der Ärztin]".

Ob jede Ärztin ein eigenes Profil braucht, ist eine praktische Frage. Für ein eigenes spricht, dass viele Patienten nach dem Namen suchen, den ihnen jemand empfohlen hat. Dagegen spricht, dass sich die Bewertungen auf mehrere Profile verteilen und jedes gepflegt werden will.

Klären Sie in beiden Fällen schriftlich, wer welches Profil verwaltet. Scheidet eine Kollegin aus, sollte das nicht erst auffallen, wenn ihr Profil noch Sprechzeiten zeigt. Wie Sie Zugänge verteilen und an ein Profil kommen, das der Vorgänger angelegt hat, steht im Beitrag dazu, wie Sie ein Google-Unternehmensprofil verwalten und Nutzer hinzufügen.

Patientenbewertungen im Google-Profil: Googles Regeln für Praxen

Die meisten zufriedenen Patienten schreiben keine Bewertung, weil niemand fragt. Fragen ist erlaubt, aber nach Googles Regeln. Die Richtlinien für Inhalte auf Google Maps verbieten es, gezielt um positive Rezensionen zu bitten oder negative zu verhindern. Ebenso verboten sind Anreize, und Google untersagt auch, bestimmte Inhalte zu verlangen, etwa dass eine bestimmte Mitarbeiterin genannt wird. Ein „Bitte erwähnen Sie Dr. Weber" auf der Karte am Empfang ist deshalb keine gute Idee. Bewertungen von Personal oder Familie gelten als Interessenkonflikt.

Für eine Praxis heißt das: Die Bitte richtet sich an alle. Ein Aufsteller mit QR-Code am Empfang, den jeder sieht, erfüllt das. Eine Karte, die die Mitarbeiterin am Tresen nur den sichtlich zufriedenen Patienten zusteckt, nicht.

Für eine Bitte per Mail oder SMS verlangt das deutsche Wettbewerbsrecht vorher die Einwilligung. In einer Praxis kommt hinzu, dass schon die Kontaktdaten zur Behandlung gehören. Dieser Abschnitt ist keine Rechtsberatung, im Zweifel fragen Sie Ihre Kammer oder eine auf Medizinrecht spezialisierte Kanzlei. Wie Sie den Link zur Bewertung und den QR-Code dafür erstellen, steht im Beitrag zu Google-Bewertungen für lokale Unternehmen.

Auf Patientenbewertungen antworten: die Schweigepflicht der Arztpraxis

Beim Antworten gilt eine Grenze, die andere Branchen nicht kennen. Schon die Bestätigung, dass jemand in Behandlung war, kann die Schweigepflicht berühren. Das gilt erst recht für Diagnosen, Termine oder den Namen, auch wenn der Patient ihn selbst unter die Bewertung gesetzt hat. Antworten Sie deshalb so, als wüssten Sie nicht, wer schreibt: freundlich, allgemein, mit einem Angebot, die Praxisleitung direkt anzurufen.

Dass Datenschutzbehörden solche Antworten prüfen und Bußgelder verhängen, zeigt der Beitrag mit Vorlagen für Antworten auf negative Google-Bewertungen, darunter vier für Praxen. Für Beschreibung, Fotos und Beiträge im Profil gelten außerdem die Werbegrenzen für Heilberufe, also keine Heilversprechen und keine irreführenden Aussagen.

Jameda, Doctolib und das Google-Profil der Arztpraxis im Vergleich

Zurück zur Praxismanagerin und ihrer Frage. Die drei Dienste machen nicht dasselbe, und deshalb ist „oder" meist die falsche Frage. Das Google-Profil bringt die Praxis in die Karte. Jameda ist ein Arztbewertungsportal mit eigener Suche. Doctolib ist vor allem ein System für Terminbuchung und Praxisorganisation.

Dienst (Stand: Oktober 2026)was es kostetwas die Praxis davon hat
Google-UnternehmensprofilkostenlosPlatz in Karte und Suche, Bewertungen, Termin-Link eines Anbieters
Jameda Basis0 €Profil mit Kontaktdaten und Sprechzeiten, Bewertungen lesen und kommentieren
Jameda Gold Pro119 € im Monat zzgl. MwSt., jährliche Abrechnungdazu Profilbild, Online-Terminvergabe, Erinnerungen, Buchungen über Google
Jameda Platin199 € im Monat zzgl. MwSt., jährliche Abrechnungdazu prominente Platzierungen, Praxisvideos, persönliche Betreuung
Doctolibkeine öffentliche Preisliste gefundenTerminbuchung und Praxissoftware, Konditionen laut Angebot

Die Preise für Jameda stammen von der Preisseite des Portals. Die bezahlten Pakete laufen mindestens zwölf Monate und verlängern sich ohne Kündigung um weitere zwölf. Bei Doctolib haben wir keine Preisliste gefunden, die sich prüfen ließe. Fragen Sie dort nach dem Gesamtbetrag über die volle Laufzeit.

Daraus ergibt sich eine schlichte Reihenfolge. Zuerst das Google-Profil vollständig einrichten, weil es nichts kostet und am meisten gesehen wird. Dann das kostenlose Jameda-Profil übernehmen, mit denselben Sprechzeiten und demselben Website-Link. Ein bezahltes Paket lohnt sich vor allem, wenn Sie die Online-Terminvergabe über genau diesen Anbieter wollen. Vergleichen Sie es dann mit Doctolib als Terminsystem, nicht als Bewertungsportal.

Google-Profil und Website der Arztpraxis zusammen denken

Das Profil beantwortet, wo die Praxis ist und wann sie offen hat. Alles andere passt nicht hinein: welche Ärzte dort arbeiten, ob neue Patienten aufgenommen werden, welche Leistungen die Kasse trägt, wo man parkt und ob der Eingang ohne Stufen ist. Dafür braucht es die eigene Seite. Was eine Website für die Arztpraxis zeigen muss, damit der Klick im Profil zum Termin wird, steht auf unserer Seite dazu, und was sie kostet, rechnet der Beitrag Was kostet eine Website für eine Arztpraxis mit Marktpreisen vor.

In den meisten Einzelpraxen pflegt der Empfang das Profil selbst. Abgeben lohnt sich bei mehreren Standorten oder wenn niemand Zeit dafür hat. Unsere Betreuung des Google-Unternehmensprofils kostet ab 150 € im Monat, zusammen mit SEO und KI-Sichtbarkeit. Sie läuft mindestens sechs Monate und ist danach mit einem Monat Frist kündbar. Wie Praxen darüber hinaus innerhalb der Werbegrenzen sichtbar werden, beschreibt der Beitrag zum Marketing für Ärzte.

Und der Mann mit dem Husten? Er hätte auch bei der ersten Praxis gebucht, sie lag zwei Straßen näher. Ihm fehlten nur die Sprechzeiten und ein Knopf, auf den er am Sonntagabend drücken konnte.

Häufig gestellte Fragen

Ist das Google-Unternehmensprofil für Arztpraxen kostenlos?

Ja, Google bezeichnet das Unternehmensprofil als kostenlos. Das gilt auch für Praxen und für die Profile einzelner Ärzte. Kosten entstehen nur, wenn Sie die Pflege abgeben oder einen bezahlten Buchungsanbieter einbinden.

Braucht jeder Arzt einer Gemeinschaftspraxis ein eigenes Google-Profil?

Pflicht ist es nicht. Google erlaubt Ärzten ein eigenes Profil, wenn sie selbst Patienten behandeln und am Standort zu den angegebenen Zeiten erreichbar sind. Arbeiten dort mehrere Ärzte, bekommt die Praxis ein eigenes Profil für den Standort, und die Profile der Ärzte tragen nur deren Namen.

Darf eine Arztpraxis Patienten um Google-Bewertungen bitten?

Ja, aber alle Patienten und ohne Gegenleistung. Google verbietet, gezielt nur zufriedene Patienten zu fragen oder bestimmte Inhalte zu verlangen. Eine Bitte per Mail oder SMS braucht vorher die Einwilligung. Das ist keine Rechtsberatung.

Wie antwortet eine Arztpraxis auf Google-Bewertungen trotz Schweigepflicht?

So, als wüsste die Praxis nicht, wer schreibt. Keine Bestätigung, dass jemand Patient war, keine Diagnose, kein Termin und kein Name. Eine kurze, freundliche Antwort mit dem Angebot, die Praxisleitung anzurufen, genügt.

Was kostet Jameda für Ärzte im Vergleich zum Google-Profil?

Das Basisprofil bei Jameda kostet nichts, Gold Pro laut Preisseite 119 € und Platin 199 € im Monat zuzüglich Mehrwertsteuer, bei zwölf Monaten Mindestlaufzeit (Stand: Oktober 2026). Beim Google-Profil fällt nichts an.

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