Das Wichtigste in Kürze:
- Prüfen Sie zuerst, wer die Inhaberschaft hat – erschreckend oft ist es ein ehemaliger Mitarbeiter oder eine frühere Agentur
- Öffnungszeiten an Feiertagen sind die Angabe mit dem größten Ärgerpotenzial und dem geringsten Aufwand
- Ändern Sie Kernangaben nacheinander statt alle auf einmal, sonst lösen Sie eine Prüfung aus
Das Profil steht, die Bestätigung ist durch, der Eintrag erscheint. Damit ist die Arbeit nicht erledigt, sondern verlagert sich – von der Einrichtung auf die Pflege.
Zwei Fragen entscheiden dabei über den praktischen Nutzen: Wer darf das Profil überhaupt bearbeiten, und was gehört wie oft aktualisiert? Beides klingt nach Verwaltungskram und ist genau der Punkt, an dem die meisten Profile über die Jahre verwahrlosen.
Falls Sie noch ganz am Anfang stehen, führt unsere Anleitung zum Eintragen der Firma bei Google durch die Einrichtung. Dieser Artikel setzt danach an.
Wem Ihr Profil eigentlich gehört
Sehen Sie in den Einstellungen unter den Nutzern nach, wer als Inhaber geführt wird. Diese Prüfung dauert eine Minute und fördert überraschend häufig Unangenehmes zutage.
Typische Fälle: Der Eintrag wurde vor Jahren vom Neffen des Chefs angelegt, der längst weggezogen ist. Oder von einer Agentur, mit der man sich getrennt hat. Oder von einem Mitarbeiter über dessen privates Google-Konto, und dieser Mitarbeiter ist inzwischen bei der Konkurrenz.
Google unterscheidet zwischen Inhabern und Verwaltern. Der Hauptinhaber hat die weitestgehenden Rechte, kann Nutzer hinzufügen und entfernen und die Inhaberschaft übertragen. Verwalter dürfen das Profil pflegen, aber nicht darüber verfügen.
Für einen Betrieb heißt das: Die Inhaberschaft gehört auf ein Firmenkonto, auf das mehr als eine Person zugreifen kann. Wer intern oder extern am Profil arbeitet, bekommt eine Verwalterrolle. So verlieren Sie den Eintrag nicht, wenn jemand geht.
Zugriff zurückholen, wenn niemand mehr rankommt
Wenn Sie den bestehenden Inhaber noch erreichen, ist es einfach: Er überträgt die Inhaberschaft, Sie bestätigen. Das ist der saubere Weg und dauert Minuten.
Ist die Person nicht erreichbar, können Sie über Google den Zugriff anfordern. Google benachrichtigt dann den eingetragenen Inhaber, der einige Tage Zeit hat zu reagieren. Antwortet niemand, haben Sie gute Chancen, den Zugriff zu erhalten – Sie müssen dabei nachweisen, dass Sie zum Unternehmen gehören.
Legen Sie auch in dieser Situation kein zweites Profil an. Zwei Einträge an derselben Adresse führen zuverlässig zu Problemen, wie unser Beitrag dazu zeigt, was bei einem gesperrten Google-Unternehmensprofil zu tun ist.
Was wann aktualisiert gehört
Nicht alles muss ständig gepflegt werden. Diese Übersicht deckt ab, was in der Praxis relevant ist.
| Anlass | Was zu tun ist |
|---|---|
| Feiertage und Betriebsurlaub | Sonderöffnungszeiten eintragen, am besten für das ganze Jahr im Voraus |
| Neue Leistung im Angebot | Leistungen ergänzen, gegebenenfalls Zusatzkategorie prüfen |
| Umzug oder neue Rufnummer | Änderung einzeln vornehmen, danach Website und Verzeichnisse angleichen |
| Neue Fotos vom Betrieb | Hochladen, ältere Aufnahmen aussortieren |
| Neue Bewertung | Beantworten, positiv wie negativ |
Der erste Punkt ist der mit dem besten Verhältnis von Aufwand zu Wirkung. Wer an Heiligabend vor verschlossener Tür steht, weil Google „geöffnet" angezeigt hat, schreibt darüber eine Bewertung. Sonderöffnungszeiten lassen sich für das ganze Jahr im Voraus hinterlegen – ein Termin im Januar, und das Thema ist erledigt.
Änderungen, die eine Prüfung auslösen
Nicht jede Bearbeitung ist harmlos. Firmenname, Adresse, Kategorie und Telefonnummer sind die Angaben, an denen Google Manipulation erkennen will.
Ändern Sie deshalb nie mehrere davon am selben Tag. Wer nach einem Umzug gleichzeitig Adresse, Rufnummer und Kategorie anpasst, erzeugt genau das Muster, das nach einer Übernahme eines fremden Eintrags aussieht – und findet sich im schlimmsten Fall in der Sperrung wieder.
Gehen Sie stattdessen der Reihe nach vor, mit einigen Tagen Abstand, und passen Sie parallel Website und Verzeichnisse an. Warum diese Übereinstimmung so viel ausmacht, erklärt unser Beitrag zur NAP-Konsistenz bei Firmendaten.
Was Kunden im Profil tatsächlich ansehen
Fotos stehen ganz oben. Sie werden häufiger angeschaut als jeder Text, und der Unterschied zwischen Stockmaterial und echten Aufnahmen aus dem Betrieb fällt sofort auf. Welche Bilder bei lokalen Kunden wirken, haben wir im Beitrag zu Fotos für lokales Marketing zusammengetragen.
Bewertungen sind der zweite Punkt, und zwar nicht nur die Sterne, sondern Ihre Antworten darauf. Eine sachliche Antwort auf eine schlechte Bewertung überzeugt Mitleser oft mehr als zehn gute ohne Reaktion – dazu haben wir aufgeschrieben, wie lokale Unternehmen zu Google-Bewertungen kommen.
Die Funktion, die fast niemand nutzt
Im Profil gibt es einen Bereich für Fragen und Antworten. Das Entscheidende daran: Jeder kann dort antworten, nicht nur Sie. Wenn eine Kundin fragt, ob Sie samstags geöffnet haben, kann irgendein Fremder eine falsche Antwort hinterlassen, und die steht dann in Ihrem Profil.
Beugen Sie vor, indem Sie die häufigsten Fragen selbst einstellen und beantworten – Parkmöglichkeiten, Barrierefreiheit, Zahlungsarten, Terminvereinbarung. Das kostet zwanzig Minuten und verhindert Fehlinformationen.
Regelmäßige Beiträge sind der letzte Baustein; wie sich das ohne großen Aufwand organisieren lässt, steht in unserem Artikel zum Planen von Beiträgen im Unternehmensprofil.
Wer das im Betrieb machen sollte
Am besten eine feste Person mit einem festen Termin. In der Praxis funktioniert eine halbe Stunde im Monat: Bewertungen beantworten, Fragen prüfen, ein bis zwei aktuelle Fotos hochladen, im Januar zusätzlich die Feiertage für das Jahr eintragen.
Das klingt nach wenig und ist trotzdem mehr, als die meisten Wettbewerber tun. Genau darin liegt der Vorteil: Ein gepflegtes Profil hebt sich in einem Umfeld ab, in dem viele Einträge seit Jahren unangetastet sind.
Wie Profil, Website und regionale Signale zusammenspielen, fasst unser Leitfaden zu lokalem SEO zusammen. Und ob Ihre Website die Angaben aus dem Profil sauber spiegelt, prüft in wenigen Sekunden der kostenlose Website-Check.
Häufig gestellte Fragen
Wie bekomme ich Zugriff auf ein Profil, das jemand anderes angelegt hat?
Fragen Sie zuerst die Person, die als Inhaber eingetragen ist – die Übertragung dauert dann nur Minuten. Ist sie nicht erreichbar, fordern Sie über Google den Zugriff an. Google benachrichtigt den eingetragenen Inhaber, der einige Tage Zeit zur Reaktion hat; bleibt eine Antwort aus, können Sie den Zugriff erhalten, wenn Sie Ihre Zugehörigkeit zum Unternehmen belegen.
Kann ich mehreren Mitarbeitern Zugriff geben?
Ja, und das ist auch sinnvoll. Vergeben Sie Verwalterrollen an die Personen, die das Profil pflegen, und behalten Sie die Inhaberschaft auf einem Firmenkonto. So bleibt der Eintrag im Unternehmen, auch wenn jemand ausscheidet.
Wie oft sollte ich das Profil aktualisieren?
Eine halbe Stunde im Monat reicht für Bewertungen, Fragen und aktuelle Fotos. Dazu kommen anlassbezogene Änderungen bei neuen Leistungen oder Kontaktdaten sowie einmal jährlich die Sonderöffnungszeiten für Feiertage und Betriebsurlaub.
Warum verschwinden Änderungen wieder?
Bearbeitungen an sensiblen Feldern wie Name, Adresse oder Kategorie durchlaufen eine Prüfung und werden gelegentlich zurückgesetzt. Auch Nutzer können Änderungen vorschlagen, die Google übernimmt. Prüfen Sie das Profil deshalb regelmäßig und ändern Sie Kernangaben nacheinander statt gleichzeitig.