Das Wichtigste in Kürze:
- Legen Sie auf keinen Fall ein neues Profil an – das verschlimmert die Lage und kostet Sie zusätzlich Zeit
- Die meisten Sperrungen gehen auf Adresse, Firmenname oder Kategorie zurück, nicht auf böse Absicht
- Sammeln Sie Nachweise, bevor Sie den Antrag stellen: ein gut belegter Antrag entscheidet den Fall
Sie googeln Ihren eigenen Firmennamen, und der Eintrag rechts ist weg. Kein Kartenpunkt, keine Öffnungszeiten, keine Bewertungen. Im Dashboard steht stattdessen ein Hinweis auf eine Sperrung.
Das ist unangenehm, aber in den meisten Fällen reparabel. Sperrungen entstehen selten, weil jemand betrogen hat – sie entstehen, weil eine automatische Prüfung angeschlagen hat. Eine geänderte Adresse, ein Zusatz im Firmennamen, ein umgezogener Betrieb: Das reicht oft schon.
Wichtig ist, was Sie in den nächsten Stunden tun. Die häufigste Reaktion ist gleichzeitig der teuerste Fehler.
Der Fehler, der alles schlimmer macht
Legen Sie kein neues Profil an.
Der Reflex ist verständlich: Der Eintrag ist weg, also macht man einen neuen. Google erkennt das jedoch als Dublette zu einem gesperrten Eintrag. Statt eines gesperrten Profils haben Sie dann zwei Fälle, die beide geprüft werden müssen, und die Bearbeitung dauert länger.
Genauso wenig hilft es, den Antrag mehrfach zu stellen. Jede Einreichung erzeugt einen eigenen Vorgang. Wer aus Ungeduld dreimal schreibt, landet nicht schneller oben, sondern verteilt seinen Fall auf drei Bearbeiter.
Zwei Arten von Sperrung
Sehen Sie zuerst nach, womit Sie es zu tun haben. Der Unterschied bestimmt die Dringlichkeit.
| Art | Woran Sie es erkennen | Bedeutung |
|---|---|---|
| Eingeschränkt | Profil ist noch sichtbar, aber Sie können nichts bearbeiten | Prüfung läuft, Bestätigung fehlt oder wurde zurückgesetzt |
| Deaktiviert | Profil ist aus Suche und Maps verschwunden | Vollständige Sperrung, Antrag auf Wiederherstellung nötig |
Bei der eingeschränkten Variante reicht oft eine erneute Bestätigung des Standorts – wie die abläuft, steht in unserer Anleitung dazu, wie Sie Ihre Firma bei Google eintragen und bestätigen. Bei der Deaktivierung müssen Sie tatsächlich einen Antrag stellen – und der sollte sitzen.
Woran es meistens liegt
Bevor Sie etwas einreichen, klären Sie die Ursache. Ein Antrag ohne beseitigte Ursache wird abgelehnt, und die zweite Runde ist zäher als die erste.
Die Adresse passt nicht zum Geschäftsmodell
Das ist mit Abstand der häufigste Auslöser. Google unterscheidet zwischen Betrieben, die Kunden an einer Adresse empfangen, und solchen, die zum Kunden fahren. Ein Handwerker ohne Ladenlokal, der seine Privatadresse als Geschäftsadresse anzeigt, fällt genau in diese Lücke.
Die Lösung ist nicht, die Adresse zu verstecken, sondern das Profil korrekt als Dienstleistungsgebiet zu führen. Auch virtuelle Büros, Coworking-Adressen und Postfächer lösen regelmäßig Sperrungen aus, weil sich dort kein Betrieb nachweisen lässt.
Der Firmenname enthält Zusätze
Ein Name wie „Müller Elektro – Elektriker Pforzheim, Notdienst 24h" wirkt auf den ersten Blick clever. Google wertet ihn als Manipulation, weil er Suchbegriffe enthält, die nicht zum eingetragenen Firmennamen gehören.
Ins Namensfeld gehört der Name, unter dem Sie tatsächlich firmieren – also der, der auch am Gebäude und auf der Rechnung steht. Leistungen und Ort gehören in die Kategorien und in die Beschreibung. Wie Sie Ortsbezüge stattdessen sauber unterbringen, zeigt unser Beitrag zu lokalen Keywords und ihrer richtigen Verwendung.
Kategorie und Website passen nicht zusammen
Wenn das Profil eine Zahnarztpraxis ausweist, die Website aber ein Online-Shop ist, entsteht ein Widerspruch. Dasselbe gilt, wenn die hinterlegte Website auf ein Social-Media-Profil oder eine Branchenverzeichnis-Seite zeigt statt auf eine eigene Domain.
Mehrere Profile für denselben Standort
Zwei Einträge an einer Adresse – etwa aus einer Umfirmierung oder weil ein früherer Mitarbeiter einmal einen Eintrag angelegt hat – führen zuverlässig zu Problemen. Dass identische Firmendaten überall entscheidend sind, gilt hier besonders; die Hintergründe stehen im Beitrag zur NAP-Konsistenz bei lokalen Firmendaten.
Viele Änderungen auf einmal
Wer Name, Adresse, Kategorie und Telefonnummer am selben Tag ändert, löst eine Prüfung aus. Das ist kein Fehlverhalten, sondern ein Muster, das nach Übernahme eines fremden Eintrags aussieht.
So gehen Sie vor
Die Reihenfolge ist wichtig – halten Sie sie ein.
- Ursache prüfen und beheben: Name auf die eingetragene Firmierung zurücksetzen, Adresse oder Dienstleistungsgebiet korrigieren, Kategorie und Website in Einklang bringen.
- Nachweise zusammenstellen, bevor Sie etwas einreichen.
- Über die Hilfe zum Google Unternehmensprofil den Antrag auf Wiederherstellung stellen und die Nachweise anhängen.
- Warten und nichts Weiteres einreichen.
- Nach der Wiederherstellung das Profil vollständig ausfüllen und aktiv halten.
Welche Nachweise überzeugen
In Deutschland eignen sich vor allem Unterlagen, die den Betrieb an genau dieser Adresse belegen. Die Gewerbeanmeldung ist der naheliegendste Nachweis, dazu ein Handelsregisterauszug, sofern vorhanden. Ergänzen Sie Fotos, die Ihr Firmenschild am Gebäude zeigen, idealerweise mit Hausnummer im Bild, und bei Fahrzeugbeschriftung auch davon.
Nützlich sind außerdem eine Rechnung oder ein Kontoauszug mit der Firmenanschrift sowie ein Blick auf Ihr Impressum, das dieselbe Anschrift ausweisen sollte. Je weniger Interpretationsspielraum Sie lassen, desto schneller ist der Fall entschieden.
Wie lange das dauert
Verlässliche Zusagen macht Google nicht. In der Praxis bewegen sich einfache Fälle im Bereich weniger Tage, komplexere über mehrere Wochen. Planen Sie in dieser Zeit ein, dass Ihre lokale Sichtbarkeit eingeschränkt bleibt.
Was Sie in der Zwischenzeit tun sollten
Ein gesperrtes Profil heißt nicht, dass Sie unsichtbar sind. Ihre Website rankt weiter, und genau jetzt zeigt sich, ob sie das allein trägt. Wenn Ihr gesamter Zulauf über den Kartenblock kam, ist das ein Warnsignal für die Zeit nach der Wiederherstellung.
Nutzen Sie die Wartezeit, um die Grundlagen zu prüfen: Steht die vollständige Anschrift auf der Website, ist die Telefonnummer am Handy anklickbar, sind die Einträge in regionalen Branchenverzeichnissen aktuell? Unser kostenloser Website-Check geht diese Punkte in wenigen Sekunden durch und sagt in verständlicher Sprache, was fehlt.
Damit es nicht wieder passiert
Nach der Wiederherstellung ist das Profil in einem sensibleren Zustand als vorher. Ändern Sie deshalb nicht mehrere Kernangaben gleichzeitig, sondern nacheinander mit einigen Tagen Abstand.
Halten Sie den Eintrag außerdem aktiv. Ein Profil, das regelmäßig gepflegt wird, Bewertungen sammelt und beantwortet und aktuelle Fotos zeigt, wirkt auf jede automatische Prüfung unverdächtiger als eines, das zwei Jahre unberührt liegt und dann plötzlich umgebaut wird. Wie sich das planbar organisieren lässt, steht in unserem Beitrag zum Planen von Beiträgen im Google Unternehmensprofil. Den größeren Zusammenhang – von Kategorien über Bewertungen bis zu regionalen Verlinkungen – fasst unser Leitfaden zu lokalem SEO zusammen.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich einfach ein neues Profil anlegen?
Nein, und es ist der häufigste Fehler in dieser Situation. Google erkennt den neuen Eintrag als Dublette zum gesperrten und prüft dann beide. Sie verlängern damit die Bearbeitung und riskieren, dass auch das neue Profil gesperrt wird. Stellen Sie stattdessen einen Antrag auf Wiederherstellung für den bestehenden Eintrag.
Warum wurde mein Profil ohne Vorwarnung gesperrt?
Sperrungen erfolgen meist automatisiert, wenn ein Muster einer Prüfregel entspricht – etwa eine Adressänderung, ein Firmenname mit Suchbegriffen oder mehrere Einträge an einer Anschrift. Eine vorherige Benachrichtigung gibt es dabei in der Regel nicht. Das bedeutet nicht, dass Ihnen ein Verstoß vorgeworfen wird.
Bleiben meine Bewertungen erhalten?
In den meisten Fällen ja. Bewertungen hängen am Profil und kommen nach einer erfolgreichen Wiederherstellung üblicherweise zurück. Legen Sie deshalb keinen neuen Eintrag an – bei einem neuen Profil beginnen Sie tatsächlich wieder bei null.
Was mache ich, wenn der Antrag abgelehnt wird?
Prüfen Sie zuerst, ob die eigentliche Ursache wirklich beseitigt ist; ein abgelehnter Antrag bedeutet meist, dass der Widerspruch weiter besteht. Bessern Sie die Nachweise nach, insbesondere Fotos der Beschilderung am Gebäude und die Gewerbeanmeldung. Erst dann lohnt ein erneuter Antrag.