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Aufträge finden als Handwerker: 9 Wege im Vergleich

Aufträge finden als Handwerker: Empfehlung, Google-Profil, Portale, Website, Anzeigen und Kooperationen im Vergleich nach Kosten, Tempo und Kontrolle.

09. Oktober 202611 Min.
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Aufträge finden als Handwerker: 9 Wege im Vergleich

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Wege zu neuen Aufträgen unterscheiden sich weniger im Preis als darin, wem der Kunde danach gehört: Ihnen oder einer Plattform
  • Empfehlungen und das Google-Unternehmensprofil kosten kaum Geld, eine eigene Website einmalig, Portale und Anzeigen bei jedem neuen Auftrag wieder
  • Wer jetzt Lücken im Kalender hat, braucht einen schnellen Weg und daneben einen, der in einem Jahr ohne laufende Gebühr trägt

Ein Beispiel, wie es viele Gründer im Handwerk erleben: Ein Fliesenlegermeister macht sich im Frühjahr selbstständig. Die ersten Monate sind voll, mit Aufträgen von früheren Kunden, der Schwägerin, dem Nachbarn des Nachbarn. Im Oktober ist die übernächste Woche plötzlich leer. Abends sitzt er am Küchentisch und überlegt, wo er neue Aufträge finden soll: auf einem Portal, mit einer Anzeige, über eine Website, oder doch noch einmal alle Bekannten anrufen?

Auf der anderen Seite steht eine Familie, die ihr Bad erneuern will. Sie fragt zuerst im Bekanntenkreis. Dann tippt sie „Fliesenleger" und den Namen ihres Orts ins Handy und vergleicht die drei Betriebe, die auf der Karte erscheinen. Bei wem sie anruft, hängt davon ab, wo der Fliesenleger zu finden ist.

Aufträge finden heißt für Handwerker deshalb vor allem: dort stehen, wo Kunden suchen. Dieser Vergleich stellt neun Wege nebeneinander, nach Kosten, Aufwand, Zeit bis zum ersten Auftrag und der Frage, wer den Kontakt danach in der Hand hat. Stand: Oktober 2026.

Aufträge finden als Handwerker: die 9 Wege im Überblick

Die Tabelle ordnet grob ein. Die Zeitangaben sind keine Messwerte, sondern Spannen, die stark von Gewerk, Ort und Wettbewerb abhängen. Ein Notdienst in der Stadt bekommt über jeden Weg schneller Anrufe als ein Natursteinbetrieb auf dem Land.

WegKostenAufwandZeit bis zum ersten AuftragKontrolle über den Kunden
1. Empfehlungen und Stammkundenkaum Geldgering, aber dauerhaftsofort, wenn das Netz da isthoch
2. Google-Unternehmensprofilkostenloseinmal einrichten, dann wenig PflegeWochen bis Monatehoch
3. Eigene Websiteeinmalig, dazu Hostingeinmal mittel, dann geringWochen bis Monate über Googlevollständig
4. VermittlungsportaleGebühr je Kontakt oder Abogering, schnelle Reaktion nötigTagegering
5. Google-AnzeigenPreis je Klick, Budget frei wählbarmittel, laufendTagemittel, endet mit dem Budget
6. Kooperationen mit Partnernvor allem ZeitmittelWochen bis Monatehängt am Partner
7. Öffentliche AusschreibungenZeit für Unterlagen und AngebotehochMonatenach den Regeln der Vergabe
8. Instagram und FacebookZeit, auf Wunsch Werbebudgethoch, laufendMonategering bis mittel
9. Fahrzeug, Bauschild, Flyereinmalig, geringgeringunplanbarhoch

Die letzte Spalte wird meist übersehen, dabei entscheidet sie über die Rechnung in drei Jahren. Ein Kunde, der Sie über Ihr eigenes Profil oder Ihre eigene Website gefunden hat, ruft beim nächsten Mal direkt an. Ein Kunde aus einem Portal kennt zuerst das Portal. Der Beitrag zum Marketing für Handwerker sortiert die Kanäle nach der Reihenfolge, in der ein Betrieb sie aufbauen sollte. Hier geht es um die nüchterne Frage, welcher Weg wie schnell einen Auftrag bringt und was er dauerhaft kostet.

Schnell Aufträge finden: Portale und Anzeigen

Zwei der neun Wege bringen innerhalb weniger Tage Anfragen, und beide haben denselben Haken. Sie kaufen Aufmerksamkeit, und zwar bei jedem Auftrag neu.

Vermittlungsportale: Aufträge in Tagen, Gebühr bei jedem Kontakt

MyHammer, Check24 Profis und ähnliche Plattformen sammeln Anfragen von Privatkunden und verteilen sie an Betriebe. Für einen leeren Kalender ist das der schnellste Weg, und für einen neuen Betrieb ohne Bewertungen oft der einzige, der sofort etwas bringt. Bezahlt wird in der Regel pro Kontakt oder über ein Abo, und auf dieselbe Anfrage melden sich meist mehrere Betriebe.

Wie das bei MyHammer konkret abgerechnet wird und warum die Gebühr auch dann anfällt, wenn ein anderer den Zuschlag bekommt, haben wir unter MyHammer-Kosten für Handwerker durchgerechnet. Die entscheidende Zahl ist dort nicht der Preis eines Kontakts, sondern was ein gewonnener Auftrag unterm Strich kostet. Wie MyHammer, Check24 Profis und Aroundhome nebeneinander abrechnen, zeigt der Kostenvergleich der Handwerkerportale.

Google-Anzeigen für Handwerker: Klicks kaufen statt Kontakte

Bei Google-Anzeigen zahlen Sie nicht pro Anfrage, sondern pro Klick. Laut Googles Hilfe zu Onlinemarketing mit Google Ads fallen bei Geboten pro Klick nur dann Kosten an, wenn jemand auf die Anzeige klickt, und die durchschnittlichen Tageskosten legen Sie selbst fest (Stand Oktober 2026). Damit können Sie die Anzeige morgen schalten und übermorgen wieder stoppen.

Der Klick landet allerdings irgendwo. Führt die Anzeige auf eine veraltete Seite ohne Telefonnummer am Handy, bezahlen Sie für Besucher, die sofort wieder gehen. Anzeigen lohnen sich deshalb erst, wenn das Ziel dahinter stimmt. Womit Sie beim Budget rechnen müssen, steht im Beitrag zu Google-Werbung und ihren Kosten.

Aufträge über Empfehlungen und Stammkunden finden

Die meisten Handwerker leben von Empfehlungen, und das ist kein Zeichen von Rückstand. Ein empfohlener Kunde vertraut Ihnen schon, bevor er anruft, er vergleicht seltener nur den Preis, und er kostet Sie nichts. Das Problem ist ein anderes: Empfehlungen kommen, wann sie wollen. Steuern lassen sie sich kaum, und genau deshalb steht der Fliesenleger aus dem Beispiel im Oktober vor einer leeren Woche.

Steuern lässt sich aber, wie oft gefragt wird. Wer bei der Abnahme fragt, ob der Kunde jemanden kennt, der Ähnliches vorhat, und dabei eine Karte mit Nummer dalässt, bekommt mehr Empfehlungen als der, der still hofft. Dasselbe gilt für Bewertungen bei Google, die nichts anderes sind als Empfehlungen, die auch Fremde lesen. Wie Sie darum bitten, ohne Googles Regeln zu verletzen, steht unter Google-Bewertungen für lokale Unternehmen.

Stammkunden sind die zweite Hälfte dieses Wegs. Die Heizung, die jedes Jahr gewartet werden will, die Dachrinne, die nach dem Herbst frei sein muss: Wer seine bisherigen Kunden zum richtigen Zeitpunkt erinnert, füllt ruhige Monate mit Aufträgen, die er schon kennt. Eines ist dabei zu beachten: Eine werbliche E-Mail oder ein Werbeanruf ist auch bei bisherigen Kunden an Voraussetzungen gebunden, die weiter unten verlinkt erklärt sind.

Google-Profil und Website: Aufträge finden ohne Gebühr pro Kontakt

Zurück zur Familie mit dem alten Bad. Sie hat im Bekanntenkreis niemanden gefunden und sucht jetzt selbst. Was sie dabei sieht, entscheidet über den Anruf, und zwei Dinge liegen hier vollständig in Ihrer Hand. Zusammen sind sie die eigentliche MyHammer-Alternative.

Das Google-Profil: kostenlos auf der Karte stehen

Bei „Fliesenleger" plus Ortsname zeigt Google über den normalen Treffern eine Karte mit drei Betrieben. Dorthin kommt nur, wer ein bestätigtes und gepflegtes Google-Unternehmensprofil hat. Das Profil kostet nichts, und die Pflege ist überschaubar, wenn es einmal steht. Wie Sie es anlegen, das Einzugsgebiet richtig eintragen und zu Bewertungen kommen, erklärt der Leitfaden zum Google-Unternehmensprofil.

Schnell ist dieser Weg nicht. Bis ein neues Profil mit wenigen Bewertungen regelmässig in der Karte auftaucht, vergehen in der Regel Wochen bis Monate. Dafür bleibt jede Bewertung, die Sie dort sammeln, bei Ihrem Betrieb und nicht bei einer Plattform.

Die eigene Website als Anlaufstelle für Aufträge

Das Profil bringt den Betrieb in die Karte, die Website liefert den Grund anzurufen. Wer drei Fliesenleger vergleicht, öffnet die Seiten, schaut sich Fotos fertiger Bäder an und prüft, ob der Betrieb in seinem Ort arbeitet. Auch der empfohlene Kunde tut das, bevor er wählt. Eine Seite, die am Handy Gewerk, Einzugsgebiet und eine Nummer zum Antippen zeigt, macht aus diesem Blick einen Anruf.

Eine Website kostet einmal Geld und danach wenig. Bei Topblog beginnt eine komplette Website für einen Handwerksbetrieb bei 1.000 € zum Festpreis, Domain und Hosting kommen monatlich dazu. Was sie enthält und warum Ihnen am Ende alle Zugänge gehören, steht auf der Seite Website für Handwerker. Ab dann kostet der zehnte Auftrag über diesen Weg nicht mehr als der erste.

Aufträge über Kooperationen und Ausschreibungen finden

Zwei Wege führen nicht über den Endkunden, sondern über jemanden, der viele Aufträge vergibt oder weiterreicht.

Kooperationen mit anderen Gewerken und Hausverwaltungen

Der Sanitärbetrieb, der ein Bad komplett erneuert, braucht einen Fliesenleger. Der Elektriker, der eine Wallbox setzt, wird nach einem Dachdecker für die Photovoltaik gefragt. Hausverwaltungen und Architekten suchen verlässliche Betriebe, die kurzfristig kommen. Wer mit zwei oder drei solchen Partnern fest zusammenarbeitet, kann Aufträge finden, ohne selbst zu suchen: Sie kommen über den Partner.

Solche Kooperationen entstehen langsam und hängen an Menschen. Fällt der Partner weg, fällt auch der Strom an Aufträgen weg. Wie Sie Partner finden und Empfehlungen fair regeln, beschreibt der Beitrag zu lokalen Partnerschaften und Kooperationen.

Öffentliche Ausschreibungen für Handwerksbetriebe

Gemeinden, Landkreise und Schulträger vergeben Bauleistungen über Ausschreibungen. Diese Aufträge sind planbar und werden bezahlt, verlangen aber Arbeit vorab: Eignungsnachweise, Formulare, Angebote nach festen Vorgaben und Fristen, die nicht verhandelbar sind. Für einen Betrieb mit zwei Leuten ist das oft zu viel Papier für den einzelnen Auftrag. Ab einer gewissen Größe kann ein Betrieb dort aber Aufträge finden, die ein stabiles zweites Standbein werden.

Einen Einstieg in Baden-Württemberg bietet die IHK-Auftragsberatungsstelle, die über das öffentliche Auftragswesen informiert und eine Bieterdatenbank führt. Ob Ihre Handwerkskammer zusätzlich berät, erfahren Sie dort direkt.

Social Media und Sichtbarkeit vor Ort: Aufträge nebenbei

Über Instagram und Facebook Aufträge finden, die nächste Woche beginnen, gelingt selten. Für Gewerke mit sichtbaren Ergebnissen, etwa Garten- und Landschaftsbau, Innenausbau oder eben Fliesen, können Vorher-nachher-Bilder dort über Monate Vertrauen aufbauen. Der Aufwand ist hoch, weil ein Konto nur wirkt, wenn es regelmässig bespielt wird, und die Reichweite gehört der Plattform. Wer keine Freude daran hat, verliert hier am meisten Zeit.

Ganz anders der älteste Weg: das beschriftete Fahrzeug, das Bauschild am Gerüst, die Karte im Briefkasten der Nachbarn, bevor der Lärm beginnt. Das kostet wenig, und wer Ihren Wagen dreimal in der Strasse gesehen hat, kennt Ihren Namen, wenn er selbst einen Handwerker braucht. Planen lässt sich das nicht. Es zahlt aber auf alle anderen Wege ein, denn wer Ihren Namen gelesen hat, sucht ihn später bei Google.

Welcher Weg zu Aufträgen zu welchem Handwerksbetrieb passt

Keiner der neun Wege ist für jeden Betrieb der richtige, und keiner reicht allein. Hilfreicher als die Frage nach dem besten Kanal ist die Frage, welches Problem Sie gerade haben.

Ihre LageWas zuerst hilftWas daneben aufgebaut werden sollte
Neu gegründet, kaum BewertungenPortal oder Anzeigen für die ersten AufträgeGoogle-Profil, Bewertungen, eigene Website
Voll, aber mit den falschen AufträgenWebsite mit klaren Leistungen und ReferenzenKooperationen mit passenden Partnern
Abhängig von einem PortalGoogle-Profil und Website als eigener WegStammkunden gezielt erinnern
Saisonale LückenStammkunden und Wartung im ruhigen MonatAnzeigen nur für die Lücke, dann wieder aus

Wer schnell Aufträge finden muss, denkt oft zuerst an Kaltakquise: die Hausverwaltungen der Region abtelefonieren, eine Liste mit E-Mail-Adressen kaufen. Das ist in Deutschland enger geregelt, als die meisten annehmen. Was erlaubt ist und welche Wege ohne Risiko funktionieren, steht im Beitrag zur Kundenakquise für kleine Betriebe ohne Kaltakquise.

Und der Fliesenleger vom Küchentisch? Für die leere Woche im Oktober nimmt er zwei Aufträge über ein Portal und zahlt die Gebühr ohne Groll, weil er weiß, wofür. Am selben Abend legt er sein Google-Profil an und fragt die letzten zehn Kunden nach einer Bewertung. Im nächsten Herbst sucht die Familie mit dem alten Bad nach einem Fliesenleger, und diesmal steht sein Name auf der Karte.

Häufig gestellte Fragen

Wie finde ich als Handwerker schnell neue Aufträge?

Am schnellsten wirken Vermittlungsportale und Google-Anzeigen, oft innerhalb weniger Tage. Beide kosten bei jedem neuen Auftrag wieder Geld. Wer schnell Aufträge braucht, nutzt sie für die Lücke und baut parallel Google-Profil, Bewertungen und Website auf, damit die nächste Lücke kleiner ausfällt.

Wo finden Handwerker Aufträge ohne Portal?

Über Empfehlungen und Stammkunden, über ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil, die eigene Website, Kooperationen mit anderen Gewerken oder Hausverwaltungen und über öffentliche Ausschreibungen. Bei diesen Wegen zahlen Sie keine Gebühr pro Kontakt, und der Kunde meldet sich beim nächsten Mal direkt bei Ihnen.

Lohnt sich Kaltakquise für Handwerker?

Selten, und sie ist rechtlich eng begrenzt. Werbeanrufe bei Privatleuten brauchen eine vorherige ausdrückliche Einwilligung, Werbe-E-Mails ebenso, auch an Firmen. Für Handwerker sind Empfehlungen, Google-Profil und Kooperationen in der Regel der bessere Weg zu neuen Kunden.

Was kostet es, als Handwerker Aufträge über Google zu finden?

Das Google-Unternehmensprofil ist kostenlos. Eine eigene Website kostet einmalig, bei Topblog ab 1.000 € zum Festpreis, dazu Domain und Hosting im Monat. Google-Anzeigen kosten pro Klick, das Budget legen Sie selbst fest.

Wie lange dauert es, bis eine Handwerker-Website Aufträge bringt?

Für Kunden, die Ihren Namen schon kennen, wirkt eine gute Website sofort, weil sie die Empfehlung bestätigt. Bis sie über die Google-Suche neue Kunden bringt, vergehen meist Wochen bis Monate. Zusammen mit einem gepflegten Google-Profil geht es in der Regel schneller.

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